«Ein versagender Haufen Müll» – Trump attackiert die Medien

Was er zum Sex-Dossier sagt, wie wenig er von den Medien hält und warum er hart gegenüber Russland sein will – das war Trumps erste Pressekonferenz nach dem Wahlsieg.

«Es war Russland»: Trump äussert sich in seiner Pressekonferenz zu den Cyber-Attacken während des Wahlkampfs. Video (Quelle:AFP)

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    Das Wichtigste in Kürze:

    Die Mauer an der Grenze zu Mexiko kommt: Trump will mit dem Mauerbau schon kurz nach seiner Amtseinführung loslegen. Bezahlen soll das Ganze: Mexiko.

    Obamas Gesundheitsreform geht: Bye Bye Obamacare. Trump plant, das erst von Obama eingeführte Krankenversicherungssystem alsbald abzuschaffen. Den Plan für ein neues Gesundheitssystem präsentierte er noch nicht.

    Russland steckt hinter den Hacker-Angriffen: Trump macht Putin für die Cyber-Attacken während des US-Wahlkampfs verantwortlich. Im Falle des Falles will er einen harten Kurs gegenüber Russland fahren.

    Harte Medien-Schelte: Die Online-Plattform BuzzFeed bezeichnet Trump als «einen versagenden Haufen Müll», mit einem CNN-Reporter liefert er sich ein heftiges Wortgefecht. Trump empört sich angesichts des angeblichen russischen Geheimdossiers über einzelne Medien als Fake News-Schleudern.

    Sex-Dossier eine «Falschmeldung»: Angebliche Geheimdienstenthüllungen über ein pikantes russisches Trump-Dossier bezeichnet Trump als Lügen und Schmierenkampagne.

    Trump, der Jobmotor: «Ich werde der grösste Stellenschaffer sein, den Gott je geschaffen hat,» sagt Trump selbstsicher. Unternehmen, die ihren Hauptsitz oder die Produktion ins Ausland verlagern wollen, droht er eine Strafzahlung an.

    Das Trump-Imperium bleibt fest in Familienhand: Trumps Söhne sollen die Unternehmensführung übernehmen.

  • Ende der Medienkonferenz  

    Die Pressekonferenz ist beendet.

  • Kontakte nach Russland  

    «Was ist Ihre Botschaft an Wladimir Putin», fragt eine Journalistin im Hinblick auf die Cyber-Attacken.

    «Er hätte es nicht tun sollen, ich glaube er wird es nicht mehr tun und er wird uns in Zukunft mehr respektieren», lautet Trumps Antwort.

    Und weiter: «Wir werden international an Respekt gewinnen.» Die USA würden von allen gehackt – nicht nur von Russland, sondern auch von anderen. China zum Beispiel.

    Auf die Frage der Journalistin, ob Trump hier und heute jegliche Kontakte nach Russland abstreitet, antwortet Trump allerdings nicht.

    Er geht erneut auf die Bekämpfung von Cyber-Attacken ein: Wer in seinem Kabinett und unter seiner Regierung einen schlechten Job mache, den werde er «persönlich feuern», sagt der zukünftige US-Präsident.

  • Geheimdienste  

    «Vertrauen Sie den US-Geheimdiensten, Mr. Trump?» fragt eine anwesenden Reporterin.

    Binnen 90 Tagen werde es, so Trump, ein ausführliches Papier zur Lage-Beurteilung der US-Geheimdienste geben. Insbesondere solle es darum um neue Abwehrmöglichkeiten gegen Cyber-Attacken geben.

    «Jeder versucht, die USA zu hacken. Und darunter eben auch Russland», sagt Trump. Seinem Vorgänger und der Demokratischen Partei wirft er vor, die Nation nicht entsprechend gegen solche Angriffe geschützt zu haben.

  • Attacke auf Medien  

    Donald Trump droht den Medien mit Sanktionen. Die Online-Plattform BuzzFeed bezeichnet er als «einen versagenden Haufen Müll». Dem CNN-Reporter Jim Acosta attestierte Trump: «Du bist Fake-News.»

    Er lässt CNN-Reporter Jim Acosta nicht zu Wort kommen und liefert sich mit ihm ein heftiges Wortgefecht.

    Auch eine Frage eines Reporters der britischen BBC, ob Trump persönliche Konsequenzen ziehen würde, falls sich Teile der Vorwürfe erhärten sollten, beantwortete der künftige US-Präsident schroff und knapp: «Sie erhärten sich nicht.»

  • Die Fake News-Frage  

    «Das ist eine Schande, das falsche Informationen an die Öffentlichkeit herausgegeben werden. So wäre es auch in Nazi-Deutschland gelaufen.» Harte Worte gegen die anwesenden Medien-Vertreter und die US-Medien.




    Trump ist empört: Dass die Papiere veröffentlicht worden seien, sei in seinen Augen eine «absolute Schande». «Solch ein Blödsinn hätte niemals veröffentlicht werden dürfen.»

