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Eine Bedrohung für Europa

Aktualisiert am 26.04.2010

24 Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl ist die Hülle um den Reaktor brüchig geworden, und die Arbeiten für einen neuen Sarkophag hinken dem Zeitplan hinterher.

1/14 Nach der Katastrophe vom 26. April 1986 musste die ganze Region rund um die ukrainische Stadt Tschernobyl evakuiert werden. Dieses jetzt von Englishrussia.com publizierte Luftbild zeigt einen fluchtartig verlassenen Autofriedhof bei Pripjat.
Bild: Englishrussia.com

   

Am 24. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl hat der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch vor einer andauernden Gefahr durch den explodierten Atomreaktor gewarnt. Tschernobyl sei eine Bedrohung nicht nur für die Ukraine, sondern für das gesamte Europa und für Russland, sagte Janukowitsch am Montag.

Rund zwei Millionen Menschen leiden nach seinen Angaben unter den Folgen der freigewordenen Strahlung nach dem bislang schwersten Unglück bei der zivilen Nutzung der Atomkraft am 26. April 1986.

Die bisherige Hülle um den Reaktor ist brüchig geworden, und die Arbeiten für einen neuen Sarkophag hinken dem Zeitplan weit hinterher. Janukowitsch sagte den Opfern der Katastrophe am Montag eine bessere medizinische Versorgung zu. Ministerpräsident Mikola Asarow versprach unter anderem höhere Pensionen für die Betroffenen.

Alles verloren

Serhij Krasilnikow, ein ehemaliger Arbeiter in Tschernobyl, erklärte, die Politik mache immer wieder Versprechungen, «aber sie lügen immer». Die Menschen hätten mit dem Tschernobyl-Unglück alles verloren, sagte er.

Die Katastrophe hat laut offiziellen Angaben in den darauffolgenden zwei Monaten 31 Menschen das Leben gekostet. Nach UN-Schätzungen werden an den Folgen rund 9'300 Menschen sterben, die Umweltschutzorganisation Greenpeace geht von zehn Mal so vielen Opfern aus.

Riesige Strahlendosis

Kurz nach dem Unfall zogen 90'000 Arbeiter fieberhaft einen Sarkophag aus Stahlbeton um den Reaktor hoch, sie mussten sich stellenweise vor einer zweimillionenfach erhöhten Strahlendosis schützen. (jak/sda)

Erstellt: 26.04.2010, 19:42 Uhr

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