«Wir werden BP aus dem Weg drängen»
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Die Regierung der USA ist verärgert über den mangelnden Fortschritt des britischen Energiekonzerns BP (BPAM 4.999 1.52%) beim Vorgehen gegen die Ölpest im Golf vom Mexiko. Sie hat dem Konzern den Rauswurf angedroht.
BP lasse bei seinen Bemühungen, das Bohrloch zu verschliessen, Frist um Frist verstreichen, sagte US-Innenminister Ken Salazar am Sonntag nach einem Besuch in der BP-Firmenzentrale in Houston. «Wenn wir herausfinden, dass sie nicht tun, was sie vorgeben zu tun, dann werden wir BP in geeigneter Weise aus dem Weg drängen», sagte Salazar.
Arbeiten verschoben
Salazar bezog sich bei seinen Aussagen unter anderem darauf, dass BP einen ursprünglich für Sonntag geplanten Versuch, das Bohrloch zu verschliessen, verschoben hat. Die Arbeiten sollen nun frühestens am Dienstagabend oder am Mittwochmorgen beginnen.
BP plant, das Bohrloch mit schwerem Schlamm und Zement zu verschliessen. Klappe das nicht, gebe es noch weitere Möglichkeiten, sagte BP-Geschäftsführer Bob Dudley am Sonntag.
Was nach einem tatsächlichen Ausschluss von BP passieren würde, war nicht klar. Die US-Regierung könne das Problem nicht lösen, da die gesamte Technologie für einen Verschluss des Bohrloches bei BP und der Industrie liege, sagte der Chef der Küstenwache, Admiral Thad Allen am Sonntag - noch bevor Salazar BP den Rauswurf androhte.
BP in «Existenzkrise»
BP sei bereit, mehr als die 75 Millionen Dollar für die Säuberung der US-Küsten zu bezahlen, sagte Salazar. Diese Summe schreibt das Gesetz in den USA als Obergrenze für die Haftung für wirtschaftliche Folgen von Ölunfällen vor. Experten schätzen, dass die Kosten für Reinigung und Schadenersatz in die Milliarden gehen.
Salazar sieht BP wegen der Ölpest in einer «Existenzkrise». Er bezweifle nicht, dass BP alles in seiner Macht Stehende tue, um das Problem zu lösen, sagte er. Die Ölkatastrophe bedeute aber «eine Existenzkrise für eines der grössten Unternehmen der Welt».
Sonderausschuss eingesetzt
Am Samstag hatte US-Präsident Barack Obama den Einsatz eines unabhängigen Sonderausschusses angekündigt. Das Gremium soll die Umstände des Ölunfalls und den Umgang mit dessen Folgen klären, sagte er in seiner wöchentlichen Radioansprache.
Obama äusserte sich indirekt auch zu Forderungen, Ölbohrungen vor den Küsten wegen der Umweltgefahren ganz einzustellen. Die eigenständige Energieversorgung der USA sei sein Ziel, «von dem ich nicht abweiche», sagte er. Allerdings könnten Offshore-Bohrungen nur fortgesetzt werden, wenn sichergestellt sei, dass «ein Desaster wie das BP-Ölleck sich nicht wiederholen kann».
Massive Verseuchung
Am 20. April war die Ölplattform «Deepwater Horizon» im Golf von Mexiko explodiert und zwei Tage später gesunken. Seither strömen täglich riesige Mengen Öl ins Meer. Bisher scheiterten alle Versuche, das Bohrloch dicht zu machen.
Auf die Küste von Louisana schwappte am Wochenende immer mehr schweres Öl. Auf Anfang Woche erwarteten Experten insbesondere eine massive Verseuchung von Buchten und Stränden westlich des Mississippi.
BP-Geschäftsführer Dudley räumte ein, dass die Ölpest «katastrophal» sei. BP teilte zudem mit, dass die Menge des abgesaugten Öls kleiner sei als zuletzt mitgeteilt. Ein Sprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa, es seien nur gut 300 Tonnen - statt 700 - pro Tag. BP habe die Kalkulationsmethode geändert. (oku/sda)
Erstellt: 24.05.2010, 15:59 Uhr
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