Leyendecker: Datendieb kriegt 2,5 Millionen Euro fast steuerfrei
Weiss Neues über die CD mit Bankdaten: Hans Leyendecker. (Bild: Keystone)
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In den letzten Tagen ist es ruhig geworden um die CD, auf der angeblich Bankdaten von rund 1500 Kunden der Credit Suisse (CSGN 19.4 2.00%) gespeichert sein sollen. Hans Leyendecker, der die Affäre in der «Süddeutschen Zeitung» verfolgt, weiss nun offenbar Neues: Die Original-CD und mehrere Kopien liegen «in den Tresoren der Oberfinanzdirektion Rheinland und des Finanzamts für Steuerstrafsachen und Steuerfahndung in Wuppertal-Barmen». Von offizieller Seite wird diese Meldung jedoch nicht bestätigt.
Der 60-jährige Leyendecker schreibt weiter, der Vorsteher des Wuppertaler Finanzamts – ein gewisser Peter B. – habe in den vergangenen Wochen mithilfe von Kriminalbeamten und Steuerfahndern mit einem Informanten über die Herausgabe des Datenträgers verhandelt und zugeschlagen. Der Unbekannte soll 2,5 Millionen Euro für die CD erhalten haben. Ironie des Schicksals: Er muss dieses Geld nur mit einem pauschalen Satz für Informanten von zehn Prozent versteuern – im Vergleich zu den viel höheren Spitzensteuersätzen in Deutschland ein attraktiver Deal.
Credit Suisse, die «Beihilfebank»
Im Bericht heisst es weiter, der Datendieb habe neben der CD auch Unterlagen über das Innenleben der Credit Suisse geliefert. Nach Schätzungen der Bank sollen zeitweise 88 Prozent der deutschen Kunden in der Schweiz Schwarzgeld gebunkert haben. Auf dem Wuppertaler Finanzamt würde die CS daher nur noch die «Beihilfebank» genannt. Leyendecker ist auch über das Schicksal der zweiten Daten-CD informiert, auf der sich Daten von 1748 mutmasslichen Steuerhinterziehern befinden sollen, die ihr Geld auf Schweizer Banken bunkerten – und deren Kauf Baden-Württembergs Ministerpräsident letzte Woche abgelehnt hat.
Steuerfahnder aus Freiburg im Breisgau arbeiten laut Leyendecker trotzdem seit dem letzten Jahr mit 52 Arbeitsproben dieser CD, die der Lieferant überreicht hatte. Fazit: «Bei den meisten der 52 gesichteten Fälle geht es nur um ein paar tausend Euro». Das Finanzministerium rechne mit Mehreinahmen von sieben Millionen Euro. Trotzdem bewertet Leyendecker auch die blosse Existenz dieser CD als Erfolg: «Durch Selbstanzeigen kassierte die Finanzverwaltung bislang mehr als 50 Millionen Euro.» (cha)
Erstellt: 03.03.2010, 09:45 Uhr
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