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Böses Erwachen für Spaniens «Empörte»

Aktualisiert am 13.05.2012 48 Kommentare

Zum ersten Jahrestag ihrer Bewegung wollten Spaniens «Indignados» zeigen, dass sie noch da sind. Doch aus der grossen Platzbesetzung wurde nichts: Im Morgengrauen griff die Polizei ein.

1/5 Wecker in Kampfmontur: Ein Demonstrant liegt gefesselt auf der Puerta del Sol in Madrid. Die Polizei löste das Protestcamp in den frühen Morgenstunden auf. (13. Mai 2012)
Bild: Keystone

   

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Die spanische Polizei hat mehrere Kundgebungen von Anhängern der Protestbewegung der «Empörten» aufgelöst. In Madrid vertrieben die Beamten in den frühen Morgenstunden mehrere hundert Demonstranten vom Platz Puerta del Sol im Zentrum der Hauptstadt. Nach Polizeiangaben gab es 18 Festnahmen.

Die Sicherheitskräfte wollten mit der Aktion verhindern, dass die Demonstranten auf dem Platz wie vor einem Jahr eine Zeltstadt errichten. Auch in den Städten Valencia, Cádiz und Palma de Mallorca löste die Polizei nächtliche Kundgebungen auf.

Immer noch da

Gestern hatten Zehntausende Menschen im ganzen Land gegen die Spar- und Finanzpolitik ihrer Regierung protestiert. In Barcelona demonstrierten rund 20'000 Menschen im Stadtzentrum. Insgesamt fanden Proteste in rund 80 spanischen Städten statt. Mit der Serie von Protesten und Kundgebungen in verschiedenen Städten erinnerten sie an die Entstehung der Bewegung vor einem Jahr.

Zu Trommelklängen riefen die Menschen in Madrid Slogans wie «Sie (die politische Klasse) vertritt uns nicht» oder «Nehmt die Strasse ein». Vier Tage lang wollten die Demonstranten auf dem Platz, auf dem vor einem Jahr die Bewegung entstand, eine «permanente Versammlung» abhalten. «Es ist wichtig zu zeigen, dass wir immer noch da sind», sagte eine 23-jährige Demonstrantin. Die Behörden hatten jedoch eine ständige Besetzung des Platzes verboten und im Voraus gefordert, dass die Demonstrationen jeden Abend um 22.00 Uhr endet.

Jeder Vierte arbeitslos

Die Menschen protestieren gegen die Politik des konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy. Dieser will mit rigorosen Massnahmen im laufenden Jahr mehr als 27,3 Milliarden Euro einsparen, vor allem in den Bereichen Bildung und Gesundheit. Erst Ende April kündigte die Regierung an, die Bildungsausgaben um drei Milliarden Euro kürzen zu wollen.

Spanien wurde von der Finanzkrise hart getroffen. Die Arbeitslosigkeit liegt in dem Land derzeit bei 24,4 Prozent. Bei den Jugendlichen unter 25 ist sogar jeder Zweite ohne Arbeit. Die «Empörten» planen bis zum 15. Mai, dem Jahrestag ihrer Gründung, zahlreiche Proteste.

Nicht nur in Spanien

In Portugal gingen ebenfalls mehrere Tausend Menschen auf die Strasse. In der Hauptstadt Lissabon versammelten sich am Abend 2000 Demonstranten. Weitere Proteste fanden in den Städten Porto, Coimbra und Faro statt. Portugal wurde wie das Nachbarland Spanien von der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise schwer getroffen. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 15 Prozent.

In London kam es bei einem Protestmarsch der kapitalismuskritischen «Occupy»-Bewegung zu Ausschreitungen, worauf die Polizei elf Menschen verhaftete. Insgesamt demonstrierten gestern rund 300 Menschen im Londoner Finanzdistrikt und vor der Börse und versuchten unter anderem, Zelte vor der Bank of England aufzuschlagen, wie die Polizei mitteilte. Mit dabei waren auch Mitglieder der spanischen Bewegung der «Empörten».

Mini-Demonstrationen fanden zudem in Zürich und Frankfurt statt. Am Paradeplatz war es nur ein knappes Dutzend Leute, vor der Frankfurter Börse an die 50. (ami/kle/sda/AFP)

Erstellt: 13.05.2012, 11:28 Uhr

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48 Kommentare

urs bauer

13.05.2012, 06:10 Uhr
Melden 104 Empfehlung 0

Wer glaubt dass die Regierung für die Bürger arbeitet der irrt sich aber gewaltig. Spanien ist jetzt schon auf den Spuren von Griechenland. Portugal, Italien, Frankreich werden folgen.
Das Geldsystem das für wenige Menschen den Reichtum bringt ist am ENDE. Es wird Zeit ein gerechtes und für jeden Menschen nützliches Geldsystem ein zu führen. Was wir jetzt haben wird wie 1930-bis 1945 enden.
Antworten


Karl von Bruk

13.05.2012, 03:32 Uhr
Melden 34 Empfehlung 0

Solange nur Minderheiten (zB Verdingkind-, Leer-, und Wehrsklaven, Apartheidopfer, Invalide, (echte!) Witwen usw. pp) entrechtet, enteignet und versklavt werden, kann deren Missbrauch weit getrieben werden. Wer aber auch der Masse der Lohnsklaven und Rentenabhaengigen und sogar den klein"selbstaendigen" Immobilienhai- und Baenkstersklaven die Existenz klaut, riskiert Evolution wenn nicht gar Revol Antworten



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