Wie man Kyoto erreichen könnte
Von Martin Läubli. Aktualisiert am 07.12.2010 6 Kommentare
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Es reicht offensichtlich nicht, wenn die besten Klimaforscher der Welt eindringlich vor einem Klimawandel warnen. Die Vertragsstaaten der Klimakonvention zeigen jedenfalls an der Klimakonferenz in Cancún keine Einigkeit, Treibhausgase zu reduzieren: Japan will nur, wenn die ganze Welt mitmacht. Die USA legen Wert auf den Lebensstil, der nicht infrage gestellt werden darf. China macht schon viel Klimaschutz, aber das Wirtschaftswachstum geht vor. Europa möchte vorangehen, aber es folgen nicht alle.
In diesem Kontext ist eine gute Nachricht völlig untergegangen. Die Quellen des billigen Erdöls werden allmählich versiegen. Das ist keine der vielen Ankündigungen vom Ende des fossilen Zeitalters der Umweltorganisationen. Das sagt die Internationale Energieagentur (IEA), die sonst durch konservative Schätzungen bekannt ist.
Nachfrage bleibt ungedeckt
Natürlich: Da sind zwar noch die Teersande in Kanada und Venezuela oder das Tiefseeöl in Mexiko. Deren Gewinnung ist allerdings kostspielig und zerstört die Natur. Das ökonomische Risiko ist selbst für Erdölmultis wie BP gross, wie die Katastrophe im Golf von Mexiko zeigt. Unsicher ist auch, um wie viel Saudiarabien die Fördermenge steigern kann. Die geologischen Indizien zeigen, dass keine grossen Lager mehr vorhanden sein können. Auch die neuen Funde im Iran werden die gesteigerte Nachfrage nach Erdöl nicht decken, glauben Experten.
Für den Klimaschutz ist dadurch aber noch nichts gewonnen. Die Erdölfirmen werden alles unternehmen, den letzten Tropfen aus dem Boden zu holen. Und auch die Konsumenten sind nach wie vor bereit, einen hohen Preis dafür zu zahlen. Zudem besteht die Gefahr, dass mit der steigenden Nachfrage nach erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne das Interesse an Erdöl sinkt. Das macht den Rohstoff wieder billiger und attraktiv für Länder, die sich teure alternative Energien nicht leisten können.
Alternativen attraktiv machen
Der Weg, um die weltweite Energieversorgung von fossil auf erneuerbar umzustellen, ist, alternative Lösungen attraktiv zu machen. Die internationale Klimapolitik versucht es, indem sie die Reduktion von Treibhausgasen aus der Verbrennung fossiler Energien vorschreiben will. Wie sich in Cancún zeigt, ist das ein mühsamer Weg.
Effektvoller wäre zum Beispiel, die Subventionen auf fossile Energien in die Kasse umzulenken, die zugunsten einer sauberen Energieversorgung für Entwicklungsländer geäufnet wird. Allein der Konsum von Erdöl, Kohle und Erdgas wurde 2008 weltweit um mehr als 550 Milliarden Dollar subventioniert.
Die IEA rechnet, dass ohne diese Unterstützung die Nachfrage um 6 Prozent reduziert werden könnte und der weltweite CO2 um 7 Prozent. Das wäre mehr als das Ziel des Kyoto-Protokolls. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 06.12.2010, 21:04 Uhr
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6 Kommentare
Was die IEA genau gesagt hat: die Förderung aus bestehende Quellen geht um 6.7% pro Jahr zurück (um 50% bis 2020). Die IEA hat keine Ahnung wie der Verlust zu ersetzen ist ("noch zu entwicklen: wie im Golf von Mexico?, noch zu finden: wo denn?"). Also, es braucht Investionen in den öV, die Steuerabzüge für Pendler müssen weg, und jegliche Strassenbau ist für die Katz. Weniger Öl = weniger MIV. Antworten
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