Ausland
Der Wahlverlierer im Visier der Armee
Aktualisiert am 26.08.2010 1 Kommentar
Bei der Präsidentenwahl in Sri Lanka ist Amtsinhaber Mahinda Rajapakse laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens vom Mittwoch mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt worden. Der 64-Jährige hatte die vorgezogene Wahl im November angesetzt, als seine Popularität nach dem Ende des Kriegs gegen die tamilischen Rebellen auf einem Höhepunkt war.
Im ehemaligen Chef der Armee, Sarath Fonseka, war dem Amtsinhaber zuletzt allerdings ein ernstzunehmender Gegner erwachsen. Beide gelten in der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit als Architekten des Sieges über die tamilischen Rebellen.
Herausforderer in umstelltem Hotel
Schwer bewaffnete Soldaten umstellten unterdessen das Hotel in der Hauptstadt Colombo, in dem sich Fonseka mit seinen Gefolgsleuten aufhielt. Ein Militärsprecher begründete die Aktion damit, dass sich unter den 400 Menschen in dem Luxushotel auch Armeedeserteure befänden. Die Deserteure seien aufgefordert worden sich zu stellen, was sie bislang nicht getan hätten.
Eine Privatarmee aus Deserteuren?
Die Soldaten würden das Hotel «nicht belagern», so der Sprecher weiter. Hotelgäste dürften ein- und ausgehen. Die Regierung hatte Fonseka zu einem früheren Zeitpunkt vorgeworfen, er halte sich eine Privatmiliz, die aus Deserteuren bestehe.
Unmittelbar nach Schliessung der Wahllokale hatte die Regierung überraschend angekündigt, dass Fonseka nicht neuer Staatschef werden könne, weil er nicht in den Wählerlisten geführt werde. Dagegen erklärte die Wahlkommission, Fonsenka, einer von insgesamt 22 Kandidaten, könne im Fall seines Wahlsiegs trotzdem Präsident der südasiatischen Inselrepublik werden. (raa/sda/)
Erstellt: 26.08.2010, 09:59 Uhr
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Bruno Wyss
Ich befinde mich zur Zeit in Sri Lanka und bereise das Land seit bald 40 Jahren. Die Propaganda im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen war extrem einseitig. In der Gegend, in der ich mich aufhalte, sah man überhaupt kein Wahlplakat für Fonseka. Dazu erhielt ich laufend unsägliche SMS auf mein Handy, eines verglich den Gegenkandidaten mit Hitler! Fazit: 6 weitere Jahre Korruption. Antworten