Hillary Clinton steigt ins Rennen gegen Trump

Die US-Demokraten haben in Philadelphia an ihrem Parteitag Hillary Clinton zur offiziellen Präsidentschaftskandidatin nominiert.

  • 6.16 Uhr - Störaktionen  

    Beim Parteitag der Demokraten hat es während der Rede von Hillary Clinton vereinzelte Störaktionen gegeben. Während die Präsidentschaftskandidatin sprach, entfalteten mehrere Delegierte ein Transparent mit der Aufschrift «Wikileaks». Damit bezogen sie sich offensichtlich auf von der Enthüllungsplattform publizierte E-Mails der Parteiführung, die nahelegen, dass Clintons unterlegener Rivale Bernie Sanders im Vorwahlkampf benachteiligt wurde.

    In der Nähe der Delegation aus Hawaii schwenkten einige Transparente zugunsten der Kandidatin der Grünen Partei, Jill Stein. Zudem sassen einige Sanders-Unterstützer unter den Delegierten während Clintons Ansprache ruhig da.

    Zeitweise schien Clinton auch Mühe zu haben, sich stimmlich gegen wiederholte «Hillary!»-Rufe ihrer Unterstützer durchzusetzen. So wollten ihre Anhänger laut Beobachtern Zwischenrufer übertönen.


  • 5.50 Uhr - Trumps Reaktion  


  • 5.40 Uhr - Zusammenfassung  

    Es ist offiziell: Hillary Clinton nimmt ihre Nominierung an kämpft mit Donald Trump um das mächtigste Amt der Welt. In ihrer grossen Rede vor dem Parteitag empfiehlt sich die Ex-Aussenministerin als gestählte Krisenmanagerin – und attackiert Trump.

    Hillary Clinton zieht für die US-Demokraten in den Kampf ums höchste Staatsamt der USA. Am Donnerstag nahm die frühere Aussenministerin, Senatorin und First Lady in Philadelphia ihre Nominierung als Präsidentschaftskandidatin offiziell an. Erstmals in der US-Geschichte schickt eine grosse Partei im Land eine Frau ins Rennen ums Weisse Haus. Bei der Wahl im November tritt Clinton gegen den Republikaner Donald Trump an.

    Clinton wandte sich am Abend in einer grossen Rede an den Parteitag der Demokraten. Den Amerikanern empfahl sie sich als eine erfahrene Krisenmanagerin, die für die Herausforderungen der Welt gerüstet sei.


    Die gesamte Rede von Hillary Clinton. (Video: Youtube/PBS NewsHour)

    Als Präsidentin werde sie mit allen Amerikanern und den Verbündeten der USA im Anti-Terror-Kampf zusammenarbeiten. «Wir sehen mit klarem Blick, mit was es unser Land da zu tun hat», sagte sie mit Blick auf extremistische Gewalt. «Aber wir haben keine Angst.»

    Clinton spricht Trump Eignung ab

    Mit scharfen Worten versuchte sich Clinton von ihrem Rivalen Trump abzusetzen und sprach ihm jede Eignung für das Weisse Haus ab. «Stellt ihn euch in einer echten Krise im Oval Office vor», sagte die 68-Jährige – und nahm dessen Twitter-Leidenschaft aufs Korn. «Einem Mann, den man mit einem Tweet ködern kann, ist kein Mann, dem wir Nuklearwaffen anvertrauen können.»

    Zudem griff sie Trumps Äusserung in seiner Parteitagsrede vor den Republikanern vergangene Woche an, in der er erklärt hatte, dass nur er «das System» reparieren könne. Diese Worte sollten «bei uns allen die Alarmglocken schrillen» lassen, sagte Clinton. Die Amerikaner sollten niemanden glauben, der erkläre: «Ich allein kann es richten.»

    Clinton gestand zugleich aber Versäumnisse ihrer Partei ein. Die Demokraten hätten arbeitenden Familien nicht gut genug vermittelt, dass sie deren Los nachvollziehen könnten. «Schrecklich viele Leute finden, dass ihrer Arbeit immer weniger Respekt» entgegen gebracht werde. Dabei seien Amerikaner willens, hart zu arbeiten.

    Präsidentin für alle

    Ihren Zuhörern empfahl sich Clinton als Vorkämpferin der Eintracht. «Ich will eine Präsidentin für Demokraten, Republikaner, Unabhängige sein, für die Strauchelnden, für die Kämpfenden und die Erfolgreichen. Für jene, die mich wählen und jene, die es nicht tun», erklärte sie.

