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17'000 Ex-Stasi-Mitarbeiter in deutschen Behörden?

Irgendwo müssen sie ja heute arbeiten, die früheren Angestellten bei der DDR-Staatspolizei. Aber bitte nicht beim Staat, so die Kritik. Neuste Zahlen schrecken Deutschland auf.

Heikler Seitenwechsel: Früher Bürger belauscht, heute normaler Beamter.

Heikler Seitenwechsel: Früher Bürger belauscht, heute normaler Beamter.

Rund 17'000 frühere Beschäftigte des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sollen trotz Prüfungen im öffentlichen Dienst ostdeutscher Landesverwaltungen verblieben sein, heisst es in einem Bericht der «Financial Times Deutschland».

Die Debatte um eine bisher unbekannt hohe Zahl von ehemaligen Stasi-Mitarbeitern war vergangene Woche entbrannt, als bekannt geworden war, dass im Landeskriminalamt Brandenburg rund 100 ehemalige Offiziere der früheren DDR-Staatssicherheit arbeiten sollen. Das Innenministerium in Potsdam bestätigte nur 58 Fälle.

Ex-Stasi-Mann in Merkel-Team

Das Bundeskriminalamt (BKA) seinerseits hatte nach der Wende 48 hauptamtliche Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit übernommen, wie am Mittwoch bestätigt wurde. 23 davon sind nach Angaben des BKA noch immer bei der Behörde tätig, zwei im gehobenen Kriminaldienst.

Einer von ihnen gehört laut BKA zum Personenschutzkommando von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er arbeitet nach Angaben aus Regierungskreisen aber nicht im unmittelbaren Umfeld der Bundeskanzlerin und gehört nicht zu ihren Leibwächtern.

Für Opferverband ein «Skandal»

Die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) hält die Beschäftigung ehemaliger Stasi-Mitarbeiter im Bundeskriminalamt für einen «Skandal erster Güte». «Es ist ein Schlag ins Gesicht der Stasi-Opfer, dass ausgerechnet die Täter von einst in sensible Bereiche übernommen wurden», erklärte VOS-Sprecher Ronald Lässig.

«Die Beschäftigung im öffentlichen Dienst an sich ist noch nicht das Problem», sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Stephan Hilsberg der «Mitteldeutschen Zeitung» vom Donnerstag. «Das Problem ist, in welchen Positionen sie da landen.» Wenn sie wie in Brandenburg in Leitungspositionen arbeiteten, sei das nicht hinnehmbar. (cpm/sda/)

Erstellt: 09.07.2009, 11:18 Uhr

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