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Falcianis wirre Agenten-Story

Aktualisiert am 22.12.2009 6 Kommentare

Der mutmassliche Bankdatendieb Hervé Falciani hat der französischen Zeitung «Nice Matin» eine konfuse Geschichte über Agenten, Terroristen und ein Verhör in einem Kirchenkeller erzählt.

Die Geschichte um den ehemaligen HSBC-Informatiker Hervé Falciani, der dem französischen Fiskus 130'000 Kundendaten übergeben haben soll, wird immer nebulöser. Den Vorwurf, er habe die HSBC-Daten im Jahr 2008 im Libanon zum Verkauf angeboten, konterte er nun gestern in der Zeitung «Nice Matin». Dem Blatt schildert er eine Geschichte, die als Plot einem Agenten-Thriller gut anstehen würde.

So sei er am 24. August 2007 in Genf gegen Mitternacht von einem Abendessen bei Freunden heimgekehrt. «Ich spazierte durchs Universitätsquartier Champel. Ein Motorrad überholte mich. Ein Kastenwagen folgte. Man hielt mir eine Pistole an die Schläfe und zwang mich, einzusteigen.» Im Keller einer Kirche habe er sich dann vor zwei Männern wiedergefunden. Einer war «gross und rothaarig», der andere «ein braunhaariger Muskelprotz». Sie seien für einen Geheimdienst tätig. Von welchem will Falciani aber nicht verraten.

«Ich sollte den Maulwurf finden»

Die beiden Agenten hätten ihm dann lang und breit ihre Beweggründe erzählt. Sie vermuteten, eine Gruppe islamistischer Terroristen wollte die Bank HSBC unterwandern. «Sie baten mich um Mitarbeit. Ich sollte den Maulwurf finden.» Verdächtige sollte er mittels einer Karte an ein Postfach melden. Er habe mitgemacht, «weil ich Angst um meine Familie hatte, um meine Frau und meine Tochter».

Im Büro habe er dann begonnen, Kollegen zu beobachten. Verdächtig schienen ihm ein Algerier, ein Syrer und ein Libanese. Auch seine französisch-libanesische Arbeitskollegin Georgina Mikhael, mit der er ein Verhältnis gehabt haben soll, meldete er den beiden Agenten. Diese hätten dann von ihm weiter verlangt, «das Spiel mitzuspielen» und mit Mikhael in den Libanon zu reisen.

Was genau dann im Libanon geschah ist unklar. Es wird laut Medienberichten vermutet, dass Mikhael die entwendeten Daten verschiedenen Institutionen angeboten haben soll. Dann wurde der libanesische Geheimdienst auf die Frau aufmerksam und beobachtete sie monatelang. Laut dem Bericht im «Nice Matin» war auch Falciani im Libanon. Man habe zwei, drei Investoren für ein Start-up-Unternehmen getroffen. Doch diese Begegnungen blieben ohne Folgen.

Er wollte «aussteigen»

Nach seiner Rückkehr nach Genf habe er sich dann entschlossen auszusteigen und sich den Behörden seines Landes, Frankreich, anzuvertrauen, wie Falciani gegenüber «Nice Matin» sagt. An die französische Polizei will er sich im Jahr 2008 gewandt haben. Sein Vorgehen begründet Falciani damit, dass ihn die Praktiken der Banker angewidert hätten. Die Banker hätten sich «wie Zuhälter» verhalten.

Ob und mit wem Falciani im Sommer 2006 in der Schweiz Kontakt aufgenommen hat, ist nicht klar. Bereits «Ende Sommer 2006» habe er die Schweizer Behörden informiert. «Da ich vom Bund keine Antwort bekam, habe ich mich an andere Behörden gewandt», sagte Falciani. Die Bundesanwaltschaft dementiert diese Darstellung. (sam)

Erstellt: 22.12.2009, 14:04 Uhr

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6 Kommentare

schnell andreas

22.12.2009, 11:57 Uhr
Melden

wahrlich, monsieur verhält sich wie ein zuhälter, unmöglich diese sich selbstüberschätzende kaste die "schuld" gerne anderen in die schuhe schiebt. Antworten


peter steiner

22.12.2009, 12:46 Uhr
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ist doch gut wenn sich kriminelle gleich selber in der art outen. das nimmt staaten die glaubwürdigkeit, die mit hehlerware andere staaten erpressen wollen. was frankreich, italien, usa und deutschland an doppelmoral bieten ist unerträglich. und wir sollten begreifen, dass die verteidigung des bankgeheimnisses nichts mit beihilfe zur hinterziehung zu tun hat sondern mit dem schutz von privatsphäre Antworten




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