    Der Appell dürfte nicht zuletzt auf ihre parteiinternen Kritiker gemünzt sein. Viele Anhänger ihres Vorwahl-Rivalen Bernie Sanders können sich weiter nicht damit abfinden, dass Clinton das Rennen um die Nominierung gemacht hat. Zuletzt waren interne E-Mails der Demokratischen Partei aufgetaucht, die nahelegen, dass die Parteispitze Sanders bei den Vorwahlen benachteiligte. Umfragen zufolge vertrauen viele Menschen Clinton nicht.

  • 4.30 Uhr - Clintons Rede  

    Hillary Clinton hat die Nominierung als Präsidentschaftskandidatin der Demokraten offiziell angenommen. Sie tue dies mit «Entschlossenheit und grenzenlosem Vertrauen in das amerikanische Versprechen», erklärte die frühere Aussenministerin und First Lady.


    (Video: Youtube/PBS NewsHour)

    Clinton hat ihrem republikanischen Rivalen Donald Trump vorgeworfen, das Land durch Angstmacherei spalten zu wollen. «Er will, dass wir die Zukunft fürchten und einander fürchten», sagte Clinton in einer Rede über den Rechtspopulisten. Trump wolle die USA «vom Rest der Welt abspalten und uns voneinander».


    (Video: Youtube/PBS NewsHour)

  • 4.10 Uhr - Chelsea Clinton  

    US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton hat vor ihrem Auftritt Zuspruch von ihrer Tochter Chelsea bekommen. Ihre Mutter habe immer dafür gesorgt, dass sie sich «wertgeschätzt und geliebt» gefühlt habe – und wolle dies auch für jedes andere Kind, sagte Chelsea Clinton. Dieses Verlangen sei «die Berufung ihres Lebens.»


    (Video: Youtube/CNN)

    Zudem hätten ihre Eltern von ihr «erwartet, mir Meinungen zu bilden» und sie gelehrt, diese «mit Fakten zu untermauern», sagte Chelsea Clinton weiter.

    Ihre Mutter bezeichnete sie zudem als fleissige Staatsdienerin, die nach Lösungen suche und tief in politische Themen eintauche. Sie habe zudem aus nächster Nähe beobachtet, wie sie strauchelnden Müttern versprochen habe, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um ihnen zu helfen.

  • 2.29 Uhr - Auzüge  

    Hillary Clinton will sich den Amerikanern in ungewissen Zeiten als erfahrene Krisenmanagerin empfehlen. Die Bürger hätten die Wahl zwischen ihrer «soliden Führung» in Fragen der inneren Sicherheit und dem, was ihr republikanischer Gegner Donald Trump zu bieten habe, hiess es in vorab veröffentlichten Auszügen der Rede, die Clinton vor dem Parteitag der Demokraten halten wollte.

    Sie könne die Sorgen der Amerikaner über den Aufruhr in der Welt nachvollziehen. So hätten Anschläge im Irak, in Frankreich, in Belgien und Florida Unbehagen und Furcht ausgelöst. Die Menschen suchten «nach Gewissheit und solider Führung.» Genau das biete sie an, hiess es in Clintons Redemanuskript.

    Die frühere Aussenministerin und First Lady wollte die Amerikaner zudem zur Einheit aufrufen. Es gebe «mächtige Kräfte, die uns auseinanderzureissen drohen.» Die Bürger der USA müssten sich nun «entscheiden, ob wir zusammenarbeiten wollen, damit wir gemeinsam aufstehen können.»

  • 0.41 Uhr - «Fantasiewelt»  

    Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat den US-Demokraten vorgeworfen, auf ihrem Parteitag «viele Lügen» über ihn zu verbreiten. Themen wie Terrorismus oder Wirtschaft würden die Demokraten bei ihrem Treffen in Philadelphia hingegen ignorieren, kritisierte Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Davenport im Staat Iowa.

    In einer Erklärung hatte Trump ihnen zuvor vorgehalten, auf ihrem Parteitag in einer «Fantasiewelt» zu leben, in der Probleme bei der inneren Sicherheit nicht vorkämen. Zudem hätten die Demokraten die Kontroverse um die umstrittene E-Mail-Praxis seiner Kontrahentin Hillary Clinton während ihrer Zeit als Aussenministerin unter den Tisch fallen lassen, rügte Trump. Er hingegen verfolge die Vision einer Welt, in der «wir Amerika an die erste Stelle setzen werden.»

