Nordkorea: US-Militär meldet fehlgeschlagenen Raketenstart

Nach US-Angaben hat Nordkorea eine Mittelstreckenrakete getestet. Das kommunistische Land warnt , dass die USA «einen hohen Preis» für ihr feindseliges Verhalten zahlen werden.

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Inmitten der Vorbereitung neuer UN-Sanktionen gegen Nordkorea hat das kommunistische Land eine Mittelstreckenraktete getestet. Die ballistische Rakete vom Typ Musadan sei aber am Samstag erfolglos abgeschossen worden, teilte das US-Militär mit. Ein Pentagon-Sprecher kritisierte den Test als «Provokation» und versicherte, die USA seien darauf vorbereitet, sich und ihre Verbündeten zu verteidigen.

Das Strategische Kommando der US-Armee (US-Stratcom) registrierte den fehlgeschlagenen Raketenstart nach eigenen Angaben um 12.03 Uhr Ortszeit. Er ereignete sich demnach in der Stadt Kusong im Nordwesten Nordkoreas. Für Nordamerika habe keine Gefahr bestanden, hiess es weiter.

Reichweite von bis zu 4000 Kilometern

Normalerweise werden derartige Raketentests binnen Stunden oder auch Minuten vom südkoreanischen und vom US-Militär gemeldet. Dieses Mal erfolgte die Erklärung des US-Stratcom aber deutlich später und es gab zunächst keine Bestätigung durch Südkorea.

Nordkorea hatte die Musudan-Rakete erstmals im Oktober 2010 bei einer Militärparade in Pyongyang präsentiert. Sie hat theoretisch eine geschätzte Reichweite zwischen 2500 und 4000 Kilometern. Bei der Reichweite von 4000 Kilometern könnte sie den US-Stützpunkt auf der Insel Guam im Westpazifik erreichen, ansonsten zumindest jegliche Ziele in Südkorea und Japan.

Verletzung von UN-Resolutionen

Nach fünf gescheiterten Tests war Nordkorea im Juni der erfolgreiche Abschuss einer Musudan-Rakete gelungen. Sie flog 400 Kilometer weit ins Japanische Meer. Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un feierte dies als Beweis, dass sein Land US-Stützpunkte im Pazifik treffen könne.

Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Gary Ross, erklärte in Washington, der Test vom Samstag sei eine klare Verletzung von UN-Resolutionen gegen Nordkorea. «Diese Provokation führt nur dazu, die Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft zu verstärken, verbotenen Aktivitäten (Nordkoreas) entgegenzuwirken.» Die USA seien weiter «vorbereitet, uns und unsere Verbündeten gegen jeden Angriff oder jede Provokation zu verteidigen», versicherte der Pentagon-Sprecher.

USA wird «einen hohen Preis zahlen»

Nachdem Nordkorea im September seinen fünften und bislang stärksten Atomwaffentest vorgenommen hatte, berät der UN-Sicherheitsrat derzeit über weitere Sanktionen gegen Pyongyang. Nach Einschätzung von Experten aus den USA und Südkorea könnte das international isolierte Land bereits unmittelbar vor seinem nächsten Atomwaffentest stehen. In diesem Jahr gab es ausserdem trotz Verbots bereits rund 20 Raketentests in Nordkorea.

In den nordkoreanischen Staatsmedien war am Samstag keine Rede von einem neuen Raketentest. Allerdings verbreitete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA eine Mitteilung des nordkoreanischen Aussenministeriums, in dem die USA gewarnt wurden, sie würden «einen hohen Preis» für ihr feindseliges Verhalten zahlen, das «die Würde der höchsten Führung verletzt» habe.

Der bald aus dem Amt scheidende US-Präsident Barack Obama «wird die Bedeutung des Preises verstehen, bevor er das Weisse Haus verlässt», erklärte ein Ministeriumssprecher laut KCNA. (foa/AFP)

Erstellt: 16.10.2016, 04:10 Uhr

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