Pol Pots Führungszirkel vor Gericht
Aktualisiert am 21.11.2011 14 Kommentare
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Eröffnungsplädoyer im Prozess gegen das Führungstrio der Roten Khmer. (Video: Reuters )
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Im Eröffnungsplädoyer warf die Anklage den Roten Khmer vor, das Land in ein «riesiges Sklavenlager» verwandelt zu haben. Die Roten Khmer hätten «eine ganze Nation in Gefangene eines brutalen Systems» verwandelt, das «die Vorstellungskraft sprengt», sagte Staatsanwältin Chea Leang. In einem Arbeitslager im Nordwesten des Landes seien täglich 70 bis 80 Menschen gestorben.
Die Klägerin wies auch auf den «unerbittlichen Charakter der Zwangsvertreibungen», die «unerträglichen Bedingungen» für Zwangsarbeiter sowie auf die Zwangsheiraten unter der Herrschaft der Roten Khmer zwischen 1975 und 1979 hin. Vor dem von der UNO unterstützten Gericht stehen der einstige Chefideologe Nuon Chea, der frühere Staatschef Khieu Samphan und Ex- Aussenminister Ieng Sary.
Die drei wichtigsten noch lebenden Anführer des maoistisch-nationalistischen Regimes sind alle über 80 Jahre alt. Ihnen werden Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen vorgeworfen. Die Angeklagten hörten die Ausführungen der Staatsanwältin ohne grössere Regung an. Sie weisen alle Vorwürfe zurück. Die ebenfalls angeklagte Frau des ehemaligen Aussenministers, Ieng Thirith, war vom Gericht aufgrund einer Demenzerkrankung für prozessunfähig erklärt worden. Bis zu einer Entscheidung über einen Einspruch der Anklage bleibt sie jedoch in Haft.
Zwei Millionen Tote
Hunderte Kambodschaner, darunter Angehörige von Opfern der Roten Khmer, reisten zu den Eröffnungsplädoyers nach Phnom Penh. Teile des Verfahrens sollen im Fernsehen übertragen werden. Meas Sery verlor vier Geschwister während der Herrschaft der Roten Khmer. Der 51-Jährige reiste zum Prozessauftakt aus der Provinz Prey Veng an, um den drei Angeklagten in die Augen zu sehen. «Auch wenn noch kein Urteil gesprochen ist, bin ich froh, dass sie vor Gericht stehen», sagte Meas Sery.
Der Sprecher des Gerichts, Lars Ole, bezeichnete es als grossen Erfolg, dass der Prozess nach so vielen Jahren überhaupt begonnen habe. Viele Menschen hätten «nicht gedacht, dass das geschehen werde», sagte er. Auch UNO-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay begrüsste das Verfahren. Zugleich warnte sie vor jeglicher Einmischung in die Arbeit des Gerichts, die dessen Glaubwürdigkeit schade.
Tausende bleiben unbestraft
Während der Schreckensherrschaft der maoistischen Roten Khmer kamen in Kambodscha rund zwei Millionen Menschen durch Erschöpfung, Hunger, Krankheit, Folter und Hinrichtungen ums Leben. Das waren etwa ein Viertel der damaligen Bevölkerung. Die Roten Khmer wollten einen radikalen Bauernstaat errichten. Sie entleerten die Städte, schafften Geld und Religion ab und sagten Intellektuellen den Kampf an.
Der Prozess ist der zweite gegen Verantwortliche der Roten Khmer, nachdem im vergangenen Jahr erstmals ein Urteil gegen ein führendes Regime-Mitglied gefällt wurde. Nach einem Geständnis wurde der einstige Folterchef Kaing Guek Eav alias «Duch» im Juli 2010 zu 30 Jahren Haft verurteilt.
Nach langen Verhandlungen zwischen der UNO und der Regierung in Phnom Penh war das Sondertribunal für Kambodscha 2003 ins Leben gerufen worden. Tausende Schergen werden jedoch niemals belangt werden können. Nicht nur der Hauptverantwortliche, «Bruder Nr. 1» Pol Pot, starb 1998 im Gefängnis. (jak/sda)
Erstellt: 21.11.2011, 16:54 Uhr
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14 Kommentare
Obwohl es nicht ihr Ziel war, war das Regime der Khmer Rouge bis jetzt das einzige, welches es fertig gebracht hat, den Energieverbrauch, den CO2-Ausstoss, den Konsum und den Ressourcenverbrauch im Land massiv zu senken. Die Khmer Rouge waren somit das "grünste" Regime des 20. Jahrhunderts. Kein Wunder dass gewisse Linksgrüne bei uns insgeheim diesem Regime immer noch Positives abgewinnen können. Antworten
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