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Mehr Opfer als gedacht: 1300 Menschen starben an der DDR-Grenze

Aktualisiert am 12.08.2008

Die innerdeutsche Grenze hat mehr Menschenleben gekostet, als angenommen. Das zeigen neuste Forschungsergebnisse.

Staunen und Entsetzen: Westberliner schauen am 12. September 1962 zu, wie Ordnungskräfte aus dem Osten die Mauerbau-Arbeiten vorantreiben.

Staunen und Entsetzen: Westberliner schauen am 12. September 1962 zu, wie Ordnungskräfte aus dem Osten die Mauerbau-Arbeiten vorantreiben.

Es sind mittlerweile 1303 Opfer des DDR-Grenzregimes ermittelt worden. Dies teilte die private Arbeitsgemeinschaft 13. August in Berlin mit. Die Recherchen seien «bei weitem noch nicht abgeschlossen». Vor einem Jahr noch war die Zahl mit 1245 Opfern angegeben worden.

Vergleiche aus unterschiedlichen Quellen brächten neue Erkenntnisse, erklärte die Arbeitsgemeinschaft. Sie führten sowohl zur Streichung einiger Namen aus der Liste als auch zur Ermittlung bis dahin unbekannter Opfer.

Mit der Statistik wird nicht nur die Zahl getöteter Flüchtlinge vorgelegt, sondern auch die hohe Selbstmordrate unter den im Dienst befindlichen Grenzsoldaten dokumentiert. Darüber hinaus sind 21 getötete sowjetische Fahnenflüchtlinge in der Liste enthalten.

Opfer schon vor dem Mauerbau

Zudem sind auch die Todesopfer vor dem Mauerbau aufgeführt. Denn die DDR hat schon am 26. Mai 1952 die innerdeutsche Grenze abgeriegelt. Und in Berlin hat es schon vor dem Mauerbau die Sektorengrenze zur sowjetischen Besatzungszone gegeben, an der geschossen worden ist.

Um die Zahl der Opfer gibt es immer wieder Streit. Vor zwei Jahren hatte es in einer Zwischenbilanz eines von der Bundesregierung geförderten Forschungsprojekts geheissen, dass allein 125 Menschen an der Berliner Mauer getötet worden seien. Die Arbeitsgemeinschaft 13. August geht dagegen von mehr als 200 Todesopfern aus. (se/ap)

Erstellt: 12.08.2008, 20:39 Uhr


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