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Der Umzug eines Sonnenkönigs

Von Nina Merli. Aktualisiert am 16.11.2011 2 Kommentare

Berlusconi hat seinen Regierungssitz bereits räumen lassen. Unter der Zügelware sind viele Kunstwerke – kostbare Leihgaben –, wie etwa eine Büste des Kaisers Nero, dem zahlreiche Verbrechen angelastet wurden.

1/9 Nur der Eindruck zählt: Silvio Berlusconi während einer Pressekonferenz in der Sala delle Galere – mit dem Bild (eine Reproduktion von Francesco Borganis «Attila e Papa Leone») wollte Berlusconi die Journalisten beeindrucken, heisst es. (13.11.2009)
Bild: Reuters

   

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Der zurückgetretene Silvio Berlusconi hat den Regierungssitz räumen und seine persönlichen Sachen in seinen privaten römischen Wohnsitz, den Palazzo Grazioli, zügeln lassen. Zum Hausrat gehören nebst persönlichen Gegenständen viele kostbare Kunstwerke, die der Ex-Premier im Laufe der Jahre aus verschiedenen Sammlungen geliehen hatte, um den Regierungssitz zusätzlich zu verschönern. Denn der noble Palazzo Chigi war Silvio Berlusconi nicht pompös genug.

Palazzo Chigi, ein edler römischer Palast, wurde von 1578 bis 1587 im Auftrag der wohlhabenden Adelsfamilie Aldobrandini erbaut. Seit 1961 ist er der Amtssitz des italienischen Ministerpräsidenten. Schon bei seinem ersten Einzug 1994 entschied sich der Premier, den Palast teilweise erneuern zu lassen. Dazu engagierte er den Wohndesigner Giorgio Pes, der für die Ausstattung des Filmes «Der Leopard» von Luchino Visconti zuständig war.

Wie in den guten alten Zeiten

Doch schon kurze Zeit nachdem Pes einige Räume des Palastes nach Berlusconis Vorstellungen renoviert hatte, musste der Premier seinem Nachfolger Lamberto Dini Platz schaffen. Als Silvio Berlusconi 2001 in den Palazzo Chigi zurückkehrte, äusserte er mehrmals den Wunsch, dem Palast wieder «den alten Glanz verschaffen» zu wollen. Damit meinte er die Ära Chigi, als der Palast 1659 von der adligen Bankiersfamilie Chigi gekauft und mit kostbaren Kunstwerken ausgestattet wurde. Als Premier liess er den Verwalter des Nachlasses der Chigi-Erben kommen und bat ihn, den Palast mit den ursprünglichen Kunstwerken, Skulpturen und Wandteppichen aufzuwerten. Wie viel der Ex-Premier für die Leihgaben bezahlte, ist laut der Tageszeitung «La Repubblica» unklar.

Mit der Übergabe des Sitzes an den neuen Premier, wird eine Büste des Kaisers Nero entfernt werden, die Berlusocni vor den Eingang der Sala delle Galere (wo er jeweils die Pressekonferenzen hielt) stellen liess. Dieser Raum war dem ehemaligen Regierungschef ohnehin sehr wichtig, denn es war sein Fenster zur Medienwelt, und diese galt es zu beeindrucken. Dies tat er mit einer Reproduktion des Raffael-Kunstwerkes «Attila e Papa Leone», welches er nun einem Museum zurückgeben muss. Genauso wie zwei kostbare Skulpturen von Bartolomeo Cavaceppi. Trennen musste sich Berlusconi von einem vergoldeten Bronze-Kandelaber, der aus der Wurst-Sammlung des Nationalmuseums in Rom stammt. Das Stück galt als ein persönlicher Glücksbringer des Ex-Premiers.

Gastgeschenke als Souvenir

Dafür hat er Gastgeschenke aus seiner Amtszeit mitnehmen dürfen. An zwei Präsenten soll der abtretende Regierungschef Silvio Berlusconi offenbar ganz besonders hängen: an einem kasachischen Krummsäbel und an einer chinesischen Ming-Vase. Er habe die Stücke ausgewählt, weil er mit ihnen sehr persönliche Erinnerungen verbinde, berichtete «La Repubblica». Als Berlusconi beispielsweise die Ming-Vase geschenkt bekam, schockierte er die anwesenden chinesischen Diplomaten zunächst, indem er so tat, als gleite ihm das wertvolle Stück aus den Händen. «Ich mag die Blumen darauf, aber beim nächsten Mal hätte ich gern eine mit Kamasutra-Darstellungen», sagte er daraufhin flapsig in Anspielung auf die Handschriften mit erotischen Abbildungen, die allerdings indischen und nicht chinesischen Ursprungs sind.

(Mit Material der Nachrichtenagentur sda) (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.11.2011, 14:40 Uhr

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2 Kommentare

Anastasia-Margarita Tse-Iosseliani

16.11.2011, 22:05 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Ich mochte Berlusconi schon von Anfang an nicht. Aber er schafft es mir von Tag zu Tag immer unsympathischer zu werden. Antworten


ermes bernardi

16.11.2011, 15:15 Uhr
Melden 1 Empfehlung

silvio berlusconi wa 16 jahre gut ,und wenn er solange gut war dann ist er auch heute noch gut.er hat trotz den ansinnen solange italien weitergebracht ,nun ist super mario am ruder ,und wir werden sehen wie lange.er war übrigens nie besonders lange an anderen aufgaben.
es ist eben leichter die zweite geige zu spielen als die erste.
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