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Karzai verliert seinen Top-Informanten bei den Taliban
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Die afghanische Regierung hat nach Angaben von Gewährsleuten mit der Nummer zwei der Taliban geheime Verhandlungen geführt, als der Mann im Februar in Pakistan festgenommen wurde. Präsident Hamid Karzai sei «sehr wütend» gewesen, als er von der Festsetzung Mullah Abdul Ghali Baradars erfahren habe, sagte ein Berater des Staatschefs in Kabul.
Baradar wurde mit Unterstützung des US-Geheimdienstes im Februar in der pakistanischen Hafenstadt Karachi gefasst. Er gilt in der islamistischen Bewegung als die Nummer zwei hinter Mullah Mohammed Omar.
Der Taliban-Chef erfuhr von den Gesprächen
Aus Geheimdienstkreisen in Südafghanistan verlautete, Berichten zufolge sei Taliban-Chef Omar wütend gewesen wegen Baradars Verhandlungen mit der Regierung und habe die pakistanischen Behörden um seine Festnahme gebeten.
Gespräche zwischen dem Taliban-Vize und dem Präsidenten wurden von mehreren Gewährsleuten bestätigt. Die nationale Versöhnung in Afghanistan war auch Thema einer gut einstündigen Videokonferenz von Karzai und US-Präsident Barack Obama am Montag, wie Karzais Büro mitteilte.
Die USA wollen keine Gespräche
Ranghohe Vertreter der Vereinten Nationen und Grossbritanniens erklärten vergangene Woche, dass jetzt mit den Taliban Gespräche geführt werden müssen. Die afghanische Regierung will den Islamisten finanzielle Anreize bieten, wenn sie vom bewaffneten Kampf ablassen. Die USA sehen eine solche Versöhnung jedoch skeptisch.
Karzai beklagte vergangene Woche in Islamabad, von den Verbündeten Kabuls kämen zu diesem Thema unterschiedliche Signale. Die USA äusserten sich zurückhaltend zu Verhandlungen mit ranghohen Taliban, während Grossbritannien die Gespräche vorantreiben wolle. Ohne Unterstützung Washingtons und der internationalen Partner werde es aber wenig Erfolg haben, die Hand nach den Taliban auszustrecken.
Der frühere Taliban-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Hakim Mudschahed, erklärte dagegen, viele Taliban-Führer stünden Gesprächen offen gegenüber. «Das Problem liegt nicht bei den Taliban», sagte er. Vielmehr gebe es auf Seiten des Auslands kein Interesse an solchen Verhandlungen. (oku/ddp/)
Erstellt: 16.03.2010, 09:15 Uhr
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