In Afghanistan kommt es zur Stichwahl
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Jetzt sei nicht die Zeit, über Untersuchungen zu diskutieren, sagte Hamid Karzai vor der Presse. Vielmehr müssten Fortschritte hin zu «Stabilität und nationaler Einheit» erzielt werden. Er bezeichnete die Stichwahl als «Fortschritt für die Demokratie» in Afghanistan. Die Afghanen rief er auf, an der zweiten Runde der Wahlen teilzunehmen. Abdullah erklärte sich mit der Stichwahl einverstanden.
Karzai kam nach dem offiziellem Endergebnis auf 49,67 Prozent, wie IEC-Sprecher Noor mitteilte. Er verpasste damit die absolute Mehrheit denkbar knapp.
Das Ergebnis von Abdullah werde am Mittwoch auf einer Pressekonferenz verkündet, sagte Noor. Die Verkündung des offiziellen Endergebnisses kam auf den Tag genau zwei Monate dem ersten Durchgang vom 20. August.
Nach dem vorläufigen Ergebnis hatte Karzai im ersten Durchgang rund 55 Prozent der Stimmen erzielt. Bei diesem Ergebnis wäre Karzai direkt wiedergewählt gewesen.
Die von der Uno unterstützte afghanische Wahlbeschwerdekommission hatte am Montag jedoch die Auszählungsergebnisse in 210 Wahllokalen wegen Betrugs für ungültig erklärt. Die endgültige Entscheidung musste aber die IEC treffen, die als Karzai-freundlich gilt.
Kerry lobt Karzai
US-Senator John Kerry begrüsste die Ankündigung der IEC und bezeichnete die Stichwahl als «grosse Möglichkeit» für Afghanistan. Dies sei ein «sehr wichtiger Moment für dieses Land», sagte Kerry auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Karzai.
Ein «Moment grosser Unsicherheit» sei in eine «Zeit grosser Möglichkeiten» verwandelt worden. Afghanistan sehe sich «aussergewöhnlichen Herausforderungen» gegenüber.
Zuvor war der internationale Druck auf Karzai angewachsen, einer möglichen Stichwahl zuzustimmen. Es sei «sehr wichtig», dass es einen zweiten Wahlgang gebe, sagte etwa der französische Aussenminister Bernard Kouchner. Dies wäre ein «Demokratiebeweis».
Die Vereinten Nationen erwarten nun eine «würdevolle Kampagne» und ein «faires Ergebnis». Das machte der UNO-Sondergesandte Kai Ede vor der Presse in Kabul klar. «Wir können es besser machen und müssen es besser machen.»
Winter und Taliban
Die Abhaltung einer Stichwahl am 7. November birgt erhebliche organisatorische Schwierigkeiten. Angesichts des hereinbrechenden Winters und der Gefahr durch Anschläge der Taliban fürchten Beobachter eine noch niedrigere Wahlbeteiligung als die 38,7 Prozent im ersten Durchgang.
Zuletzt wurde immer wieder auch über die Bildung einer Einheitsregierung spekuliert. Dabei wäre Abdullah in das Kabinett Karsais eingebunden worden. (bru/ap)
Erstellt: 20.10.2009, 15:36 Uhr
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