  • Die Mauer zu Mexiko  

    Trump spricht über einen Deal mit Mexiko, die Verhandlungen wolle er sofort nach seinem Amtsantritt aufnehmen. Im Wahlkampf hatte er angekündigt, die Grenzanlagen stark auszubauen und eine Mauer zu errichten, um die illegale Einwanderung zu stoppen. «Mexiko wird uns die Mauer bezahlen, genauso habe ich es gesagt und genauso wird es kommen.»

    Die Zustimmung Mexikos wolle er dabei nicht einholen, sagte Trump. «Ich könnte nun anderthalb Jahre abwarten, bis wir unsere Verhandlungen mit Mexiko abschliessen», sagte er. «Ich will aber nicht warten.» Er fügte hinzu: «Mexiko wird dafür bezahlen – sei es in Form einer Geldleistung oder einer Abgabe.»

    Bei der geplanten Grenzbefestigung werde es sich «nicht um einen Zaun, sondern um eine Mauer» handeln, sagte Trump.

  • Strafzahlungen für Konzerne  

    «Wenn Unternehmen in Zukunft ihren Unternehmenssitz ausserhalb der US-Grenzen verlegen wollen, werden sie eine hohe Abgabe entrichten müssen,» kündigt Trump an.

    Auf diesem Wege wolle er verhindern, dass Konzerne abwandern und Arbeitsplätze auslagern.

  • Gesundheitspolitik  

    Das Ende von Obamacare:

    Von einer Reporterin auf die Zukunft des US-Gesundheitssystems, speziell die von Obama eingeführte Versicherung für alle US-Bürger, Obamacare, angesprochen, kündigt der zukünftige Präsident an, bald einen ufassenden Plan vorzulegen.

    «Das allein von den Demokraten erschaffene Problem Obamacare» werde dann von einem neuen, effizienteren System abgelöst.

  • Handelsbeziehungen  

    Jetzt spricht Trump über sein Kabinett: «Ich werde das beste Kabinett zusammenstellen, das wir je hatten.»

    «Unsere aktuellen Handelsverträge sind ein absolutes Desaster», kommentiert der Präsident die aktuellen Handelsbeziehungen der USA.

  • Das Trump-Imperium  

    Was geschieht im Detail mit Trumps Unternehmen und Beteiligungen, wenn er am 20. Januar das Amt des US-Präsidenten übernimmt?

    Trump will die Kontrolle über sein Firmenimperium an seine beiden erwachsenen Söhne und einen erfahrenen Manager übergeben. Sein Geschäftsvermögen werde er in eine Treuhandgesellschaft stecken. Damit sollten Bedenken über einen Interessenskonflikt während seiner Präsidentschaft zerstreut werden.

    Der Wechsel solle zeitgleich mit der Vereidigung Trumps am 20. Januar stattfinden. Neue Geschäftsverträge im Ausland werde das Trump-Imperium nicht abschliessen. Geschäfte imInland könnten dagegen weiter verfolgt werden. Profite aus den Zahlungen ausländischer Regierungen an Hotels der Gruppe würden an das US-Finanzministerium gespendet.

    Die Pläne bleiben hinter dem zurück, was einige Experten für Regierungsethik von Trump gefordert hatten: dass er seine Vermögenswerte verkauft und das Geld von unabhängigen Managern verwalten lässt. So haben es viele frühere US-Präsidenten getan.

  • Ivanka wird Hausfrau  

    Jetzt spricht Sheri Dillon, eine Anwältin Trumps. Sie erklärt, dass Donald Trump seine unternehmerischen Geschäfte übergeben wird.

    Seine Söhne und Treuhänder würden die Unternehmen weiter führen. Seine Tochter Ivanka Trump hingegen, bekannt als toughe Geschäftsfrau, werde nicht weiter in die Geschäfte eingebunden, um mögliche Interessenskonflikte zu vermeiden. Sie werde sich ab jetzt voll und ganz auf die Erziehung ihrer Kinder konzentrieren. Ivanka Trumps Ehemann Jared Kushner war gestern zum engen Berater des zukünftigen US-Präsidenten erklärt worden.

  • Cyber-Attacken  

    Trump macht Russland für die Hacker-Angriffe verantwortlich.

    Bislang hatte er genau daran immer wieder laut gezweifelt. Allerdings, sagt Trump weiter, und entkräftigt damit seinen Angriff nach vorn und gegen Russland ein Stückweit, gebe es in der heutigen Zeit eben immer wieder und häufig Hacker-Angriffe auf diverse Ziele.

  • Steuer-Erklärung  

    Eine Journalistin unterbricht Trump und spricht in erneut auf Hacking-Vorwürfe und seine umstrittene Steuererklärung an. Der zukünftige US-Präsident hatte sich – gegen gängige Konventionen des US-Politbetriebs – standhaft geweigert, seine Steuererklärung öffentlich zu machen. Als ein entsprechendes Papier an die Öffentlichkeit geleakt wurde, sprachen Indizien dafür, dass Trump in den 90er Jahren Teile seines Einkommens nicht deklariert hatte.

