Neuer Verdacht der Günstlingswirtschaft

Aktualisiert am 13.03.2010

Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle kommt nicht aus den Schlagzeilen: Gegen den FDP-Politiker gibt es einen weiteren Vorwurf wegen der Auswahl seiner Begleiter auf Auslandsreisen.

Zurück aus Lateinamerika: Guido Westerwelle.

Zurück aus Lateinamerika: Guido Westerwelle.
Bild: Keystone

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Guido Westerwelle

Lateinamerika-Reise zu Ende

Deutschlands ussenminister Guido Westerwelle hat am Freitag seine einwöchige Lateinamerika-Reise beendet. In der Nacht flog er von Rio de Janeiro nach Deutschland zurück. Die Reise, die ihn nach Chile, Argentinien, Uruguay und Brasilien geführt hatte, wurde von der Debatte über eine Verquickung privater und dienstlicher Interessen überschattet. Am Ende kündigte Westerwelles Lebensgefährte Michael Mronz an, dass er auf die Mitreise bei der Südafrika-Reise des Aussenministers im April verzichten werde, weil er andere Termine habe. (ddp)

Nach Informationen der «Berliner Zeitung» liess er sich bei seiner Asien-Reise im Januar von einem Vorstandsmitglied des Handelskonzerns Metro begleiten, der zu den wichtigsten Kunden einer früher mit Westerwelle verbundenen Unternehmensberatung gehören soll. Westerwelle habe bis vor kurzem dem Beirat dieser Unternehmensberatung namens TellSell Consulting angehört, die in Frankfurt am Main und im schweizerischen Zug ansässig sei.

Nach seinem Wechsel in die Bundesregierung im vorigen Herbst habe Westerwelle den «lukrativen» Beiratsposten dem FDP-Politiker Jürgen Koppelin überlassen, berichtet die Zeitung weiter. Die Firma TellSell Consulting habe zudem mehrmals Fundraising-Veranstaltungen für die FDP organisiert.

«Affentheater»

Es ist die dritte Personalie, die Westerwelle im Zusammenhang mit seinen Auslandsreisen in den Verdacht der Günstlingswirtschaft bringt. Zuvor hatte die «Berliner Zeitung» gemeldet, Westerwelle habe auf Auslandsreisen Vertreter von Firmen mitgenommen, an denen sein Bruder beteiligt sei.

FDP-Generalsekretär Christian Lindner hatte am Freitag die Vorwürfe zurückgewiesen und von einem «Affentheater» im nordrhein-westfälischen Wahlkampf gesprochen. (vin/ddp)

Erstellt: 13.03.2010, 07:36 Uhr

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