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«Man erlaubt sich schamlos absolut alles»

Aktualisiert am 13.10.2009

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy verteidigt die Blitzkarriere seines Sohnes Jean gegen den Vorwurf der Vetternwirtschaft. Die Gegner kritisieren Sarkozy mit harten Worten.

Beide sind machtbewusst: Nicolas und Jean Sarkozy.

Beide sind machtbewusst: Nicolas und Jean Sarkozy. (Bild: Keystone)

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Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat den Vorwurf der Vetternwirtschaft als Polemik abgetan. «Ihr verfolgt Polemiken; ich verfolge Reformen und Problemlösungen», sagte er am Dienstag auf Fragen nach der politischen Blitzkarriere seines Sohnes Jean. Der 23-jährige Jura-Student Jean Sarkozy soll Vorsitzender der Raumordnungsbehörde EPAD werden, die das Prestige-Bürozentrum «La Defense» bei Paris zu einem weltweit führenden Firmenstandort ausbauen soll. Dort sind zahlreiche Hochhäuser geplant. Bereits jetzt sind in La Defense 2500 Firmen ansässig.

Die Oppositionsführerin Martine Aubry warf Sarkozy dagegen vor, alle Macht im Grossraum Paris an sich zu reissen. Hinter der Entscheidung stehe Vetternwirtschaft, sagte Aubry. Sarkozy übernehme die Macht in «der Justiz, den Medien und heute in den Gebietskörperschaften. Wenn man von EPAD spricht, stehen dahinter wirtschaftliche Interessen. Das schädigt die Demokratie.» Der Präsident der Pariser Region Ile de France, Jean-Paul Huchon (PS), sprach von einer «monarchistischen Tendenz: «Man erlaubt sich schamlos und ohne Zurückhaltung absolut alles.»

Formsache Wahl

In den EPAD-Verwaltungsrat kam Sarkozy als Nachrücker für einen Politiker, der von seinem Vater in den Wirtschaftsrat ernannt wurde und daher ausschied. Die Verlängerung der Amtszeit des jetzigen EPAD- Vorsitzenden lehnte Vater Sarkozy ab. Jean Sarkozys Wahl zum Präsidenten des EPAD-Verwaltungsrats am 4. Dezember gilt als Formsache.

Mehrere Minister und Vertreter des Präsidentenpalastes traten vor die Mikrofone, um die Bliz-Karriere von Sarkozy Junior zu verteidigen. «Es handelt sich um eine Wahl, nicht um eine Ernennung», sagte Premierminister François Fillon.

Abgeordneter spricht von «Affäre»

In der Regierungspartei UMP war dennoch starkes Unbehagen zu spüren. Der Abgeordnete Pierre Cardo, der sich in den Yvelines bei Paris einer Nachwahl stellen muss, klagte unter dem Beifall von Fraktionskollegen über die verheerende Wirkung der «EPAD-Affäre» auf die Wähler.

Jean Sarkozy wies alle Vorwürfe wegen seines Aufstiegs zurück. «Egal, was ich sage oder tue, es wird immer Kritik geben», sagte er der Zeitung «Le Parisien» am Dienstag. Er sprach von «parteiischen Angriffen» der Linken. (vin/sda)

Erstellt: 13.10.2009, 20:43 Uhr


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