Weiner tritt wegen Cybersex-Affäre zurück
Aktualisiert am 16.06.2011 7 Kommentare
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Angesichts des wachsenden Drucks aus den eigenen Reihen tritt der mit einer Cybersex-Affäre in die Schlagzeilen geratene US-Abgeordnete Anthony Weiner zurück. Heute wollte der Politiker auf einer Pressekonferenz offiziell seinen Rücktritt erklären.
Weiner informierte die Fraktionschefin der Demokraten im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, über seine Entscheidung, wie es aus Parteikreisen hiess.
Weiner hatte eingeräumt, erotische Online-Kontakte mit mehreren Frauen gepflegt und anzügliche Fotos von sich verschickt zu haben. In den vergangenen Tagen war der Demokrat von ranghohen Parteifreunden zu einem Amtsverzicht gedrängt worden.
Verurteilung durch Obama
Auch Präsident Barack Obama hatte das Verhalten Weiners als «zutiefst unangemessen» bezeichnet und dem Abgeordneten den Rücktritt nahegelegt. Weiner hatte dies zunächst mit der Begründung abgelehnt, er habe die Frauen nie getroffen und überdies keine ausserehelichen Beziehungen gehabt.
Die Affäre war Ende Mai ins Rollen gekommen, als Weiner eine Nahaufnahme seiner eng anliegenden Unterhose mit Ausbeulung versehentlich über den Online-Kurznachrichtendienst Twitter ins Internet gestellt hatte.
Zuerst alles abestritten
Nachdem er die Vorwürfe zunächst eine Woche lang abgestritten und angebliche Hacker dafür verantwortlich gemacht hatte, gestand er dann auf einer Pressekonferenz unter Tränen ein, anzügliche Fotos ins Internet gestellt und mit sechs Frauen erotische E-Mails ausgetauscht zu haben.
Seitdem tauchten immer neue pikante Fotos und Einzelheiten auf. So sollen einige der Bilder im Fitnessstudio des Kongresses aufgenommen worden sein, ausserdem soll Weiner auch Online-Kontakte mit einer 17-Jährigen unterhalten haben.
Weiner ist mit einer Mitarbeiterin von Aussenministerin Hillary Clinton verheiratet, das Paar erwartet sein erstes Kind. Er galt als grosses Talent in seiner Partei und möglicher Kandidat für die Bürgermeisterwahlen in New York.
Bereuen auf Amerikanisch
Der 46-jährige Politiker hat sich nach eigenen Angaben in Therapie begeben, um ein «besserer Ehemann und ein gesünderer Mensch» zu werden.
Weiners Abgang hat eine Nachwahl in seinem New Yorker Wahlkreis zur Folge, der Teile von Brooklyn und Queens umfasst. Der Urnengang muss innerhalb von 30 bis 40 Tagen nach dem Rücktritt erfolgen. (mrs/sda)
Erstellt: 16.06.2011, 19:43 Uhr
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7 Kommentare
Stimmt. Weiner hat in dem Sinne nichts 'verbrochen' (obwohl man sich fragen muss, was er sich dabei gedacht hat). Was ihm v.a. zum Verhaengnis wurde, ist das er zuerst alles abgestritten und dann die Medien und auch seine Parteikolleg(Innen) angelogen hat. Waere er sofort zur Sache gestanden haette wahrscheinlich bleiben koennen. Der Ruecktritt ist der richtige Schritt. Antworten
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