  • 5.30 Uhr - Überraschung  

    Hillary Clinton ist nach der Parteitagsrede von Barack Obama überraschend neben ihm auf der Bühne erschienen. Die beiden umarmten sich, das Wort ergriff Clinton aber nicht. Für heute Donnerstag wird eine grosse Ansprache der Kandidatin vor dem Parteitag in Philadelphia erwartet, in der sie die Nominierung formal annehmen dürfte.


    Feurige Rede: Barack Obama umschwärmt Hillary Clinton. (Video: Reuters)

  • 5.25 Uhr - Obamas Rede  

    Hier die ganze Rede von US-Präsident Barack Obama:


    (Video: Youtube/PBS NewsHour)

  • 5.05 Uhr - Obamas Attacke  

    US-Präsident Barack Obama hat Donald Trumps Bilanz als Geschäftsmann infrage gestellt. Er habe schon zahlreiche erfolgreiche Geschäftsleute wie Trump kennengelernt, sagte Obama. Doch hätten die anderen Unternehmer nicht eine Spur von Gerichtsklagen und unbezahlten Arbeitern zurückgelassen sowie «Leuten, die sich betrogen fühlten».

    Wörtlich sagte Obama über den republikanischen Kandidaten für das höchste Staatsamt: «Der Donald ist nicht wirklich ein Planer-Typ. Er ist auch nicht wirklich ein Fakten-Typ.» Zudem warf Obama ihm vor, keine Wertschätzung für Arbeiter zu haben. Wer eine stärkere Stimme für diese Gruppe wolle, sollte daher Hillary Clinton zur Präsidentin wählen.


    (Video: Youtube/CNN)

  • 4.45 Uhr - Obama lobt Clinton  

    US-Präsident Barack Obama hält Hillary Clinton für qualifizierter für das höchste Staatsamt im Land als er selbst. Es habe nie einen Mann oder eine Frau gegeben – «nicht ich, nicht Bill (Clinton)» –, der geeigneter wäre als Hillary Clinton, erklärte Obama. «Nichts bereitet einen wirklich auf die Anforderungen des Oval Office vor.» Doch sei Clinton in diesem Zimmer und bei den Entscheidungen dabei gewesen, die ein Präsident fälle, sagte Obama weiter.

    Er lege für Clinton die Hand ins Feuer, weil sie Menschen zuhöre, ruhig bleibe und jeden mit Respekt behandele. «Das ist die Hillary, die ich bewundere.»


    (Video: Youtube PBS NewsHour)

  • 4.10 Uhr - Vizepräsident  

    US-Vizepräsident Joe Biden hat Donald Trump Sympathien für autokratisch regierende Staatschefs vorgehalten. Der republikanische Präsidentschaftskandidat setze Verbündete der USA herab und umarme zugleich «Diktatoren wie Wladimir Putin», rügte Biden.

    Damit wich Biden von der Linie der US-Regierung bei der Beschreibung des Kremlchefs ab, in der der Begriff «Diktator» bislang nicht vorkam.


    (Video: Youtube/PBS NewsHour)

  • 4.05 Uhr - «Let Love Rule»  

    Lenny Kravitz' Auftritt:


    (Video: Youtube/PBS NewsHour)

  • 3.50 Uhr - Outsider  

    Der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg hat sich für Hillary Clinton als US-Präsidentin ausgesprochen. Das Land müsse sich hinter sie scharen, weil sie «einen gefährlichen Demagogen besiegen» könne, sagte Bloomberg mit Blick auf Clintons republikanischen Rivalen Donald Trump.

    Gegen den Immobilienmogul aus New York teilte der Ex-Bürgermeister in seiner Rede hart aus: «Ich bin ein New Yorker und ich erkenne einen Betrüger, wenn ich einen sehe», erklärte Bloomberg.


    (Video: Youtube/PBS NewsHour)

    Der Unternehmer verglich zudem sein eigenes Wirken als Geschäftsmann mit Trumps Anfängen als Immobilienmogul. «Ich habe nicht mit einem Eine-Million-Dollar-Scheck von meinem Vater angefangen» kritisierte Bloomberg.

    Seine Unterstützung für Clinton gilt als bedeutsam, da er parteilos ist. Wenn er wähle, richte er sich nach dem Kandidaten, «nicht nach dem Parteibuch», stellte Bloomberg in seiner Ansprache klar.