    Trump sagt: «Die US-Bürger interessieren sich nicht dafür.»

    href="https://twitter.com/ABC/status/819223584551759872">January 11, 2017

  • Interessens-Konflikte  

    Jetzt geht es um Interessenskonflikte:

    «Am Wochenende wurde mir ein Milliarden-Dollar-Deal mit einem grossartigen Geschäftsmann angeboten, in Dubai – ich habe abgelehnt,» sagt Trump.

    Doch auch als Präsident könne er weiterhin seine Firmen führen, «ich bin der einzige Mensch, der das tun könnte, ohne in einen Interessenskonflikt zu geraten».

  • Trump über Putin  

    «Wenn Putin Donald Trump mag, dann sehe ich das als eindeutigen Vorteil an.» Und weiter: «Glaubt in diesem Raum allen Ernstes jemand, dass Hillary härter mit Putin verhandeln kann als ich?»

    Er werde hart gegenüber Russland handeln, sehe es aber als Vorteil an, wenn es ein gutes Verhältnis zwischen beiden Staaten gebe.

  • Sex-Dossier  

    Jetzt geht es mit Fragen los. Das Thema: Geheimdienstberichte.

    Trump äussert sich zum Russland-Dossier: «Das sind alles Fake-News», sagt Donald Trump. Auch die republikanische Partei sei gehackt worden.

    «Kaputte Menschen» hätten den Report erstellt, sagt Trump.

  • Trump spricht  

    Es geht los, Trump hat das Wort ergriffen.

    Die Geheimdienstenthüllungen bezeichnet er erneut als «Unsinn», der niemals hätte veröffentlicht werden dürfen.

    Kurz darauf äussert er sich zum US-Arbeitsmarkt: «Ich werde der grösste Stellenschaffer sein, den Gott je geschaffen hat.»

  • Pence am Rednerpult  

    Der zukünftige Vizepräsident Pence ergreift das Wort. Er bezeichnet das Russland-Dossier als Fake News – eine Falschmeldung.

  • Trump ist da  

    Und gleich geht es los: Donald Trump hat den Saal betreten.

    An seiner Seite: seine Kindern Ivanka, Eric und Donald Trump Jr.

  • Gleich geht es los  

    Die Nationalhymne ist erklungen, die Reporter sprechen ihre Antexter in die Mikrofone. Nur einer fehlt noch – der zukünftige, 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

    Gleich wird er sich der Presse stellen. Der lang erwartete offizielle Termin wurde im Voraus immer wieder verschoben. Begründung: Trumps Team brauche noch mehr Zeit zur Vorbereitung.

    Die Medienkonferenz findet nun nur einen Tag nach der letzten Rede des amtierenden Präsidenten Barack Obama statt. Darin sagte Obama: «Die Zukunft ist in guten Händen».

  • Warten auf Trump  

    «Donald Trump, Donald Trump» rufen die erwartungsvollen Zuschauer im Trump-Tower. Noch warten sie auf den zukünftigen Präsidenten.

  • Brisantes Dossier  

    Ein zentrales Thema der Medienkonferenz dürften die US-Beziehungen zu Russland sein:

    Seit heute Nacht macht ein angebliches russisches Geheimdossier zum zukünftigen US-Präsidenten Schlagzeilen. Eine Falschmeldung, wie Donald Trump selber nicht müde wird zu behaupten? Immerhin erachteten die US-Geheimdienste die Unterlagen als so brisant, dass sie führende Politiker des Landes umgehend informierten.

    «Ich habe nichts mit Russland zu tun», schrieb Trump heute auf Twitter und verglich die Berichte mit einer «Hexenjagd». Umgehend dementiert hat auch die russische Regierung; sie wies Berichte über ein Dossier mit belastendem Material als «völligen Unsinn» zurück.

  • Wirtschaftliche Interessen?  

    Thema sein dürfte heute auch, wie der Immobilienmilliardär Trump seine geschäftlichen Aktivitäten während seiner Präsidentschaft regeln will. Dabei stelllt sich vor allem die Frage nach Interessenkonflikten.

  • Lage auf den Märkten  

    Mit Spannung erwartet werden auch mögliche Aussagen zum wirtschaftspolitischen Kurs Trumps. Laut Experten lässt sich dieser nach einem inhaltlich schwammigen Wahlkampf nur schwer voraussagen. Anleger dürften vor allem auf Aussagen zur Fiskalpolitik achten.

  • Senats-Anhörungen  

    Trump wird am Freitag kommender Woche vereidigt. Parallel zu seiner Pressekonferenz werden heute im Senat in Washington die Anhörungen der Kandidaten für sein Kabinett fortgesetzt. Befragt wird unter anderem der designierte Aussenminister Rex Tillerson, der bislang Chef des Ölkonzerns ExxonMobil ist.

(jdr/sda)

(Erstellt: 11.01.2017, 16:58 Uhr)

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