Zwischen Karzai und Holbrooke fliegen die Fetzen
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Dies berichteten der US-Fernsehsender CNN, der britische Radiosender BBC und die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf US-Regierungsbeamte.
Der US-Diplomat habe nur einen Tag nach der Wahl grosse Bedenken wegen mutmasslicher Fälschung von Wahlzetteln und anderen Manipulationen geäussert, hiess es bei der BBC. Holbrooke habe erklärt, eine Stichwahl würde dem Wahlergebnis mehr Glaubwürdigkeit verleihen.
Karzai, der ebenso wie sein grösster Herausforderer, der frühere Aussenminister Abdullah Abdullah, am Tag nach der Wahl den Sieg für sich beansprucht hatte, habe wütend reagiert.
Ein US-Beamter sagte gegenüber CNN über das Treffen: «Es gab ein Hin und Her über bestimme Themen. Wir leugnen das nicht.» Das Treffen sei «schwierig» und «sehr hart» gewesen.
Allerdings sei Holbrooke nicht aus dem Raum gestürmt. Das Essen, bei dem der Streit stattfand, habe «freundschaftlich» geendet. Gemäss AFP ist Holbrooke auch mit anderen Kandidaten zusammengekommen.
Stichwahl wahrscheinlich
Bislang sind erst ein kleiner Teil der Ergebnisse der Wahl vom 20. August offiziell ausgezählt. Wie die internationale Prüfkommission am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärte, liegt nach denen Karzai mit einem Wähleranteil von knapp 45 Prozent fast 10 Prozent vor Abdullah.
Das Endergebnis wird für Mitte September erwartet. Wenn kein Kandidat 50 Prozent der Stimmen erreicht, wird eine Stichwahl der beiden Erstplatzierten nötig.
Immer mehr Wahlbeschwerden
Nach Angaben der Kommission reisst der Strom der Beschwerden nicht ab. Die Behörden erhielten demnach inzwischen über 2200 Eingaben, von denen sie 270 sie als potenziell schwerwiegend einstufte.
Sollten sich diese als richtig herausstellen, «könnte dies wesentliche Auswirkungen auf den Ausgang haben», hiess es. Von den insgesamt 2207 Beschwerden seien 984 bislang ausgewertet worden.
Inhaltlich zeichnete sich eine grosse Bandbreite ab: So war von schlechter Tinte, von Einschüchterung und Beschuldigungen von Wahlhelfern die Rede. Die Prüfstelle, die zum Teil von der Uno besetzt wurde, betonte, dass nach wie vor Beschwerden eingingen. (bru/sda)
Erstellt: 28.08.2009, 19:26 Uhr
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