«Wir haben den Feind nie verstanden»
Aktualisiert am 12.09.2011 20 Kommentare
Ali Soufan im Interview auf CBSNews.com
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Für den einstigen Mitarbeiter des FBI Ali Soufan ist klar: «Al-Qaida ist definitiv und bedeutend beschädigt. Wir erleben gerade den Beginn einer neuen Ära.» Dies sagte der 40-jährige Amerikaner mit libanesischen Wurzeln im Interview mit dem deutschen Magazin «Spiegel» (Artikel online nicht zugänglich). Doch der Weg zu diesem Ziel war steinig und hat den Ruf der USA erheblich beschädigt. «Wir haben Fehler begangen. Aber wir haben alles auf den Tisch gelegt und gesagt, wir stellen uns dem», erklärte Soufan.
Das Hauptproblem war laut Soufan die sogenannte chinesische Mauer zwischen CIA und FBI. Neue Richtlinien zur Organisation der Beziehungen zwischen Geheimdiensten und Strafermittlungsbehörden seien missverstanden worden und hätten zu grossen Wissenslücken im Vorfeld von 9/11 geführt.
«Wir hatten verwertbare, wichtige Erkenntnisse, leiteten sie an die CIA weiter, aber dort wurden sie nicht beachtet. Die CIA kannte die Namen von zwei 9/11-Hijackern, die später das Flugzeug ins Pentagon flogen. Aber sie setzten sie nicht auf die No-fly-Liste», sagte er gegenüber dem «Spiegel».
Die ideologische Motivation unterschätzt
Der Ex-Agent sah den Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden zum ersten Mal in einem arabischen Magazin – Jahre vor den Anschlägen in New York. «Ich dachte: ‹Was ist denn das für ein Kerl?› Dann las ich weiter und begann mir Sorgen zu machen – aufgrund seiner Rhetorik vor allem. Jemand, der im Libanon aufgewachsen ist, versteht diese Rhetorik. Als er dann im Februar 1998 seine Fatwa gegen Amerika erliess, änderte sich unser Interesse an ihm.»
Trotz jahrelanger Beobachtung und Verfolgung glaubt Soufan, dass die USA die ideologische Motivation von al-Qaida schwer unterschätzt haben. «Wir haben im Krieg gegen den Terror nicht nur vergessen, wer wir sind. Wir haben unseren Feind nicht verstanden. Denen geht es nicht um Politik.»
Hamdan hätte ein Schlüsselzeuge werden können
Ali Soufan war damals einer der wenigen FBI-Agenten, die Arabisch sprachen und den Koran in Vernehmungen zitieren konnten. Laut Soufan half ihm das bei seiner Arbeit – vor allem aber beim Verhör von Bin Ladens Fahrer Salim Ahmed Hamdan in Guantánamo enorm. «Ich habe mir angewöhnt, mich neben Hamdan auf den Boden zu legen, so als ob wir ein Nickerchen machen würden, aber dann haben wir geredet», sagte er.
«Hamdan hätte ein Schlüsselzeuge in den anstehenden Prozessen sein können. Als Bin Ladens Fahrer kannte er jeden, er war einer derjenigen, die die grösste Nähe zu ihm hatten», so Soufan im «Spiegel»-Interview weiter. Doch dann habe ihn das Weisse Haus auf Empfehlung des Pentagons zum feindlichen Kämpfer erklärt. Aufgrund dessen hat er einen Anwalt bekommen und konnte nicht mehr weiter mit uns kooperieren. (wid)
Erstellt: 12.09.2011, 16:39 Uhr
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20 Kommentare
Was der reichlich blöde Herr sagte, ist bereits in mehreren Büchern nachzulesen. Der ist sich kaum bewusst, welchen Schaden sein Heimatland weltweit angerichtet hat. Die wahren Terroristen sitzen in den USA: Es reicht zu sehen, wie die Regimes seit dem Zweiten Weltkrieg mit ihrem Volk umgegangen sind. Antworten
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