«Ich bitte dafür um Entschuldigung»
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Der ehemalige Schulleiter der Odenwaldschule, Gerold Becker, hat einem Zeitungsbericht zufolge offenbar sexuelle Verfehlungen gegenüber Schülern zugegeben. Das schreibt die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Samstagausgabe) laut Vorabmeldung. Der heutigen Leiterin, Margarita Kaufmann, liegt demnach ein Brief mit der Bitte um Entschuldigung vor, der mit dem Namen Gerold Becker unterzeichnet ist.
«Schüler, die ich in den Jahren, in denen ich Mitarbeiter und Leiter der Odenwaldschule war, durch Annäherungsversuche oder Handlungen sexuell bedrängt oder verletzt habe, sollen wissen: Das bedauere ich zutiefst, und ich bitte sie dafür um Entschuldigung», heisst es laut «FAZ» in dem Schreiben.
Bereit zum Gespräch
In dem Schreiben an die Schulleitung, über den die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» am Freitag berichtete, heisst es weiter: «Diese Bitte um Entschuldigung bezieht sich ausdrücklich auch auf alle Wirkungen, die den Betroffenen erst später bewusst geworden sind.» Am Ende des Briefes betont der Pädagoge, er sei - wie bereits vor zwölf Jahren - bereit zu einem Gespräch mit seinen ehemaligen Schülern.
Der 73-Jährige war zwischen 1969 und 1985 Mitarbeiter und Leiter der Odenwaldschule im südhessischen Heppenheim. Bisher haben sich 33 ehemalige Schüler der Odenwaldschule als Opfer von Übergriffen zwischen den Jahren 1966 bis 1991 gemeldet. Beschuldigt werden acht Lehrer.
Eine der bekanntesten Schulen
Becker steht im Zentrum der Kritik, zumal es bereits 1999 erste Vorwürfe gegen ihn gab. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelte damals, stellt jedoch das Verfahren wegen Verjährung ein. Jetzt wird gegen den Lehrer neu ermittelt, da es nach Angaben der Behörde auch jüngere Vorkommnisse geben könnte. Die neuen Missbrauchs-Vorwürfe waren vor zwei Wochen ans Tageslicht gekommen.
Die Odenwaldschule gilt als eine der bekanntesten deutschen Reformschulen. Vor 100 Jahren vom Pädagogen Paul Geheeb (1879-1961) gegründet, stellt sie bis heute das Lernen in Gemeinschaft in den Vordergrund. Die gut 200 Internatsschüler wohnen in rund 30 Gruppen, gemischt nach Alter und Geschlecht. (oku/sda/ddp)
Erstellt: 19.03.2010, 19:32 Uhr
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