  • 22.47 Uhr - Clintons Vize nominiert  

    Der Senator von Virginia, der 58-jährige Tim Kaine, ist von den US-Demokraten offiziell als zum Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten nominiert worden.

    Der Vizepräsident ist der Stellvertreter des amerikanischen Präsidenten und damit Inhaber des zweithöchsten Amtes in den Vereinigten Staaten.

  • 7.00 Uhr - Zusammenfassung  

    Hillary Clinton ist von den US-Demokraten offiziell als Präsidentschaftskandidatin nominiert worden.


    Erstmals eine Frau nominiert: US-Demokraten küren Hillary Clinton zur Präsidentschaftskandidatin. (27. Juli 2016) Video: Reuters

    Beim Parteitag der Demokraten in Philadelphia stimmte am Dienstagabend eine absolute Mehrheit der Delegierten für die Kandidatur der ehemaligen Aussenministerin.

    Die 68-Jährige ist die erste Frau in der US-Geschichte, die von einer der grossen Parteien in das Rennen um das Weisse Haus geschickt wird. Ihre erste Reaktion auf ihre Nominierung bestand aus nur einem Wort: «Geschichte», schrieb sie in einem Tweet.


    An der Kür Clintons hatte kein Zweifel bestanden. Sie hatte sich in den Vorwahlen der Demokraten gegen den linksgerichteten Senator Bernie Sanders durchgesetzt. Zudem hatte sie die grosse Mehrheit der sogenannten Superdelegierten hinter sich. Dies sind aktuelle oder frühere Amtsträger der Partei, die in ihrem Votum über den Kandidaten frei, also nicht an die Vorwahlergebnisse, gebunden waren.

    Symbolischer Auftritt Sanders'

    Die Stimmen für die Nominierung wurden nacheinander in der alphabetischen Reihenfolge der Bundesstaaten und US-Territorien abgerufen. Dabei fiel dem bevölkerungsarmen Staat South Dakota die Rolle zu, jene Stimmen abzugeben, die Clinton schliesslich über die Schwelle der absoluten Mehrheit hoben.

    In einer symbolischen Demonstration der Geschlossenheit stellte wenig später Clintons Ex-Rivale Sanders den Antrag, die Nominierung Clintons per Akklamation zu bestätigen. Ein lautes «Aye!» («Ja!») schallte daraufhin durch den Saal. In einem ähnlichen Akt hatte vor acht Jahren die unterlegene Clinton den Parteitag aufgerufen, die Nominierung Obamas zu bestätigen.

    Wieder «Bernie»-Rufe

    Gleichwohl zeigt der bisherige Verlauf des Parteitags, dass Clintons Kandidatur in der Partei nicht auf ungeteilte Begeisterung stürzt. Auch am zweiten Tag der Versammlung brachen Sanders-Anhänger immer wieder in stürmische «Bernie, Bernie»-Sprechchöre aus.

    Zudem versuchten Sanders-Anhänger das Pressezentrum beim Nominierungsparteitag zu besetzen. Als die Polizei die Gruppe abdrängte, protestierte mehrere Dutzend friedlich vor den Medien-Arbeitsräumen. Einige brachten ihren Protest zum Ausdruck, in dem sie sich den Mund mit Klebeband zuklebten.

    Die Anhänger des 74-Jährigen nehmen unter anderem daran Anstoss, dass sich die meisten Superdelegierten schon für Clinton entschieden hatte, als Sanders noch gar nicht im Rennen war. Diese Superdelegierten sorgten schliesslich für einen sicheren Sieg Clintons.

    Sanders selbst hatte sich am Vortag in einer Parteitagsrede hinter Clinton gestellt und zum gemeinsamen Kampf gegen Trump aufgerufen. Sanders war beim Parteitag wie zuvor angekündigt als offizieller Gegenkandidat Clintons angetreten. Jedoch hatten Parteistrategen noch bis zuletzt versucht, eine Kampfabstimmung zu verhindern.

    An die Adresse seiner Anhänger sagte er: «Es ist jetzt einfach, Buhrufe auszustossen. Aber es ist schwierig, unseren Kindern in die Augen zu sehen, die in einem Land leben, das von Donald Trump regiert wird.»

    Bill Clinton wirbt für seine Frau

    Bill Clinton, Ex-Präsident und Ehemann der Kandidatin, würdigte als Hauptredner des zweiten Tages seine Frau als eine Politikern, die die Fähigkeit habe, Dinge zu verändern. «Hillary ist in einzigartiger Weise dazu geeignet, die Möglichkeiten, die sich uns bieten, zu ergreifen, und den Risiken, denen wir gegenüberstehen, zu begegnen», sagte der Ex-Präsident.


