Gorbatschow: Westen braucht eine Perestroika
Gegen Wirtschaftsmodelle, die nur den Reichen nützen: Michail Gorbatschow. (Bild: Keystone)
In den letzten Jahren sei deutlich geworden, «dass das neue westliche Modell eine Illusion war, das vor allem den Reichen genützt hat», schrieb Michail Gorbatschow in einem am Sonntag veröffentlichten Gastkommentar für die «Washington Post». Das Modell habe «auf einer Jagd nach Super-Profiten und übersteigertem Konsum für einige wenige, auf uneingeschränkte Ausbeutung der Ressourcen und auf sozialer und umweltpolitischer Verantwortungslosigkeit» basiert, kritisierte er.
Gorbatschow schrieb weiter, dass er «keine vorgefertigten Rezepte» für eine grundlegende Reform des Wirtschaftssystem habe. Er sei aber überzeugt, dass sich ein neues Modell entwickeln werde, das auf «allgemeine Bedürfnisse und öffentliches Gut wie eine sauberere Umwelt, gut funktionierende Infrastruktur und öffentliche Verkehrsmittel, gute Bildung und Gesundheitssysteme sowie bezahlbare Wohnungen» Wert lege.
Als sowjetischer Staatschef hatte Gorbatschow Ende der 80er Jahre eine Reihe Reformen in politischen und wirtschaftlichen System der UdSSR eingeleitet. Sie wurden mit Perestroika, dem russischen Wort für Umgestaltung, zusammengefasst. (vin/sda)
Erstellt: 07.06.2009, 08:40 Uhr
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