«Wir haben einen Punkt erreicht, bei dem das Ganze paranoid wird»
Interview: Martin Sturzenegger. Aktualisiert am 29.04.2011 80 Kommentare
Artikel zum Thema
Obamas Auftritt bei der Pressekonferenz am Mittwoch. (Video: Reuters )
«Die Diskussion nimmt zusehends rassistische Züge an»: TA-Korrespondent Martin Kilian.
Stichworte
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Nach langem Zögern hat Barack Obama den Beweis seiner US-Staatsbürgerschaft erbracht, indem er seine Geburtsurkunde vorlegte. Ist das Thema jetzt vom Tisch?
Nein. Viele Amerikaner glauben nach wie vor, dass Obama eigentlich kein richtiger Amerikaner ist.
Aber der Beweis wurde erbracht. Schwarz auf weiss.
Die Urkunde wird nur die Meinung derjenigen beeinflussen, die leise Zweifel an der US-Staatsbürgerschaft des Präsidenten hegten. Das waren viele. Doch der harte Kern, die sogenannten Birthers, äusserte bereits Zweifel über die Echtheit der Urkunde. Wir haben einen Punkt erreicht, bei dem das Ganze paranoid wird. Jetzt melden sich viele Verschwörungstheoretiker mit teils absurden Aussagen. Die Diskussion um Obamas Herkunft nimmt zusehends auch rassistische Züge an.
Lässt sich beziffern, wie viele Leute immer noch glauben, dass Obama kein US-Amerikaner ist?
Ich schätze den Anteil dieser Leute auf 20–25 Prozent.
Gemässigte Republikaner machen Barack Obama den Vorwurf, er hätte gar nicht auf die Vorwürfe eingehen dürfen. Damit lenke er nur von den «echten» Problemen der USA ab.
Durch die ganze Debatte ist der Druck auf Barack Obama derart gross geworden, dass er gar nicht mehr anders konnte. Weil die Geschichte derart hohe Wellen schlug, musste er den Beweis erbringen. Entsprechend genervt zeigte er sich bei der gestrigen Pressekonferenz (siehe Video). Seine Berater haben ihm wohl zu diesem Schritt geraten, damit die Angelegenheit noch vor der Wahlkampagne zu den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2012 aus der Welt geschafft ist.
Wird Obama dieses Ziel erreichen?
Nein. Er konnte zwar gewisse Zweifler, auch aus dem demokratischen Lager, wieder auf seine Seite holen, doch gerade auf der rechtskonservativen Seite ist die Diskussion erst recht angeheizt. Jetzt kommen die nächsten Forderungen: Donald Trump verlangt nun, Obama müsse seine Schulzeugnisse vorlegen. Dies gestützt auf seinem angeblichen Wissen, dass der Präsident ein schlechter Schüler gewesen sei und gar nicht hätte an die Universitäten zugelassen werden dürfen, die er besuchte.
Diese Forderungen wirken wie ein Akt der Verzweiflung. Finden die Gegner Obamas keinen anderen Weg, ihn aus dem Weissen Haus zu verdrängen?
Auf uns Europäer mag dies verzweifelt wirken. Doch in Amerika finden solche Verschwörungstheorien durchaus Anklang. Man darf auch nicht vergessen, dass Donald Trump sich mit der Diskussion um Obamas Geburtsurkunde viel Publizität verschaffte. Im Hinblick auf eine allfällige Präsidentschaftskandidatur des Republikaners ist das nicht das schlechteste Mittel.
Donald Trumps Umfragewerte sind hoch. Besitzt er ernsthafte Chancen im nächsten Jahr Präsident zu werden?
Ich glaube nicht. Die guten Werte rühren wohl vor allem daher, dass andere republikanische Kandidaten noch nicht so bekannt sind wie Trump.
Und wieso sollte nicht Donald Trump den Präsidenten herausfordern?
In seiner Zeit als Unternehmer vertrat Donald Trump demokratische Werte und stimmte auch entsprechend. Das macht ihn nun für einen Teil der Republikaner unglaubwürdig. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 28.04.2011, 17:22 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
80 Kommentare
nana, Obama ist ein produkt von Area 51, Nach dem Ufo Absturz hat man den Aliens Gen-Material entnommen und in den Jungen Obama eingepflanzt. danach hat man Ihn zusammen mit Elvis zur Mondstation gebracht um die Weltherschaft am 24.12.2012 zu übernehmen und die ganze Menschheit vernichten, jetzt können wir nur hoffen das Al-Kaida diese leute Stoppen! ;) Antworten
Ausland
- 23:21Iran kündigt Zugang zu Parchin an
- 22:51Proteste im Libanon nach Entführung
- 22:03Oskar Lafontaine verzichtet auf Kandidatur für Parteivorsitz
- 18:21Der gefürchtete Grieche zu Besuch in Berlin
- 16:09Spardiskussion, Eurobonds und dann auch noch die Schäuble-Frage
- 14:12Suu Kyi hält Nobelpreisrede – mit 21 Jahren Verspätung
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Bitte warten