    (Video: Youtube/CNN)

    Am Mittwoch sollen Präsident Barack Obama, Vizepräsident Joe Biden und Clintons Vizepräsidentschaftskandidat Tim Kaine sprechen. Der Parteitag soll am Donnerstag mit einer Grundsatzrede von Hillary Clinton enden, in der sie die Nominierung feierlich annimmt.

    Clinton wird bei der Wahl im November gegen den rechtspopulistischen Immobilienmilliardär Donald Trump antreten. Dieser war in der vergangenen Woche von einem Parteitag der Republikaner nominiert worden.

  • 6.15 Uhr - Showstars  

    Schauspielerin Meryl Streep setzt sich für Hillary Clinton ein:


    (Video: Youtube/PBS NewsHour)

    Auch Alicia Keys tritt in Philadelphia auf:


    (Video: Youtube/PBS NewsHour)

  • 5.49 Uhr - Videobotschaft  

    Hillary Clinton hat sich nach ihrer Nominierung als Präsidentschaftskandidatin per Videobotschaft bedankt. «Das ist Euer Sieg», rief sie ihren Anhängern zu. Clinton war in der Nacht zum Mittwoch aus New York zugeschaltet.

    «Ich mag die erste Präsidentin der Vereinigten Staaten werden», sagte sie an junge Mädchen gerichtet, die zu später Stunde noch zusahen. «Aber eine von Euch ist die nächste.»

    Für Clinton hatte sich zuvor eine deutliche Mehrheit auf der mehr als 4700 Parteitagsdelegierten ausgesprochen. Es wird erwartet, dass die frühere Aussenministerin und First Lady ihre Nominierung bei ihrer Rede an diesem Donnerstag annehmen wird.


    (Video: Youtube/CNN)

  • 5.00 Uhr - Clinton preist Clinton  

    Der frühere US-Präsident Bill Clinton hat mit warmen Worten für seine Frau Hillary geworben. In seiner Rede vor den Delegierten würdigte er vor allem ihre Verdienste um die Verbesserung der Lage von Kindern im Süden der USA und eine Lockerung strikter Wahlrechtsgesetze in Texas. Zudem setzte Bill Clinton eine Spitze gegen den republikanischen Kandidaten Donald Trump. Seine Gattin würde «sich nie über behinderte Menschen lustig machen», sagte er. «Sie versuchte, sie zu bestärken.»


    Bill über Hillary Clinton. (Video: Youtube/CNN)

    Seine Ansprache eröffnete Bill Clinton mit persönlichen Anekdoten über die Anfänge seiner Liebe zu seiner Frau. «Ich habe ein Mädchen kennengelernt», sagte er zum Auftakt. Dann beschrieb er seine erste Begegnung mit Hillary Diane Rodham im Jahr 1971, als sie an der Universität Yale Jura studierte. Damals sei sie auf ihn zugekommen und habe ihm gesagt, dass er ihren Namen wissen sollte, wenn er sie weiter anstarre, erzählte Bill Clinton. Schliesslich habe er sie gefragt, ob sie nicht gemeinsam zu einem Kunstmuseum gehen wollten. «Seitdem gehen und reden und lachen wir», sagte er.

  • 3.23 Uhr - «Alles ist möglich»  

    US-Präsident Barack Obama schliesst den Versuch einer Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf nicht aus. «Alles ist möglich», antwortete er in einem am Dienstag ausgestrahlten Interview des TV-Senders NBC News auf eine entsprechende Frage.

    Hintergrund ist die Affäre um Tausende E-Mails aus der Führungsspitze von Obamas Demokraten, die am Wochenende an die Öffentlichkeit kamen und für Turbulenzen in der Partei sorgten. Die E-Mails deuten darauf hin, dass die Parteiführung Ex-Aussenministerin Hillary Clinton ihrem Rivalen Bernie Sanders als Kandidat für die Präsidentschaftswahl im November bevorzugt.


    (Video: NBC News)

    Er wisse, dass Experten Russland dahinter vermuteten, sagte Obama. Zum Motiv des Hackerangriffs könne er aber nichts sagen. Allerdings habe der republikanische Präsidentschaftskandidat wiederholt seine Bewunderung für den russischen Staatschef Wladimir Putin ausgedrückt.

