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«Eines der erfolglosesten Treffen auf höchster Ebene»

Russland hat die Organisatoren des Klimagipfels in Kopenhagen scharf kritisiert. Ein Erfolg sei gar nicht möglich. Präsident Dmitri Medwedew reiste vorzeitig ab.

Unzufrieden: Dmitri Medwedew, Russlands Staatschef.

Unzufrieden: Dmitri Medwedew, Russlands Staatschef.
Bild: Keystone

Als einer der ersten Staatschefs hat der russische Präsident Dmitri Medwedew am Freitagabend die Klimagespräche in Kopenhagen verlassen. Dies teilte ein Sprecher des russischen Präsidialamts mit. Es handle sich um eines der «erfolglosesten Treffen auf höchster Ebene» überhaupt, sagte der unter anderem für Klimafragen zuständige Referent von Medwedew, Arkadi Dworkowitsch, nach Angaben der Agentur Interfax am Freitag. «Leider ist die Organisation so, dass eine Einigung gar nicht gelingen kann», sagte Dworkowitsch.

Medwedew selbst habe die schlechte Vorbereitung von Dokumenten für die Staats- und Regierungschefs kritisiert. «Im Grunde müssen die Führer hier selbst den Text schreiben und ihn auch noch redigieren», sagte Dworkowitsch. Es gebe allenfalls eine Chance, eine politische Erklärung abzugeben.

Jede Zeile wird gelesen und überarbeitet

«So etwas habe ich noch nie erlebt», beschreibt Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva das zähe Feilschen auf höchster Ebene um ein Klimaabkommen. Er habe viel Erfahrungen mit Verhandlungen, verweist Lula auf seine Vergangenheit als Gewerkschaftsführer. Zu dem chaotischen Finale der Uno-Klimakonferenz sei es nur gekommen, «weil wir vorher nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit gearbeitet haben», schimpft der Brasilianer.

«Ich habe noch nicht viele Versammlungen von Staats- und Regierungschefs erlebt, in der Zeile für Zeile Textarbeit geleistet wird», sagte der deutsche Umweltminister Norbert Röttgen. Er spricht von «einer neuen Qualität der internationalen Beziehungen».

In der Tat ist das Bild aussergewöhnlich: Obama, Merkel und die Vertreter Sudans oder Grenadas, wie sie sich gemeinsam über einen Text beugen und einzelne Worte oder gar Kommata diskutieren. Die EU-Gipfel-erfahrenen Europäer haben dabei einen Vorteil, für Vertreter anderer politischer Kulturen handelte es sich eher um Grenzerfahrung. Aber auch die Chinesen lassen sich offensichtlich auf das Verfahren ein, obwohl sie eigentlich zunächst gar keinen Extra-Text jenseits der normalen Uno-Papiere wollten.

(vin/sda/ap/)

Erstellt: 18.12.2009, 23:42 Uhr

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