Ausland
Thaksin ist auch ein Montenegriner
Verfolgt die Proteste aus der Ferne: Thailands Ex-Ministerpräsident Thaksin Shinawatra.
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Der Milliardär ist 2008 vor einer Verurteilung zu einer zweijährigen Haftstrafe aus seiner Heimat geflohen. Die montenegrinische Polizei erklärte, Thaksin sei von Dubai kommend am Wochenende in Montenegro eingetroffen. Er habe die montenegrinische Staatsbürgerschaft und es gebe keine rechtliche Grundlage, ihn festzunehmen.
Die Polizei bestätigte damit erstmals entsprechende Berichte der thailändischen und einheimischen Medien. Demnach landete der ehemalige thailändische Regierungschef am vergangenen Samstag an Bord einer Privatmaschine aus Dubai kommend in dem Badeort Tivat an der Adriaküste.
Es ist unklar, wie Thaksin zur montenegrinischen Staatsbürgerschaft gelangt ist. Man munkelt, dass er sich den Pass mit dem Kauf der Insel Sveti Nikola vor Montenegro erworben hat. Daneben besitzt der ehemalige thailändische Ministerpräsident auch den Diplomatenpass von Nicaragua.
Thaksin war 2006 vom thailändischen Militär gestürzt worden. Seit 2008 hält sich der Milliardär mit seiner Familie vorwiegend in Dubai im Exil auf, um einer Haftstrafe wegen Korruption und Amtsmissbrauchs zu entgehen.
Proteste flauen ab
Währenddessen verlaufen die Oppositions-Proteste in der thailändischen Hauptstadt Bangkok offenbar im Sand. Zwar gaben die Anhänger Thaksins auch am Mittwoch nicht auf und kündigten für Samstag eine neue Demonstration für Neuwahlen an.
Tausende Anhänger des gestürzten Thaksin Shinawatra zogen bei strömenden Regen vor die Privat-Residenz von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva. Doch machte sich nach tagelangen Kundgebungen Müdigkeit breit. Von den bis zu 150'000 Demonstranten, die sich noch am Sonntag versammelt hatten, kehrten Zehntausende in ihre Dörfer zurück.
Weit weniger als eine Million
Der Polizei zufolge hielten sich am Mittwoch noch rund 40'000 Regierungsgegner in Bangkok auf - im Vergleich zu früheren Kundgebungen immer noch eine hohe Zahl. Die angestrebte eine Million an Demonstranten wurde in den vergangenen Tagen jedoch nicht annährend erreicht.
Erneut schütteten die Demonstranten Flaschen mit Blut aus, gesammelt unter den Anhängern der Bewegung. Damit wollen sie ihrer Forderung nach Neuwahlen Nachdruck verleihen. «Wir haben Abhisits Haus mit dem Blut des einfachen Volks gewaschen, um unseren Wunsch auszudrücken», sagte einer ihrer Anführer.
Die Blut-Proteste
Am Dienstag hatten sie bereits vor Abhisits Amtssitz Kanister voller Blut ausgekippt. Der Ministerpräsident hatte seine schwer bewachte Residenz am Freitag verlassen und hält sich seitdem in einer Militärbasis in Bangkok auf.
Vor der US-Botschaft versammelten sich ebenfalls Tausende Rot- Hemden. Sie verlangten Klarheit über Aussagen des stellvertretenden Ministerpräsidenten. Dieser hatte erklärt, die Regierung habe vom US- Geheimdienst Informationen über mögliche Sabotage-Akte im Zuge der Demonstrationen erhalten. (jak/ddp/)
Erstellt: 17.03.2010, 16:40 Uhr
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