    Die US-Demokraten haben russische Spione für einen Hacker-Angriff auf das Computer-Netz des nationalen Komitees der Partei verantwortlich gemacht. Die Regierung in Moskau hat eine Verwicklung bestritten.

  • 2.50 Uhr - Tränen  

    Als sein Bruder Larry die Auslandstimmen verteilte und über ihn sprach, packte es Bernie Sanders und er wurde sehr emotional.

    (Video: Youtube/CNN)

  • 2.36 Uhr - Demonstrationen  

    Anhänger des unterlegenen Bewerbers Bernie Sanders haben versucht, das Pressezentrum beim Nominierungsparteitag der US-Demokraten in Philadelphia zu besetzen. Die Polizei drängte die mehreren Dutzend Delegierten ab.

    Schliesslich protestierte die Gruppe friedlich vor den Medien-Arbeitsräumen. «Dies ist ziviler Ungehorsam», sagte Deane Evans, Delegierte aus dem Bundesstaat Washington im Westen der USA. Die Demokratische Partei habe den demokratischen Vorwahlprozess torpediert. «Es geht hier nur um Superdelegierte», sagte Evans.

    Diese hätten sich schon auf Clintons Seite geschlagen, noch ehe Sanders überhaupt das Rennen aufgenommen habe. «Das hier ist alles nur eine Show», sagte ein Delegierter aus Colorado. Einige Delegierte brachten ihren Protest zum Ausdruck, in dem sie sich den Mund mit Klebeband zuklebten.

  • 2.19 Uhr - Carter für Clinton  

    Der frühere US-Präsident Jimmy Carter hat seine Unterstützung für Hillary Clinton bekundet. Er stehe hinter der nun offiziell als Präsidentschaftskandidatin nominierten US-Demokratin, erklärte Carter in einer Videobotschaft. An die Adresse der versammelten Delegierten sagte Carter weiter: «Ich weiss, dass sie auch eure (Unterstützung) haben wird.»



    Es seien «gefährliche Zeiten», in denen die Nation jemanden mit «starkem Herzen», tiefer Kenntnis der Probleme und «ruhiger Hand» brauche. Zudem dankte Carter Clintons früherem parteiinternen Rivalen Bernie Sanders. Dieser habe junge Menschen mobilisiert und sie in den politischen Prozess hineingeführt, lobte der Expräsident. Carter war von 1977 bis 1981 Staatsoberhaupt der USA.

  • 1.23 Uhr - Sanders' Geste  

    Der unterlegene Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders hat die Nominierung von Hillary Clinton mit einer Geste der Eintracht perfekt gemacht. Als sein Heimatstaat Vermont dazu aufgerufen wurde, das dortige Abstimmungsergebnis der Vorwahl bekanntzugeben, unterbrach der Senator das langwierige Prozedere und bat die Delegierten um eine Kandidatenkür Clintons per Akklamation.



    Der gleichen Geste hatte sich Clinton selbst bedient, als sie 2008 im Nominierungsrennen Barack Obama unterlegen war, um zu zeigen, dass ihre Rivalität endgültig vorbei ist.

  • 0.49 Uhr - Nominierung  

    Die frühere Aussenministerin Hillary Clinton ist nun auch offiziell die Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten. Bem Parteitag in Philadelphia stimmten am Dienstag mehr als 2381 Delegierte für Clinton, womit sie die erforderliche absolute Mehrheit erreichte.

    Die 68-Jährige ist die erste Frau in der US-Geschichte, die von einer der grossen Parteien in das Rennen um das Weisse Haus geschickt wird und somit realistische Chancen auf des Präsidentenamt hat. Sie wird bei der Wahl im November gegen den rechtspopulistischen Immobilienmilliardär Donald Trump antreten. Er war in der vergangenen Woche von einem Parteitag der Republikaner nominiert worden.

    An der Kür Clintons hatte kein Zweifel bestanden. Die Ex-Aussenministerin hatte sich in den Vorwahlen der Demokraten gegen den linksgerichteten Senator Bernie Sanders durchgesetzt. Zudem hatte sie die grosse Mehrheit der sogenannten Superdelegierten hinter sich. Dies sind aktuelle oder frühere Amtsträger der Partei, die in ihrem Votum über den Kandidaten frei, also nicht an die Vorwahlergebnisse gebunden waren.

