«Wer die USA kritisierte, kann jetzt nicht nur herumstehen»

An der Uno-Vollversammlung hat der amerikanische Präsident Barack Obama an die internationale Gemeinschaft appelliert, die globalen Probleme gemeinsam zu schultern.

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«Unsere Arbeit muss jetzt beginnen»: Barack Obama. (Quelle: Reuters)


Eine neue Ära der Zusammenarbeit müsse beginnen, sagte Barack Obama am Mittwoch in seiner mit Spannung erwarteten ersten Rede vor der Uno-Vollversammlung in New York. «Diejenigen, die früher Amerika für Alleingänge gerügt haben, können nun nicht einfach nur herumstehen und darauf warten, dass Amerika die Probleme der Welt alleine löst», sagte der US-Präsident.

Um eine friedliche und prosperierende Zukunft zu sichern, seien vier Voraussetzungen notwendig, erklärte Obama: die nukleare Abrüstung, die Förderung von Frieden und Sicherheit, die Rettung der Erde und die Sicherung einer Weltwirtschaft, die allen Menschen eine Chance biete. Diese vier Säulen müssten «die Leitlinien der internationalen Zusammenarbeit» sein.

Obama räumte zugleich an, dass die US-Politik der vergangenen Jahre teils zu Recht kritisiert worden sei. Die Staats- und Regierungschefs dürften sich aber nicht über Unterschiede zu anderen definieren, sondern über Gemeinsamkeiten. In der Vergangenheit seien die Vereinten Nationen oft ein Forum der Zwietracht und nicht der Gemeinsamkeit gewesen.

Neues Kapitel der Zusammenarbeit

Die USA seien bereit, ein neues Kapitel der internationalen Zusammenarbeit aufzuschlagen, sagte Obama. Dabei sollten die Rechte und Pflichten aller Staaten anerkannt werden. Obama erhielt für seine Rede wohlwollenden Applaus, jedoch keine stehenden Ovationen. Auch der libysche Staatschef Moammar Qadhafi spendete Beifall, der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad hingegen nicht.

Mit Blick auf den Nahost-Konflikt erklärte der US-Präsident, es sei an der Zeit für neue Friedensverhandlungen ohne Vorbedingungen. Ziel seien «zwei Staaten, die Seite an Seite in Frieden und Sicherheit» existieren könnten. Nordkorea und den Iran rief er auf, im Sinne der Weltsicherheit ihre Atomwaffenprogramme aufzugeben. Ansonsten müssten beide Staaten zur Verantwortung gezogen werden.

Kampf gegen Armut und Atomwaffen

Auch Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon rief zuvor die internationale Gemeinschaft zu einem gemeinsamen Kampf gegen Armut und Atomwaffen auf. Ausserdem sollten die Staaten ihre Differenzen bei der Klimapolitik überwinden und sich möglichst rasch auf gemeinsame Anstrengungen zum Klimaschutz einigen. Angesichts der zahlreichen aktuellen Krisen erwarte die Welt von den Vereinten Nationen eine Antwort, sagte zur Eröffnung der Uno-Vollversammlung. An der Tagung in New York nahmen mehr als 120 Staats- und Regierungschefs teil.

Sarkozy greift geldgierige Banker an

Am Vorabend des Gipfeltreffens der G-20 in Pittsburgh hat der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy eine grundlegende Neuordnung des internationalen Finanzsystems gefordert. Zugleich kritisierte er in New York in scharfer Form jene Bankmanager, die mit ihrer Geldgier die Welt an den Rand einer Katastrophe geführt hätten. Er warf ihnen vor, so weiterzumachen wie bisher. Die Gefahren der schlimmsten Krise seien noch nicht vorbei, sondern lägen noch vor uns warnte Sarkozy. (vin/ap/sda)

Erstellt: 23.09.2009, 22:22 Uhr

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6 KOMMENTARE

Giovanni Bernasconi

24.09.2009, 21:26 Uhr

fuer einmal gehe ich mit H. Sorkozy einigt: die Leute die die Krise verursachten haben nichts glernt und - schlimmer noch - sitzen jetzt in der USA Regierung und stellen der Welt die Rechnung fuer ihr Versagen. Dazu kommt, dass die USA Banken jetzt noch groesser und maechtiger als vor der Krise sind: es ist Zeit dass Obamerica in die Schranken gezeigt wird.


ruth leemann

24.09.2009, 10:07 Uhr

Die verschiedenen Staaten sollten zuerst wieder mal Ordnung im eigenen Staat machen - erst dann kann man wieder an eine Zusammenarbeit denken - von heute auf morgen wird sich sowieso nichts ändern - die Finanzkrise ist noch lange nicht ausgestanden.


Rolf Schumacher

24.09.2009, 09:11 Uhr

Liebe online Redaktion. Ich bin erstaunt, dass es keine Kommentare zur Rede von Obama gibt. ;-) Wenn ich mich richtig erinnere habe ich gestern einen geschickt. Es erscheint mir wichtig, einem Präsidenten wenigstens schriftlich Fragen stellen zu dürfen, welcher seinen politischen Gegnern nicht einmal zuhört. Im Kindergarten haben wir in der CH gelern, dass man dem andern immer zuhören muss.


Giovanni Bernasconi

23.09.2009, 21:28 Uhr

Wieder eine schoene Rede mit lauter heisser Luft! Die USA haben die Welt ins Elend gebracht und nun wollen sie, sass die Betroffenen auch dankend die Rechnung zahlen. Freunde werden fallen gelassen um mit Iran, N. Korea, Iran, Saudi Arabien, usw (Alles friedliebende demokratische Laender) zu tanzen. Die USA brauchen Geld und Oel und Obama ist der Verkauefer. USA: yes, we can fall so low!


Rolf Schumacher

23.09.2009, 20:55 Uhr

Dear Mister President, kann man ihrem US Regime wirklich trauen und folgen? Sind nicht sie es, welcher für mehr Truppen in Afghanistan plädiert? Was hat die USA in souveränen Staaten wie Afghanistan oder Irak verloren? Weshalb sollte Iran keine Nuklearwaffen haben, die USA aber schon? Weshalb sind sie vor Qadhafis Rede aus dem Saal gegangen, ist das respektvoll?? Yours RS.


Michael Lindenmaier

23.09.2009, 20:06 Uhr

Und wir sind auch nicht umhergestanden. Intelligente und progressive Kräfte in den USA ware auf der Strasse im Vorfeld des Iraq-Krieges. Und auch jetzt gibt es noch eine Oppposition zur Art und Weise wie der afghanische Krieg geführt wird. Mit viel Waffenkraft, wenig Intelligenz und noch weniger Betonung auf friedliche Projekte zur Aufbau der Infrastrukur, Gesundheitvorsorge und Opiumalternativen



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