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Wer hat Angst vor Ahmadinejads Drohne?
Aktualisiert am 26.08.2010 34 Kommentare
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Ahmadinejad stellte das vier Meter lange, unbemannte Flugobjekt am Sonntag vor. (Video: Reuters )
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Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad war sichtlich stolz, als er am Wochenende auf einer Bühne der Malek-Ashtar University in Teheran die neue Drohne enthüllte. Der Effekt war gewaltig. Medien rund um den Globus berichteten darüber. Das «Wall Street Journal» titelte auf der Frontseite düster: «Iranians Roll Out Unmanned Bomber».
Ahmadinejad stellte das vier Meter lange, unbemannte Flugobjekt mit folgenden Worten vor: «Der Jet ist Botschafter des Todes für die Feinde der Menschheit und hat auch eine Botschaft des Friedens und der Freundschaft.» Über technische Details der Karrar («Stürmer» auf Farsi) wurden allerdings keine Angaben gemacht. Das hat nun das amerikanische Magazin «Time» nachgeholt und dazu Experten befragt. Das Magazin stellt eine beträchtliche Kluft zwischen Rhetorik und Leistung fest.
«Botschafter des Unmündigen»
Richard Aboulafia – er war lange in der Raumfahrtindustrie tätig – spottet, die Drohne müsste eigentlich treffender «Botschafter des Unmündigen» heissen. Der Iran habe nicht die Fähigkeit, die Drohne über eine lange Distanz steuern zu können. Dazu fehlten die richtigen Sensoren am Objekt selber, aber auch hochentwickelte Kontrollstationen am Boden. Die Drohne stelle überhaupt keine Bedrohung dar.
Die Drohne selber ist nur die Spitze des Eisbergs einer hochkomplexen Technologie. Viel wichtiger ist die Satellitenkommunikation, welche die Drohne ins Kampfgebiet manövriert und das Flugobjekt nachher wieder sicher heimgeleitet. Kommt hinzu: Die Erfahrung mit Drohnen zeigt, dass sie die meiste Zeit über Territorien eingesetzt werden, welche die Amerikaner und ihre Verbündeten kontrollieren. Wenn man sie allerdings in Feindesland steuert, «fallen sie vom Himmel wie Regen», sagt Dave Deptula, Lieut. General bei der U.S. Air Force. Das passiert sogar mit den amerikanischen Drohnen, und die sind hoch entwickelt. Der Militärexperte Kenneth Katzman zieht ein klares Fazit: «Die (iranische) Drohne ist militärisch praktisch wertlos.»
Israel unerreichbar
Die goldfarbene Drohne besitzt nur ein einziges Turbojet-Triebwerk. Sie kann eine Bombe mit einem Maximalgewicht von 200 Kilogramm befördern und hat eine Reichweite von ungefähr 960 Kilometern. Damit bleibt Israel unerreichbar.
Doch, wie das «Time»-Magazin schreibt, mache sich der Iran sowieso keine Gedanken um die Realität, es gehe Ahmadinejad und seinen Generälen nur um den Eindruck, den sie beim eigenen Volk hinterlassen.
Gestern hat der Iran nach eigenen Angaben mit Erfolg eine neue Version einer Kurzstreckenrakete getestet. Die verbesserte Version der Rakete «Fateh-110» werde den Streitkräften im September übergeben, erklärte Verteidigungsminister General Ahmad Vahidi.
