Taliban lehnen Versöhnungsangebot ab

Aktualisiert am 07.02.2010

Afghanistans Präsident Hamid Karzai bekommt keine gute Kunde aus dem Lager der Aufständischen.

Die Versuche Karsais seien «zwecklos» und «absurd», erklärten die radikal-islamischen Taliban am Sonntag auf ihrer Internetseite «alemarah.info». Nicht zum ersten Mal wollten das Regime in Kabul und die «einfallenden Länder» der Weltöffentlichkeit Sand in die Augen streuen, indem sie Versöhnung ankündigen und in der Praxis Kriegsvorbereitungen träfen, hiess es in der in Englisch abgefassten Mitteilung.

Zudem stellten die afghanische Regierung und ihre Verbündeten Bedingungen, die einer Eskalation des Kriegs gleichkämen. Etwa werde gefordert, dass die Mudschaheddin ihre Waffen niederlegen, die Verfassung akzeptieren und der Gewalt abschwören müssten. Niemand könne dies als Versöhnung bezeichnen.

Geld für Ausstieg

Karzai hatte Ende Januar auf der Afghanistan-Konferenz in London erneut zur Aussöhnung mit den Taliban aufgerufen. Im Bemühen um eine Wende in Afghanistan sprachen sich bei dem Treffen auch die westlichen Regierungen dafür aus, kriegsmüden Mitläufern der Taliban die Hand zur Versöhnung zu reichen und ihnen gleichzeitig Geld anzubieten.

Die Taliban wiesen die Bedingungen Karsais als Aufruf zur Kapitulation zurück. Dieser sei vergeblich, da der Einfluss der Taliban-Kämpfer zunehme. Diese seien aber bereit, über ihre Ziele - etwa völlige Unabhängigkeit und die Schaffung einer islamischen Ordnung - zu verhandeln. (cpm/sda)

Erstellt: 07.02.2010, 09:10 Uhr

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