  • 9.00 Uhr  

    Politische Beobachter loben Bernie Sanders Rede, für den «Spiegel» ist sie gar die beste Rede seines Lebens. Bei vielen seiner Anhänger kommt sie hingegen nicht gut an. Scott Pelley, ein Nachrichtenmoderator des Senders CBS, ist sich sicher, dass der unterlegene Präsidentschaftsbewerber mit seinen Worten die Wunden der Demokraten geheilt hat. Die Meinung Pelleys findet in der Kritikerriege weitgehend Nachhall.

    David Muir vom Sender ABC und CNN-Korrespondent John King sind mit Pelley einer Meinung: Während Sanders' spätabendlicher Rede habe es beim demokratischen Nominierungsparteitag im Vergleich zu einer vorherigen Sanders-Ansprache am selben Tag mehr Jubel und weniger Buhrufe gegeben. Kings CNN-Kollege Paul Begala stellt fest: «Als Hillary-Mann hätte ich Bernie Sanders um nicht mehr bitten können.»

    Der Sender MSNBC findet im Saal bei manchen Sanders-Anhängern ein ganz anderes Bild vor. Viele sind deutlich weniger gewillt, ihrem Anführer wie von ihm gefordert ins Clinton-Lager zu folgen. «Ihn dabei zu sehen, wie er uns sagt, dass sie die beste Wahl ist, war für mich wirklich schwer zu akzeptieren», sagt die kalifornische Delegierte Bernadette Gomez. Für die Präsidentschaftswahl im November schmiedet sie nun andere Pläne: Sie will jetzt für die Grünen stimmen.

    Eine Delegierte aus Sanders' Heimatstaat Vermont, Ashley Andrea, sieht sich nach der Rede ebenfalls noch nicht auf der Seite der früheren US-Aussenministerin und First Lady Clinton. «Vielleicht wird sich meine Meinung nach Donnerstag ändern. Vorstellen kann ich mir das nicht», sagt sie mit Blick auf den Tag, an dem Clinton höchstwahrscheinlich die offizielle Nominierung der Partei annehmen wird. Vor der Rede hatte es für Clinton vermehrt Buhrufe aus dem Sanders-Lager gegeben. (AP)––

  • 5.24 Uhr - Sanders Rede  

    Bernie Sanders hat seine Anhänger aufgefordert, die voraussichtliche Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zu unterstützen. «Hillary Clinton muss die nächste Präsidentin der Vereinigten Staaten werden», rief er der Menge auf dem Parteitag in Philadelphia zu.


    Bernie Sanders' Rede zu den Demokraten. (Video: Youtube/CNN)

    Er forderte von seinen Unterstützern ausserdem, weiter für soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit einzustehen. «Der Kampf des Volkes, eine Regierung zu formen, die uns alle und nicht nur das eine Prozent repräsentiert (...), dieser Kampf geht weiter», sagte er.

    Niemand sei enttäuschter als er selbst, dass er das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten nicht gewonnen habe, fügte Sanders hinzu. Dennoch sollten seine Anhänger «mächtig stolz» über die politische Revolution sein, die sie gemeinsam entfacht hätten.

  • 4.55 Uhr - First Lady  

    Die First Lady der USA, Michelle Obama, hat leidenschaftlich für Hillary Clinton als künftige Präsidentin geworben. Bei der Wahl im November sei die frühere Aussenministerin «die einzige Person, von der ich glaube, dass sie wirklich qualifiziert» für das höchste Staatsamt sei, sagte die Präsidentengattin.

    Michelle Obama rühmte Clinton für ihre grosse politische Erfahrung und ihre Zähigkeit: «Was ich am meisten bewundere, ist, dass sie nie unter Druck nachgibt.» Clinton wähle nie den einfachen Ausweg und habe sich nie vor etwas gedrückt. Dies sei die Art von Präsident, die sie sich für ihre Töchter und alle Kinder des Landes wünsche, sagte die First Lady.


    Michelle Obama spricht zu den Demokraten. (Video: Youtube/CNN)

    Die Präsidentengattin sparte in ihrer Rede auch nicht mit Seitenhieben gegen den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. Im Präsidentenamt werde jemand gebraucht, der die Herausforderungen nicht in Schwarz-Weiss-Kategorien unterteile, sagte Michelle Obama in einer Anspielung auf den polarisierenden Wahlkampf des rechtspopulistischen Immobilienmilliardärs.