Auch die «Fateh», was auf Farsi und Arabisch Eroberer bedeutet, ist eine iranische Eigenentwicklung. Die Boden-Boden-Rakete hat eine Reichweite von fast 200 Kilometern. Verbessert wurde den Angaben zufolge unter anderem die Zielgenauigkeit. Wirklich? Vielleicht sollte man auch dieses Kriegsgerät etwas näher unter die Lupe nehmen. (bru)
Erstellt: 26.08.2010, 16:09 Uhr
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34 Kommentare
Aus der Ferne betrachtet ist dies alles nur Propaganda von Iran und Gegenpropaganda vom Westen bzw USA. Es wird Krieg geben, früher oder später. Ich hoffe sehr, dass dies nicht passieren wird. Wer sich aber ausserhalb der "Standartmedien" informiert kann die Zeichen erkennen, Sie mehren sich seit Monaten. Glücklicherweise verbreiten unsere Medien nicht alle Propaganda weiter! Antworten
Die Hetzereien gegen den Iran geben mir zu denken. War es in Ordnung als der Westen den Schah unterstützte, Saddam gegen Iran (auch mit Giftgas) aufrüstete, ein Zivilflugzeug herunterholte??? Iran hat gelernt ,sich wirksam zu verteidigen, während dem "der Westen" zunehmend in der Dekadenz versinkt und sich anmasst sein "doppelmoraliges/scheinheiliges" Demoktatiemodell weltweit aufzudrängen. Antworten
Arroganz kann ein ganz schlechter Ratgeber sein. Es mag ja sein, dass die "Drohne" den Westen nicht erreicht, aber die nicht-vorhandenen Kampfflugzeuge (zumindestens bei der besten Armee der Welt) können sie auch nicht abschiessen. En Gstellte! Antworten
Nun Israel bleibt nicht unerreichbar wenn sie die Drohne vom Libanon aus starten und von den dortigen Bergen aus steuern. Alleine die Überlegenheit in der Elektronischen Kriegsführung wird Israel helfen, sie müssen ihren Feinden immer zwei Schritte voraus sein. Leider will der (fundamentalistische) Islam keinen Frieden sondern will zuerst Israel vernichten und dann den Westen unterwerfen. Antworten
Also ich habe keine Bedenken......bis jetzt haben immer die Amerikaner andere Länder abgegriffen. Auch bei einem Präsidenten Bush war mir nicht sehr wohl zu wissen, dass er die Atombombe hat. Gleiche Rechte für alle...wer entscheidet eigentlich wer darf und wer nicht? Was sind die Kriterien? Antworten
Bevor sich Ahmadinejad um den Westen kümmert, gehts zuerst mal ins gelobte heilige Land.. Aber die werden sich davor hüten und keinen Finger krum machen, weil dann ruckzug die Nato über Jahrzehnte das Land übernimmt. warum nimmt sich der Westen immer als "mr. Wichtig"? Antworten
Herr Harald. Wenn ich fragen darf: was meinen sie mit dem Wort "UNS"? Die EU? Die USA? Oder die Schweiz? März und sich selber? Ja, dann auf... melden sie sich doch für die Green Card und steigen bei den USA ins Kriegsgeschäft ein. Ansonsten abwarten und zuschauen und dabei Fondue essen. Antworten
Ach ja, der Iran! Hat laufend, allein in den letzten 100 Jahren mehr als 100 Mal, andere Länder angegriffen und eingeäschert und baut jetzt auch noch Drohnen! Und dann die "Kenntnisse", die westliche Staaten über diese Drohnen erlangt haben! Die bauen da nur Schrott! Genau deshalb wollen wir ja auch "Fachkräfte" von dort anwerben. Damit sie diesen Schrott hier bei uns bauen! Geht es noch? Antworten
Was der Iran hier produziert ist sicherlich beunruhigend. Dennoch finde ich eine solche Art der Berichtserstattung nach dem amerikanischem Propagandamuster nicht nur einfach tendenziös; für eine Schweizer Tageszeitung halte ich solche Darstellungen für - gelinde ausgedrückt - befremdlich. Ich wünschte mir, der Verfasser dieses Artikels würde seine Masstäbe auch für Amerika anwenden. Antworten
Diese ewigen Hetzereien gegen den Iran gehen mir langsam auf den Senkel! Es gibt nur wenige, die handfeste Interessen haben, einen Krieg gegen den Iran anzuzetteln. Doch in den Medien sieht es immer so aus, wie wenn es die Mehrheit wäre, was einfach so nicht stimmt. Aufpassen, wir haben gelernt aus den Gründen die gegen den Irak aufgetischt wurden! Antworten
