Griechen befürchten Streiks und Unruhen
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Die Mehrheit der Griechinnen und Griechen befürchtet, dass es wegen des Sparprogramms zur Eindämmung der enormen Schulden des Landes zu Unruhen kommen könnte. Nach einer repräsentativen Umfrage, die die Athener Zeitung «Kathimerini» am Sonntag veröffentlichte, sind 80 Prozent der Befragten der Ansicht, dass dem Land in den kommenden Monaten «intensive Streiks» und zu «soziale Unruhen» bevorstehen.
Den regierenden Sozialisten unter Ministerpräsident Giorgos Papandreou trauen 40 Prozent der Befragten die Führung des Landes aus der Krise zu. Nur sieben Prozent glauben, die im Oktober vergangenen Jahres abgewählten Konservativen der Nea Dimokratia könnten dies besser.
Sparprogramm geht nicht weit genug
Die Griechen bewerten den Sparkurs ihrer Regierung als notwendig, aber unzureichend. Wie aus einer in der Zeitung «Proto Thema» am Sonntag veröffentlichten Befragung hervorgeht, erachten 65 Prozent der Griechen die Rosskur als erforderlich. Aber nur 41 Prozent der Befragten denken, dass die Pläne genügen, um das Land aus der Schuldenkrise zu führen.
Knapp 56 Prozent sind der Meinung, dass die Angestellten im öffentlichen Dienst trotz der Haushaltskürzungen weiterhin besser gestellt sind als die Arbeitnehmer im Privatsektor.
Politiker als Hauptschuldige
Fast 64 Prozent sehen die Politiker als die Hauptschuldigen für die Haushaltsmisere. Nach Ansicht von knapp 61 Prozent der Befragten geht das Krisenmanagement von Ministerpräsident Giorgos Papandreou aber in die richtige Richtung.
Athen hat sich verpflichtet, unter strenger EU-Aufsicht und mit der Beratung von Experten der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF), seine Neuverschuldung bis 2012 unter die erlaubte Marke von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu drücken. Allein dieses Jahr soll das Defizit um vier Prozentpunkte sinken. 2009 hatte die Neuverschuldung in Griechenland 12,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreicht.
Widerstand der Gewerkschaften
Die regierenden Sozialisten haben Lohnkürzungen angekündigt, die nach Ansicht der Gewerkschaften 20 Prozent erreichen könnten. Anfang des Monats waren die indirekten Steuern auf Tabak, Spirituosen und Treibstoffe drastisch erhöht worden. Zudem soll es Kürzungen bei den Renten und eine Erhöhung des Rentenalters geben.
Die Gewerkschaften kündigten massiven Widerstand an. Am 24. Februar soll das Land durch umfangreiche Streiks lahmgelegt werden. Ab Dienstag wollen die Zollbeamten für drei Tage streiken. (vin/sda)
Erstellt: 14.02.2010, 22:32 Uhr
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