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Kirgisien will Lebensader der Afghanistan-Truppen kappen

Aktualisiert am 09.04.2010

Die selbst ernannte Übergangsregierung um Rosa Otunbajewa sucht nach dem Umsturz die Nähe Russlands – und sie besteht darauf, dass Moskau beim Putsch «eine Rolle» gespielt habe.

1/41 Ex-Herrscher auf der Flucht
Kirgisiens abgesetzter Präsident Kurmanbek Bakijew zeigte sich nach seiner Flucht zunächst im Hinterhof seines Hauses im Dorf Tejit im Süden des Landes.
Bild: Keystone

   

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Stützpunkt Kirgisien

Die USA hatten den Luftwaffenstützpunkt Manas kurz nach Beginn des Kriegs in Afghanistan 2001 gepachtet. 2009 hatte Bakijew Russland die Schliessung zugesagt, nachdem ihm Moskau Milliarden-Hilfen in Aussicht stellte. Später machte der Präsident jedoch einen Rückzieher und erlaubte den USA zu bleiben - für eine höhere Pacht.

In Kirgisien sucht die selbsternannte Übergangsregierung den Beistand Russlands. Die neuen Machthaber dankten Russland am Donnerstag für dessen Rolle beim Sturz von Präsident Kurmanbek Bakijew und erklärten Moskau zum wichtigsten strategischen Partner. Russland erkannte die neue Regierung um die bisherige Oppositionsführerin Rosa Otunbajewa im Gegensatz zu den USA umgehend an.

Ministerpräsident Wladimir Putin zufolge hat sein Land die kirgisischen Proteste aber nicht unterstützt. «Russland hat seine eigene Rolle beim Sturz Bakijews gespielt», sagte dagegen Omurbek Tekebajew, ein Vertreter der Übergangsregierung, der Nachrichtenagentur Reuters.

Russland will die Schliessung

Die Freude Russlands über dessen Entmachtung sei offensichtlich gewesen. Seine Regierung erwägt nun gar die Schliessung des für den Aghanistan-Kriegs wichtigen US-Luftwaffenstützpunkts Manas. Die Laufzeit des Pachtvertrags werde wohl gekürzt, liess die Regierung verlauten. Den Stützpunkt nutzt die Nato zur Sicherung des Nachschubs für Afghanistan.

Ein hochrangiger Vertreter Russlands deutete ebenfalls an, man werde die neuen Machthaber in Kirgisien auffordern, den US-Stützpunkt zu schliessen. Bakijew habe dieses Versprechen nicht eingehalten, sagte der Politiker in Prag, wo Russland und die USA nur wenige Stunden zuvor ein neues Abrüstungsabkommen unterzeichnet hatten.

Kirgisien ist für den Westen von grossem strategischen Interesse. Das Land liegt nördlich von Iran und Afghanistan und soll ein Bollwerk gegen islamische Extremisten bilden. (oku/sda)

Erstellt: 09.04.2010, 08:45 Uhr


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