«Die Linke ist weiter auf dem Vormarsch»

Aktualisiert am 13.03.2010

Der Chef der Linkspartei, Oskar Lafontaine, will auch auf der bundespolitischen Ebene weiter mitmischen. Und er hofft auf Erfolge bei den kommenden Wahlen.

In seinem Element: Lafontaine im September 2009 bei einer Rede in Berlin vor der Bundestagswahl.

In seinem Element: Lafontaine im September 2009 bei einer Rede in Berlin vor der Bundestagswahl.
Bild: Keystone

«Wenn die politische Konkurrenz hofft, ich sei ganz von der Bildfläche verschwunden, irrt sie», sagte Lafontaine der «Sächsischen Zeitung». Die Krebs-Operation habe er gut überstanden: «Bis jetzt verläuft der Heilungsprozess normal.» In gewissen Abständen werde nun kontrolliert, ob noch etwas geblieben sei. «Die erste Nachuntersuchung ergab: Alles im Normbereich», wurde er zitiert. Natürlich sei die schwere Operation ein Einschnitt gewesen. Er lebe aber jetzt wie vorher und ohne grössere Beeinträchtigungen.

Selbstverständlich, so Lafontaine weiter, werde er seine Aufgaben als Fraktionsvorsitzender der Linken an der Saar über die ganze Wahlperiode erfüllen. «Aber ich werde mich wie bisher auch auf Bundesebene in die grundsätzlichen politischen Debatten einschalten. Das erwartet man auch von mir. Die Linke ist schneller zu dem notwendigen Korrekturfaktor der deutschen Politik geworden, als wir es vor vier Jahren erwarten konnten», fügte er hinzu. Er werde sich jetzt im Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen engagieren.

«Wir brauchen Lafontaines Rat nach wie vor»

Wenn er ab Mai nicht mehr Parteivorsitzender sei, werde er natürlich nicht mehr so häufig an Sitzungen und nicht mehr so viel an Pflichtterminen teilnehmen, kündigte Lafontaine an. «Aber ich will zusammen mit Gregor Gysi und der neuen Führung dazu beitragen, dass die Linke weiter so erfolgreich ist.»

Die designierten Vorsitzenden der Linkspartei, Gesine Lötzsch und Klaus Ernst, erwarten auch nach ihrer Wahl eine Einmischung ihres bisherigen Parteivorsitzenden in das Geschehen der Partei. «Wir erwarten selbstverständlich von Oskar Lafontaine, dass er sich weiterhin in die programmatische Debatte einmischt», sagte Lötzsch der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Ernst sagte: «Wir brauchen Lafontaines Rat nach wie vor.»

Hoffnung auf Erfolg in Nordrhein-Westfalen

Dass die Linkspartei aufgrund ihrer innerparteilichen Auseinandersetzungen noch scheitern könnte, glaubt Lafontaine nach eigenen Worten nicht: «Trotz der überflüssigen Auseinandersetzungen liegt die Linke weiter stabil bei elf, zwölf Prozent. Die Chancen, in den Landtag von NRW einzuziehen, stehen gut. Die Linke ist weiter auf dem Vormarsch», sagte er der Zeitung.

Allerdings versuche SPD-Chef Sigmar Gabriel, «die Ausgrenzungsstrategie gegenüber der Linken fortzusetzen, was Zweifel an seiner politischen Urteilsfähigkeit aufkommen lässt». SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft vermeide ein Bekenntnis zu Rot-rot-grün: «Leider spricht vieles dafür, dass die Grünen mit ihrer heimlichen Vorliebe für die CDU mit Rüttgers eine Regierung bilden», sagte Lafontaine, «deshalb sagen wir: Jeder, der eine Veränderung der Politik in NRW will, muss die Linke wählen.» (raa/ddp)

Erstellt: 13.03.2010, 22:34 Uhr

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