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Lagardes europäische Herkunft könnte zum Stolperstein werden

Aktualisiert am 26.05.2011 2 Kommentare

Die Europäer wollen den G-8-Gipfel nutzen, um Christine Lagarde als neue IWF-Chefin durchzusetzen. Doch in den Schwellenländern formiert sich Widerstand. Die Französin droht an ihrer Nationalität zu scheitern.

Möchte Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) werden: Die französische Finanzministerin Christine Lagarde an einer Pressekonferenz in Paris.

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Bild: Keystone

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Mögliche Kandidaten der französischen Sozialisten

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Die russische G-8-Delegation hat den Wunsch signalisiert, die bislang automatische Besetzung des IWF-Chefpostens mit einem Europäer mit dem Rücktritt Dominique Strauss-Kahns zu beenden. Damit könnte die Herkunft von Christine Lagardes zu ihrem grössten Stolperstein auf dem Weg nach Washington werden.

«Russland sieht Madame Lagarde in einem ausschliesslich positiven Licht», sagte Moskaus Botschafter in Frankreich, Alexander Orlow, kurz vor dem Gipfelauftakt. «Aber warum nicht einen Kandidaten der BRICS-Länder wählen?» Die BRICS-Länder sind die aufstrebenden Wirtschaftsmächte Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika.

Gemeinsame Position festigen

Am Mittwoch hatten die BRICS-Staaten erklärt, das ungeschriebene Gesetz, wonach ein Europäer den Internationalen Währungsfonds führen dürfe, unterwandere die Legitimität des Fonds. «Wir versuchen, eine gemeinsame Position zu festigen», sagte der indische Finanzminister Pranab Mukherjee am Donnerstag in Delhi.

Er stehe dazu in Kontakt mit mehreren Kollegen aus Entwicklungsländern, zitierte ihn die indische Nachrichtenagentur PTI. Ob die Gruppe einen Gegenkandidaten ins Rennen schicken werde, liess er noch offen.

Die EU ist sauer

In der EU ist man inzwischen sauer über den Gegenwind. «Wir unterstützen Christine Lagarde nicht, weil sie eine Europäerin ist», sagte Ratspräsident Herman Van Rompuy in Deauville. «Und man darf sie auch nicht bekämpfen, weil sie eine Europäerin ist.» Die Französin sei über alle Zweifel erhaben, dass sie den Fonds in der schwierigen Zeit führen könne.

Zwar respektiert man auch in der EU den Wunsch der Schwellenländer, dass sich ihr wachsender Einfluss im IWF stärker niederschlage. Tatsächlich hatte der luxemburgische Ministerpräsident und Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker beim Amtsantritt Strauss-Kahns vor vier Jahren der «Financial Times Deutschland» gesagt, der nächste IWF-Chef «wird bestimmt kein Europäer sein». Darüber herrsche unter den Finanzministern der Union weitgehende Einigkeit.

Doch das war vor dem Ausbruch der Euro-Krise. Und in der spielt der IWF inzwischen eine entscheidende Rolle, er schultert ein Drittel der Rettungspakete für Griechenland, Irland und Portugal. Und in der brenzligen Situation will man einen Verbündeten an der Spitze des Fonds in Washington haben. Da kommt das Pochen der Schwellenländer auf ihren legitimen Einfluss zu einem schlechten Zeitpunkt.

Clinton «inoffiziell» für Frau an IWF-Spitze

Entscheidend könnte am Ende die Position der USA werden. Und aus dem Weissen Haus kommen bislang nur unverbindlich diplomatische Antworten. AS-Aussenministerin Hillary Clinton sagte am Donnerstag in Paris, es bleibe noch einige Wochen Zeit für die Kandidatennominierung. Die USA würden bewerten und zu gegebener Zeit ihre Präferenz bekannt geben. «Inoffiziell», fügte Clinton hinzu, «begrüssen wir gut qualifizierte und erfahrene Frauen an der Spitze wichtiger Organisationen wie dem IWF.»

Ein klareres Bekenntnis könnte Lagarde zur Zeit womöglich nur schaden. «Die G-8 müssen vorsichtig sein, und dürfen sich nicht ohne Einbeziehung der Schwellenländer festlegen», sagte John Kirton, Vorsitzender der G-8-Forschungsgruppe aus Toronto, in Deauville.

Ohnehin schwebt über Lagardes Kandidatur bis zum 10. Juni ein Damoklesschwert. Dann will die Pariser Justiz entscheiden, ob sie ein Ermittlungsverfahren gegen die französischen Innenministerin eröffnet, weil sie den Ex-Minister und Geschäftsmann Bernard Tapie begünstigt haben soll. (wid/dapd)

Erstellt: 26.05.2011, 23:07 Uhr

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2 Kommentare

Roland Kämpe

26.05.2011, 23:36 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Ein EU-Mitglied an der Spitze des IWF verkommt doch aufgrund der Krise zur Marionette - pardon, "Verbündeten" - der EU. Antworten


Paul Rickenbacher

27.05.2011, 00:10 Uhr
Melden

Europa das ist doch schon lange vorbei! Amerika Bankrott . Wie kann der amerikanische Praesident von Zukunft reden mit 14 Billionen schulden bei den Chinesen;Japanern und Indern mit 3 Kriegen am Hals.Die BRICS-Staaten ,das ist die Zukunft und Ihnen gehoert das Praesidium im IWF. Antworten




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