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Südkoreanisches Schiff sinkt nach möglichem Torpedoangriff

Aktualisiert am 26.03.2010

Das Kriegsschiff Cheonan ist am Freitagabend vor der Küste Südkoreas gesunken, bis zu 46 Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Die Behörden vermuten, dass ein Angriff Nordkoreas dahinter steckt.

Nach Angriff gesunken: Das Schiff Cheonan, hier im Vordergrund bei einer Feier im Juni 1995.

Nach Angriff gesunken: Das Schiff Cheonan, hier im Vordergrund bei einer Feier im Juni 1995.
Bild: Reuters

Ein südkoreanisches Kriegsschiff mit 104 Mann an Bord ist am Freitagabend möglicherweise nach einem Torpedoangriff nahe der Grenze zu Nordkorea gesunken. Mindestens 58 Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden, wie die südkoreanische Agentur Yonhap berichtete.

Es werde befürchtet, dass der Rest der Mannschaft der «Cheonan» ums Leben gekommen sei, hiess es unter Berufung auf die Marine. Der Vorfall ereignete sich nahe der südkoreanischen Insel Baengnyeong im Gelben Meer. Die genaue Ursache der Havarie war zunächst unklar. Präsident Lee Myung-bak berief eine Krisensitzung der für Sicherheitsfragen verantwortlichen Minister ein.

Das südkoreanische Schiff habe zuvor einen Schuss in Richtung Norden auf ein nicht näher bezeichnetes anderes Schiff gefeuert, berichtete Yonhap. Nach südkoreanischen Militärangaben haben die Streitkräfte des kommunistischen Nachbarlandes am Freitag Dutzende von Schiessübungen veranstaltet. Eine Verwicklung Nordkoreas in den Vorfall wurde aber nicht bestätigt.

Die südkoreanische Marine berichtete, das Schiff sei nach einer Explosion am Heck gesunken. Bewohner der Insel berichteten, sie hätten Schüsse gehört.

Erst Anfang März hatte die Regierung in Pyongyang vor dem jährlichen Militärmanöver der in Südkorea stationierten US- Streitkräfte erneut mit Aufrüstung und Krieg gedroht.

Im November hatten sich die rivalisierenden Staaten erstmals seit sieben Jahren ein Feuergefecht im Gelben Meer geliefert. Damals wurden die beteiligten Schiffe beschädigt. Zwischen den beiden Nachbarstaaten auf der koreanischen Halbinsel hatten in jüngster Zeit die Spannungen nach Manövern der südkoreanischen Streitkräfte mit der US-Marine zugenommen.

Nordkorea steht international unter Druck, sein Atomprogramm einzustellen und auf eine militärische Nutzung zu verzichten. Gleichzeitig ist das Land auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen, da seine marode Wirtschaft kaum in der Lage ist, genügend Güter für die eigene Bevölkerung zu produzieren. (oku/sda)

Erstellt: 26.03.2010, 19:06 Uhr

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