So will Taiwan Chinas Radar entkommen
Aktualisiert am 16.05.2012 20 Kommentare
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Die Tarnkappentechnik als Symbol machthungriger Weltherrschaftspläne: Im Jahr 1944 wollte Adolf Hitler mit einem futuristisch anmutenden Tarnkappenbomber seine Niederlage abwenden. Glücklicherweise kamen seine Pläne zu spät und das Flugzeug nie zum Einsatz. Im Jahr 1997 fand die für radarresistente Technik den Weg nach Hollywood: Im James-Bond-Film «Der Morgen stirbt nie» wollte der Medienmogul Elliott Carver auf einem Tarnkappenboot seine machthungrigen Fantasien ausleben. Auch dieser Plan eines Bösewichts wurde von seinem guten Gegenspieler durchkreuzt – Agent 007 entschied den Showdown auf dem Chinesischen Meer für sich und rettete damit – einmal mehr – die Welt.
Rund 15 Jahre später ist es durchaus möglich, dass im westlichen Pazifik wieder Tarnkappenschiffe zum Einsatz kommen. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, hegt nämlich der Inselstaat Taiwan Baupläne für zwölf Kriegsschiffe mit Tarnkappentechnik – eine Reaktion auf den jüngsten Ausbau der chinesischen Marine.
«Region befindet sich im Rüstungswettlauf»
Schon Jahrzehnte schwelt der Konflikt zwischen China und Taiwan. «Die gesamte Region befindet sich in einem Rüstungswettlauf», sagt Strategieexperte Albert Stahel gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet. Konkret geht es um die Taiwan-Strasse. Die dicht befahrene Meeresenge steht immer wieder im Zentrum geopolitischer Machtinteressen. Aktuell sei wieder eine Neuorientierung der US-Streitkräfte im westlichen Pazifik sichtbar: «Für die Amerikaner ist Taiwan seestrategisch eminent wichtig», sagt Stahel.
China hält dagegen und signalisiert seinen Besitzanspruch auf Taiwan abermals mit einer militärischen Aufrüstung. Mit der angekündigten Bestellung der Tarnkappenkriegsschiffe möchte die Regierung im taiwanischen Taipeh den übermächtigen Nachbarn wohl im Zaum halten: «Dies soll auf Beijing eine abschreckende Wirkung erzielen», sagt Stahel.
Prototyp soll bis 2014 gebaut werden
Das erste der je 500 Tonnen schweren Schiffe soll 2014 ausgeliefert werden, wie die taiwanische Marine am Dienstag mitteilte. Zusätzlich ist jedes Kriegsschiff mit mehreren Überschallraketen ausgestattet. Den Zuschlag für den Auftrag erhält das private taiwanische Schiffbauunternehmen Lung Teh. Das Bestellvolumen beläuft sich gemäss der Nachrichtenagentur AFP auf 30,1 Millionen Dollar. Allerdings nur für den Prototyp. Verläuft der Test mit diesem erfolgreich, soll die Serie endgültig in Produktion gehen.
Die Designer erhoffen sich, dass die Schiffe nur schwer auf dem Radar zu erkennen sind. Die Tarnkappentechnik wird zwar vorwiegend in der Luftfahrt eingesetzt, doch auch auf dem Wasser soll die Methode funktionieren. Entscheidend ist nicht die Geschwindigkeit des Objekts, sondern dessen Form und Beschichtung, meint Stahel. Ein Hauptmerkmal der Tarnung bestehe «in der Minimierung der Radarsignatur». Durch die Vermeidung von rechten Winkeln auf dem Deck des Schiffes sollen möglichst wenig Radarstrahlen reflektiert werden, so der Militärexperte.
Projekt von den USA floppte
In den vergangenen Jahrzehnten wurden immer wieder Projekte mit Tarnkappenschiffen lanciert. Selten erfolgreich. Die USA, die neben Deutschland als Vorreiter der Technik gelten, sind mit ihrem Versuchsschiff Sea Shadow grandios gescheitert. Über Jahre und unter strenger Geheimhaltung wurde das Boot, das übrigens auch im eingangs erwähnten James-Bond-Film zum Einsatz kam, entwickelt. Im Jahr 1985 wurde es schliesslich fertiggestellt, kam jedoch aus Kostengründen kaum zum Einsatz. Im Jahr 2006 wurde das Schiff endgültig stillgelegt und aktuell kann das Objekt auf einer Webseite von der Öffentlichkeit ersteigert werden.
Ein solches Schicksal soll die Boote in Taiwan nicht ereilen. Viel eher dürfte der Ausbau der taiwanischen Flotte der Regierung in Beijing sauer aufstossen: Als Gegenreaktion wird China wohl auf seine Kurzstreckenraketen verweisen und mit der Stationierung von Kampfflugzeugen drohen, sagt Stahel. Gegenseitige Drohungen, die auch die USA mit grossem Interesse verfolgen werden.
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 15.05.2012, 21:18 Uhr
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20 Kommentare
Dieses ganze "James Bond Equipment" ist alles Quatsch.
Solche Tarnbeschichtungen sind nur bei den üblichen Radarfrequenzen, in einem relativ schmalen Frequenzbereich, wirksam. Sobald jemand auf die Idee kommt, höhere oder tiefere Frequenzen für sein Radar zu verwenden, oder den Polarisierungswinkel zu verändern, ist die Tarnung weg und die Flugzeuge, Schiffe, usw. produzieren wieder ein Echo.
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