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«Explosive» Wirtschaftslage in Griechenland

Aktualisiert am 19.10.2009

Nach einem Sieg bei der Vertrauensabstimmung im Parlament kann die neue Linksregierung in Griechenland ihre Arbeit aufnehmen. Hauptziel ist, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.

Grosse Herausforderungen: Das neu gewählte Parlament Griechenlands.

Grosse Herausforderungen: Das neu gewählte Parlament Griechenlands.
Bild: Keystone

Von den 300 Abgeordneten stimmten am Sonntagabend in Athen 160 für die Regierung von Ministerpräsident Giorgos Papandreou. Die 140 Abgeordneten der vier Oppositionsparteien stimmten geschlossen gegen das Kabinett der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung (PASOK). Damit endet die fünfeinhalbjährige Regierungszeit der konservativen Partei Neue Demokratie unter Ministerpräsident Kostas Karamanlis.

Im Mittelpunkt der dreitägigen Debatte stand die Wirtschaftslage, die Papandreou als «explosiv» bezeichnete. Der neue Finanzminister Giorgos Papaconstantinou schätzte, dass das Sozialprodukt in diesem Jahr um bis zu zwei Prozent schrumpfen wird. Das Haushaltsdefizit 2009 wird mindestens zwölf Prozent des Sozialprodukts erreichen - das sind vier Mal so viel wie der Stabilitätspakt der EU zulässt. Für die Rückkehr zur Dreiprozent-Marke veranschlagt die neue Regierung einen Zeitraum von drei bis vier Jahren. Schon bis Ende des Jahres müsse die Regierung zur Finanzierung des öffentlichen Dienstes neue Kredite aufnehmen, kündigte Papaconstantinou an.

Neue Ausgaben trotz schlechter Finanzlage

Trotz der angespannten Finanzen kündigte die neue Regierung zusätzliche Ausgaben an wie ein Hilfspaket für Bürger mit niedrigen Einkommen und eine Erhöhung der Altersversorgung in der Landwirtschaft. Ausserdem will die Regierung mehr Geld für Bildung, die Krankenhausversorgung und Infrastrukturprojekte ausgeben. Der Haushalt für 2010 soll bereits im November eingebracht werden. Von den Reformen der konservativen Regierung soll die Anhebung des Renteneintrittsalters rückgängig gemacht werden, so dass man künftig schon wieder mit 50 Jahren in Rente gehen kann. (vin/ap)

Erstellt: 19.10.2009, 09:18 Uhr


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