    Ohne Trump beim Namen zu nennen, spielte Michelle Obama auch auf dessen Gewohnheit an, seine Botschaften über den Internet-Kurznachrichtendienst Twitter zu verbreiten. Gebraucht werde jemand im höchsten Staatsamt, der nicht glaube, dass sich die Herausforderungen «in 140 Zeichen komprimieren lassen». Wer über die Befehlsgewalt über die Atomwaffen und die Streitkräfte verfüge, müsse «beständig und bedacht und gut informiert» sein.

  • 4.29 Uhr - Trump freut sich  

    Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump scheint die Kontroversen beim demokratischen Nominierungsparteitag zu geniessen. «Was für ein Chaos läuft bei denen», rief Trump seinen Anhängern auf einer Wahlkampfkundgebung in North Carolina zu.

    Seine Rivalin Hillary Clinton habe den Fehler begangen, sich nicht für einen liberaleren Vizepräsidentschaftskandidaten entschieden zu haben, mit dem er die Anhänger von Bernie Sanders hätte besänftigen können, sagte Trump. «Der verrückte Bernie dreht im Augenblick durch.»



    Bereits vor Trumps Rede wurde auf der Veranstaltung scharf gegen die Demokraten geschossen. Der afroamerikanische Pastor Mark Burns, der vor dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten auf der Bühne auftrat, bezeichnete US-Präsident Barack Obama als «Rassisten». Die Demokraten sollten sich schämen, die Mutter des vor zwei Jahren von einem weissen Polizisten erschossenen Schwarzen Michael Brown zu ihrem Parteitag eingeladen zu haben.

  • 2.51 Uhr - Verhaftungen  

    Bei Protesten am Rande des Parteitags der Demokraten sind mehr als 40 Demonstranten festgenommen worden. Sie hätten versucht, über die Barrikaden an der Sicherheitszone rund ums Tagungsgelände in Philadelphia zu klettern, sagte Chefermittler Joseph Sullivan. Später wurden die Protestler wieder freigelassen, doch bekamen 55 Personen eine Vorladung wegen ordnungswidrigem Verhalten.

    Bei den meisten Demonstranten handelte es sich um Anhänger des unterlegenen demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Bernie Sanders. Hunderte Protestler waren zuvor trotz sengender Hitze kilometerlang zum Parteitagsgelände im Süden Philadelphias marschiert.

    Auf Anordnung der öffentlichen Verkehrsbetriebe dürfen Bürger ohne Ticket für den Parteitag nicht länger mit der U-Bahn zur Endstation der Arena fahren. Um die Massnahme hatte die Polizei gebeten, um die Menschenmengen vor dem Veranstaltungsort besser kontrollieren zu können.

  • 23.36 Uhr - Entschuldigung  

    Zu Beginn der Versammlung in Philadelphia entschuldigte sich die Parteiführung bei dem in den Vorwahlen unterlegenen Senator Bernie Sanders für die ans Licht geratenen Mails, in denen Parteifunktionäre abschätzige Kommentare über den Clinton-Rivalen machten.



    Ungeachtet der Enthüllungen übte sich Sanders, der Clinton während der Vorwahlen hart angegriffen und ihr sogar die Eignung für das höchste Staatsamt abgesprochen hatte, im Schulterschluss mit der früheren Aussenministerin. In einer Rede kurz vor Parteitagsbeginn appellierte er an seine Anhänger, die Reihen im Kampf gegen den republikanischen Kandidaten Donald Trump zu schliessen, den er als «Grobian und Demagogen» bezeichnete.

  • 20.33 Uhr - Eröffnung  

    Die US-Demokraten sind in Philadelphia zu ihrem Nominierungsparteitag zusammengekommen. Mehr als 4700 Delegierte aus allen 50 Staaten und sechs Territorien wollen im Laufe des viertägigen Konvents die frühere Aussenministerin Hillary Clinton zur Präsidentschaftskandidatin küren.

    Clinton soll in das Rennen um das Weisse Haus gegen den Republikaner-Kandidaten Donald Trump gehen.

    Der Start des Parteitags war von einer E-Mail-Affäre überschattet worden, die Einseitigkeit der Parteiführung im Vorwahlkampf für das Lager Clintons und zum Nachteil ihres Kontrahenten Bernie Sanders offenbart.

    Parteichefin Debbie Wasserman Schultz trat im Zuge der Affäre zurück. Der Parteitag wurde von der Parteisekretärin und Bürgermeisterin von Baltimore, Stephanie Rawlings-Blake eröffnet.

(chk/sda/AP/AFP)

(Erstellt: 26.07.2016, 04:19 Uhr)

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