Autobombe explodiert auf Markt

Aktualisiert am 09.09.2010

Bei einem Selbstmordanschlag mutmasslicher Islamisten auf einen belebten Markt in der russischen Grossstadt Wladikawkas im Nordkaukasus sind mindestens zwölf Menschen getötet worden.

1/6 Bilder aus Wladikawkas zeigen die zerstörerische Wucht, welche die Autobombe hatte.
Bild: Keystone

   

Anschlag auf die Armee

Bei einem Autobombenanschlag auf einen russischen Militärstützpunkt im Nordkaukasus hat ein Selbstmordattentäter mindestens drei Soldaten mit in den Tod gerissen. 32 Menschen seien bei dem Attentat in der Teilrepublik Dagestan verletzt worden.

Der Attentäter raste den Angaben zufolge mit seinem Auto in der Nacht zum Sonntag in das Tor des Stützpunktes bei der Stadt Buinaksk. Das Fahrzeug sei mit bis zu 50 Kilogramm des Sprengstoffs TNT beladen gewesen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Sonntag nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax mit.

Wachmänner hätten den Eingang eilig mit Lastwagen blockiert und damit noch mehr Opfer verhindert. Mehrere Verletzte wurden in ein Spital im südrussischen Rostow am Don geflogen. Als Ermittler zum Tatort fuhren, explodierte am Strassenrand eine weitere Bombe. Dabei wurde niemand verletzt.

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Etwa 80 weitere wurden nach Behördenangaben beim Attentat am Donnerstag verletzt. Eine Autobombe mit einer Sprengkraft von zehn Kilogramm TNT sei auf dem Markt explodiert, teilte das Innenministerium der Teilrepublik Nordossetien nach Angaben der Agentur Interfax mit.

Der russische Präsident Dmitri Medwedew beorderte am Donnerstag seinen Sondergesandten für den Nordkaukasus, Alexander Chloponin, zum Anschlagsort. Die Lage in der Region gerät trotz milliardenschwerer Investitionen und starker Präsenz von Sicherheitskräften zunehmend ausser Kontrolle.

Unabhängiges «Kaukasus-Emirat» gefordert

In den nahen Konfliktrepubliken wie Tschetschenien und Dagestan kämpfen Separatisten gegen kremltreue Einheiten für ein unabhängiges «Kaukasus-Emirat». Mittlerweile steigt die Zahl der Terroranschläge in südrussischen Städten. Die Untergrundkämpfer hatten wiederholt angekündigt, den Terror auszuweiten.

Vor sechs Jahren hatten im nordossetischen Beslan Islamisten den bisher schwersten Anschlag in Russland verübt. Damals starben mehr als 330 Menschen, darunter 168 Kinder. Die Region im Konfliktgebiet Nordkaukasus galt zuletzt als vergleichsweise ruhig. (sam/sda)

Erstellt: 09.09.2010, 11:46 Uhr

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