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Moskau verzichtet auf Raketen vor den Toren der EU

Aktualisiert am 19.09.2009

Tauwetter zwischen Russland und den USA: Washingtons Rückzug der Raketenschild-Pläne hat auch Moskau zu einem Schritt des Friedens bewogen.

Kein erhöhtes Drohpotential: Russische Kurzstreckenrakete Iksander.

Kein erhöhtes Drohpotential: Russische Kurzstreckenrakete Iksander.

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Kaliningrad

Die russischen Streitkräfte verzichten auf die Stationierung von Raketen nahe der polnischen Grenze in Kaliningrad, dem früheren Königsberg. Das erklärte der stellvertretende Verteidigungsminister Wladimir Popowkin am Samstag. Die Entscheidung von US-Präsident Barack Obama, auf die Raketenabwehr-Stützpunkte in Polen und Tschechien zu verzichten, habe die geplante Aufstellung der Kurzstreckenraketen vom Typ Iksander überflüssig gemacht, sagte Popowkin dem russischen Sender Echo Moskau.

«Die Vernunft hat über den Ehrgeiz gesiegt», sagte er zu Obamas Entscheidung. «Natürlich werden wir die Gegenmassnahmen zurücknehmen, die Russland als Reaktion geplant hatte.» Das noch von Obamas Vorgänger George W. Bush gestartete Vorhaben hatte das Verhältnis zwischen Washington und Moskau erheblich belastet. Später fügte der Minister hinzu, die endgültige Entscheidung könne nur von Präsident Dmitri Medwedew getroffen werden. Medwedew hat sich bislang noch nicht öffentlich zu dem Thema geäussert.

Gipfeltreffen kommende Woche

Seit Obamas Bekanntgabe des Verzichts am Donnerstag hatte es mehrere entsprechende Signale aus Moskau gegeben. Popowkins Erklärung am Samstag war aber die bislang klarste Aussage der russischen Regierung in dieser Angelegenheit.

Obama hatte am Donnerstag erklärt, die in Polen und Tschechien geplanten Stützpunkte würden an andere Orte verlegt; zudem sollen Raketenabwehrsysteme auf Schiffen installiert werden. Details zur Neuaufstellung des Raketenabwehrschildes nannte er nicht. Medwedew hatte Obamas Entscheidung einen «verantwortungsvollen Schritt» genannt. Beide Politiker treffen in der kommenden Woche bei der Uno-Vollversammlung in New York und dem G-20-Gipfel in Pittsburgh zusammen. (cpm/ap)

Erstellt: 19.09.2009, 16:09 Uhr


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