Abhörskandal: Neue schockierende Fälle
Aktualisiert am 07.07.2011 6 Kommentare
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Der Abhörskandal um die britische Boulevardzeitung «New of the World» weitet sich aus. Möglicherweise seien auch die Angehörigen von im Einsatz getöteten britischen Soldaten abgehört worden, berichtete die Zeitung «The Telegraph». Dem Bericht zufolge verfügte der Privatdetektiv, der im Mittelpunkt des Skandals steht, über die persönlichen Daten der Hinterbliebenen von Soldaten, die im Irak oder in Afghanistan getötet wurden. Der Verlag News International des Medienunternehmers Rupert Murdoch zeigte sich «absolut entsetzt», sollten sich die Berichte bewahrheiten, wonach «News of the World» Nachrichten angezapft habe, die für die Hinterbliebenen toter Soldaten bestimmt waren.
Premierminister David Cameron hatte Untersuchungen der Vorwürfe gefordert. Murdoch hat beteuert, sein Unternehmen werde bei den Ermittlungen «vollständig und proaktiv» mit der Polizei zusammenarbeiten. Die oppositionelle Labour-Partei forderte inzwischen den Rücktritt der Chefin von News International, Rebekah Brooks. Sie war zur Zeit der Abhöraktionen Chefredakteurin bei «News of the World». Der Zeitung «The Times» zufolge steht die Festnahme von fünf Mitarbeitern von «News of the World» wegen des Abhörskandals kurz bevor.
Prominente abgehört
Im Mittelpunkt des Abhörskandals steht die zum Murdoch-Konzern News International gehörende «News of the World». Das Blatt soll unter anderem die Telefone von Prominenten wie beispielsweise Sienna Miller und Mitgliedern des Königshauses angezapft haben, um so an Storys über ihr Privatleben zu kommen. Die Affäre beschäftigt Grossbritannien seit Jahren, wegen der illegalen Aktionen wurden 2007 bereits ein Journalist und ein Privatermittler verurteilt.
In den vergangenen Tagen kamen neue Einzelheiten ans Tageslicht. Journalisten der Zeitung könnten demnach auch Telefongespräche von Angehörigen der Opfer der Terroranschläge auf die Londoner U-Bahn 2005 abgehört haben. Graham Foulkes, dessen Sohn David bei den Anschlägen ums Leben kam, sagte der BBC, die Vorstellung, dass seine Anrufe mitgehört worden seien, sei «einfach entsetzlich». Nach Polizeiangaben könnten auch die Handys der Eltern von zwei im Jahr 2002 in Ostengland ermordeten zehnjährigen Mädchen geknackt worden sein.
Polizei in die Irre geführt
Zuvor war bereits bekannt geworden, dass im Auftrag der Zeitung 2002 auch das Handy eines verschwundenen und später ermordeten Mädchens geknackt wurde. Journalisten des Blattes hörten die Mailbox der 13-jährigen Milly ab, auf der Eltern und Verwandte immer verzweifeltere Nachrichten hinterliessen. Als die Mailbox voll war, sollen die Journalisten sogar einige Nachrichten gelöscht haben, um Platz für neue zu schaffen. Die Eltern und die Polizei hatten dies damals als Zeichen gewertet, dass das verschwundene Mädchen noch am Leben sei. Die Leiche der 13-Jährigen wurde sechs Monate später in einem Wald gefunden. (jak/AFP)
Erstellt: 07.07.2011, 07:13 Uhr
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6 Kommentare
Mitschuldig sind Alle, die für solchen Mist ihr Geld ausgeben. Wer erinnert sich noch an Prinz Charles und das Tampon der Camilla? Auch Schweizer Blätter druckten diese privatesten Telefongespräche gierig ab. Sich jetzt zu entrüsten, ist etwas heuchlerisch. Davon leben Boulevardzeitungen eben. Antworten
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