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Cern: Gericht glaubt nicht an die Vernichtung der Erde
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Die Richter in Karlsruhe haben eine Verfassungsbeschwerde gegen Versuchsreihen am europäischen Teilchenforschungszentrum CERN in Genf nicht zur Entscheidung angenommen. Die Klägerin befürchtet, dass in einem Beschleunigerring am CERN beim Zusammenprall kleinster Teilchen schwarze Löcher entstehen und damit die Erde zerstört wird. Wie das Bundesverfassungsgericht am Dienstag mitteilte, hat es aber keine Einwände gegen Entscheide des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen.
Dort hatte die Klägerin mit einem Eilantrag bereits erfolglos verlangt, dass Deutschland die Versuche stoppt. Die Frau ist Deutsche, lebt aber in Zürich. Der Sitz des CERN liegt im Kanton Genf.
Keine schlüssige Begründung
Zu der Anlage gehört der grösste Teilchenbeschleuniger der Welt - der «Large Hadron Collider» (LHC). Der 27 Kilometer lange Ringtunnel befindet sich etwa 100 Meter unter der Erdoberfläche und reicht bis nach Frankreich. Forscher lassen dort Teilchenstrahlen kollidieren, um neue Einblicke in die Entstehung des Universums zu gewinnen.
Kritiker des LHC befürchten, dass dabei winzige schwarze Löcher entstehen. Nach Ansicht der Karlsruher Richter hat die Klägerin nicht ausreichend dargelegt, warum sie durch die Tests in ihren Grundrechten verletzt wird. Ausserdem fehle eine schlüssige Begründung dazu, warum der von ihr befürchtete Schaden eintrete werde.
Physiker: «Absurd»
Die Grösse eines vermeintlichen Schadens - hier die Vernichtung der Erde - erlaube keinen Verzicht auf eine ordentliche Begründung. Es genüge nicht, «Warnungen auf ein generelles Misstrauen gegenüber physikalischen Gesetzen, also gegenüber theoretischen Aussagen der modernen Naturwissenschaft zu stützen», so die Richter.
Physiker halten es für ausgeschlossen, dass der LHC schwarze Löcher erzeugen und damit die Erde verschlucken könnte. «Die ganze Diskussion ist völlig albern und absurd», sagte David Gross, ein US- Physiknobelpreisträger, im Rahmen der jahrelangen Diskussion.
Wären die Befürchtungen berechtigt, hätte die Katastrophe längst stattfinden müssen: «Die Erde und der Mond sind aber noch da, obwohl es Kollisionen kosmischer Teilchen gibt, die noch viel energiereicher sind.» (sam/sda/)
Erstellt: 09.03.2010, 16:56 Uhr
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