«Manchmal träume ich von Frauen»
Aktualisiert am 06.07.2010 6 Kommentare
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75. Geburtstag
Der Dalai Lama setzt sich für eine Lösung der Tibet-Frage ein. Sein Ziel ist nicht die Unabhängigkeit der unter chinesischer Herrschaft stehenden Himalayaregion, sondern eine begrenzte Autonomie.
China wirft dem Dalai Lama vor, unter dem Deckmantel der Religion die Abspaltung Tibets zu betreiben. Der am 6. Juli 1935 als Lhamo Dhondrub geborene Sohn armer Bauern wurde bereits als Vierjähriger als Inkarnation des Dalai Lama entdeckt. Als China 1959 einen Aufstand der Tibeter blutig niederschlug, floh der Dalai Lama ins indische Dharamshala, das bis heute die tibetische Exilregierung beherbergt.
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Das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, feiert heute seinen 75. Geburtstag. Der Friedensnobelpreisträger lebt im indischen Exil. Ein «Bild»-Reporter hat ihn in Dharamsala besucht. Der Dalai Lama verrät im Interview das Geheimnis seiner Jugendlichkeit. Er schlafe neun Stunden, meditiere und habe in den letzten 50 Jahren nicht mehr nach Mittag gegessen.
Das geistliche Oberhaupt gibt im Interview zu, dass er manchmal von Frauen träume. Aber er stellt sofort klar: Auch im Traum sei er ein Mönch. Und er verteidigt das Zölibat: «Sex macht den Menschen gemein mit allen Tieren. Das Zölibat ist etwas, was mich vom gewöhnlichen Tier unterscheidet.» «Niemals» habe er es bereut, keine eigenen Kinder zu haben. «Da hat man zu viele Sorgen.»
Seine Schwäche: Faulheit
In der Weltwirtschaftskrise sieht der Dalai Lama eher einen Segen als einen Fluch. So würden wir nun alle wieder daran erinnert, dass andere Werte wichtiger seien als Geld. «Die Märkte werden von Gier und Ignoranz gesteuert. Die Menschen, deren Gedanken nur ums Geld kreisen, leiden unter einer Störung ihres Geistes.» das sind klare Worte des Dalai Lama. Und er sagt weiter: «Zurzeit erleben wir eine Krise des Geldes – aber die anderen Werte sind noch immer da.»
Zu Öl-Katastrophe meint das geistliche Oberhaupt: «Unser Leben basiert auf einer intakten Natur. Diese dürfe nicht durch eine Ausbeutung von Ressourcen gefährdet werden.»
Zum Schluss des Interviews verrät der Dalai Lama noch seine grösste Schwäche: Faulheit. «Was mein Englisch angeht, neue Vokabeln zu lernen, oder mit dem Computer umzugehen, da bin ich sehr faul.» Genug Lebenszeit um Neues zu erlernen, hätte er allerdings. Ein Orakel hat vorausgesagt, dass der Dalai Lama 113 Jahre alt wird. «Und dann hatte ich in den 60er-Jahren auch noch einen Traum, der darauf hinwies, dass ich 113 Jahre alt werde», so der Dalai.
(bru)
Erstellt: 06.07.2010, 10:21 Uhr
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