Ein neuseeländischer Ingenieur, Bruce Simpson, hat bereits 2003 eine Drohne für 5000$ gebastelt, und wurde von den USA als Gefahr verstanden und entsprechend vom Geheimdienst schikaniert. Drohnen des Iran sind nicht à priori wirkungslos, ein einziger guter Ingenieur kann so etwas entwickeln. Antworten
Das Quartett Netanyahu, Yishai, Libermann und Barak können Ahmadinejad auf den Knien danken für dessen hohle aber laute Drohrhetorik. Er ist es der diesen Leuten die Regierungssitze garantiert, quasi Gratisablenkung vom Schlamassel, Skandalen, politischer Verluderung etc. im Innern Israels. Antworten
Der Iran hat in den letzten Jahren immer wieder "revolutionäre" Waffen präsentiert. Wohlgemerkt Waffen, aber keine Waffensysteme. Ob zudem die Kompetenz einer vernetzten Operationsführung überhaupt vorhanden ist, bleibt ebenfalls fraglich. Nadelstiche ja, aber operativ wirksame Kampagnen: eher nein. Es ist wohl so, dass die Iranische Armee lediglich ein starkes Image nach innen aufbauen will. Antworten
Das sind Marschflugkörper keine Drohne (Fahrgestell fehlt!). Also kommt die Distanz in etwa hin. Aber wen interessiert es was US-Militärexperten „meinen/glauben“. Im Irak wurde kein Atom-Biolabor gefunden, obwohl es DER Kriegsgrund war. Über 200 000 Tote und sogar ca 4500 eigene. Israel wird da unten mit seinen ca 75-400 (so genau weiss das keiner) Atombomben für Ruhe sorgen, wir hören es ja. Antworten
Danke für den Bericht. Der Iran ist ein riesiges autarkes Land mit einem enormen Erdölvorkommen. Weshalb sollte also der Iran überhaupt ein anderes Land angreifen. Mir scheint die martialische Rethorik Ahmedinejads völlig unlogisch. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass die USA/GBR/Israel ein Interesse daran haben den Iran auch zu kontrollieren. Antworten
@ Hans Harald: Wer ist WIR? Die USA, Israel, die EU oder gar die Schweiz? Und was sollen WIR machen? Alles Denkbare endet im Krieg. Wer will ihn verantworten? Wer will u.U. alleine an der Front stehen? Wer wird alles involviert? Bevor Sie also schreiben, die Welt schaue einfach zu, gebe es ein paar zwingede Fragen zu beantworten. Antworten
Im Moment ist diese Drohne des arabischen Hitzkopfes tatsächlich nur ein Spielzeug, doch in wenigen Jahren wird sich die Welt jeden Tag mit der potenziellen Gefährdung von Menschen und Ländern durch Raketen, dann jedoch treffsichere, von Extremisten jegwelcher Couleur leben müssen. Jeder gekränkte Staat oder Volksgruppe wird dann zur echten Bedrohung - darum - wehe dem der Wehe tut! Antworten
Ahmadinejads Aufschneiden mit den iranischen Eigenentwicklungen passt gut ins Gesamtbild, dass er der Aussenwelt vermittelt: Der Grossmachtsanspruch ist unverkennbar, die Realität jedoch noch etwas mickrig. Dennoch sind diese Ambitionen jetzt schon jahre- (oder jahrzehnte?)-alt. Die Nachbarn und Israel tun vielleicht doch gut daran, sich vorzusehen. Nicht jeder bellende Hund beisst nicht. Antworten
Mir ist sofort aufgefallen, dass das zu 100% ein Marschflugkörper und zu 0% eine Drohne ist. Dass dabei die (kleine) explosive Nutzlast noch aussen angebracht ist, ist schon fast ein Witz. Die kleinen Steuerflächen allein sprechen schon Bände. Zeigt das Niveau Irans, lamentabel! Antworten
… Und es ist natürlich gut, dass die Drohne Israel nicht erreichen kann, «militärisch praktisch wertlos» ist. Sie könnte ja Tod und Verderben nach Israel tragen - unvorstellbar für den Westen. Andersherum diskutiert man hier «Militärschläge» gegen den Iran, wohlwissend (weil beabsichtigt), dass in einem solchen Fall abertausende Iraner wohl über die Klinge würden springen müssen… Antworten
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James Lehm
@Peter Engeler. Sie können froh sein, dass sie in einer Demokratie leben. Im Iran... wie geht man da mit Kritikern um? Und wie mit Regimegegnern? Aber bei uns alles kritisieren... darf man schon... aber sie haben etwas an der Demokratie missverstanden. Jeder darf, muss aber nicht eine Meinung haben... Antworten