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Vereiteltes Komplott: USA wollen Iran zur Verantwortung ziehen

Aktualisiert am 12.10.2011 104 Kommentare

Zwei iranische Staatsbürger planten offenbar einen Bombenanschlag auf den saudiarabischen Botschafter. Die USA machen den Iran für das Komplott verantwortlich. Die EU fordert von Teheran Aufklärung.

Terror-Komplott aufgedeckt: Ein Mann soll mit einem Komplizen Anschläge auf zwei Botschaften und den saudischen Botschafter geplant haben. (Reuters)

Terrorwarnung herausgegeben

Angesichts des möglicherweise von Teheran geplanten Attentats auf den saudi-arabischen Botschafter in den USA hat Washington eine Terrorwarnung herausgegeben. Der mutmaßliche Anschlagsplan deute auf eine «aggressive Hinwendung der iranischen Regierung auf Terroraktivitäten gegen Diplomaten» hin, darunter auch Angriffe in den USA, erklärte das US-Außenministerium. Reisende US-Bürger und im Ausland lebende Diplomaten seien daher aufgerufen, die Hinweise des Außenamts sowie andere Reisehinweise genau zu verfolgen. Die US-Regierung hatte dem Iran am Dienstag die Planung eines Attentats auf den saudi-arabischen Botschafter in den USA vorgeworfen. Das Justizministerium erklärte, dass gegen zwei iranische Staatsbürger Anklage erhoben worden sei. Teheran bezeichnete die Vorwürfe aus den USA als «böse Verschwörung». Der Iran weise diese «schändliche Behauptung kategorisch und auf das Schärfste zurück», erklärte der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mohammed Chasaee, in einem Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. (AFP)

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Nach den US-Vorwürfen gegen den Iran, einen Anschlag auf den saudiarabischen Botschafter in Washington geplant zu haben, hat die Europäische Union Teheran vor «sehr ernsten Konsequenzen» gewarnt. «Wir nehmen die Sache sehr ernst», sagte eine Sprecherin der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton in Brüssel. Wenn sich die Vorwürfe bestätigten, handele es sich dabei um «eine klare Verletzung» zwischenstaatlichen Rechts, die «nach internationalem Strafrecht» verfolgt werden müsse. Den Iran rief die Sprecherin zur Zusammenarbeit mit den USA auf, um die Vorwürfe aufzuklären.

Die US-Regierung hatte dem Iran die Planung eines Attentats auf den saudiarabischen Botschafter in den USA vorgeworfen. Nach Angaben des Justizministeriums in Washington von gestern wurden zwei iranische Staatsbürger angeklagt.

Präsident Obama spricht von einem «eklatanten Verstoss gegen US- und internationales Recht», wie das Weisse Haus mitteilte. Aussenministerin Hillary Clinton erklärte, angesichts der mutmasslichen Verwicklung Teherans in das Komplott werde mit Verbündeten über eine «weitere Isolation» des Iran beraten. Clinton kündigte Sanktionen gegen den Iran an. Das US-Finanzministerium bereitete unterdessen nach eigenen Angaben wirtschaftliche Strafmassnahmen gegen Iran vor.

Mutmasslicher Agent seit langem in USA

Als mutmassliche Drahtzieher der Anschlagspläne nannte das Justizministerium Manssor Arbabsiar, einen 56-Jährigen mit iranischer und US-Staatsbürgerschaft, und Gholam Shakuri, Mitglied der El-Kuds-Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden. Arbabsiar sei Ende September am New Yorker Flughafen John F. Kennedy festgenommen worden, Shakuri sei flüchtig. Beide hätten bei ihren Anschlagsplänen eng mit Teilen der iranischen Regierung zusammengearbeitet.

Einer der Verdächtigen, Manssor Arbabsiar, wohnte zuletzt nach Behördenangaben in der Ortschaft Round Rock nördlich der texanischen Hauptstadt Austin. Er habe Arbabsiar häufig in der Gegend gesehen, wie er rauchte und in einer fremden Sprache telefonierte, sagte ein Nachbar. Zuvor hatte Arbabsiar in der Region Dallas/Fort Worth und in Corpus Christi gewohnt. Er wurde mehrmals festgenommen, unter anderem wegen Diebstahls.

Harte Vorwürfe von Eric Holder

Die «Verschwörung» sei vom Iran aus «erdacht, gefördert und gelenkt» worden, sagte Justizminister Eric Holder. Die Anschlagspläne seien von ranghohen Mitgliedern der El-Kuds-Einheit und des iranischen Militärs «gebilligt» worden. Auf die Frage, ob der Anschlag von der obersten Führungsriege der Regierung in Teheran abgesegnet worden sei, erklärte Holder, das Justizministerium habe eine derartige Anschuldigung nicht erhoben. Dennoch: Die USA würden sowohl die beiden Angeklagten als auch Teheran für ihr Handeln zur Rechenschaft ziehen.

Der Iran wies die Anschuldigungen zurück. Ein Berater von Präsident Mahmoud Ahmadinejad nannte die Vorwürfe ein «konstruiertes Szenario», um von den innenpolitischen Problemen der USA abzulenken. Die Beziehungen zwischen Washington und Teheran sind insbesondere wegen des iranischen Atomprogramms angespannt. Saudiarabien ist ein Verbündeter der USA im Nahen Osten und zugleich Rivale des Irans im Kampf um die Vorherrschaft in der Golfregion.

Über vermeintlichen Mafioso gestolpert

Ziel des Anschlags soll laut Washington der saudische Botschafter Adel al-Jubeir gewesen sein, den die Drahtzieher auf US-Staatsgebiet hätten töten wollen. Die Behörden kamen dem Komplott den Angaben zufolge auf die Spur, als Arbabsiar in Texas unwissentlich einen verdeckten Mitarbeiter der US-Geheimdienste einweihte, den er für ein Mitglied einer mexikanischen Drogenbande hielt. Der Mann habe sich über eine mögliche Unterstützung durch das Drogenkartell bei der Ermordung des Botschafters erkundigt.

Die Iraner seien bereit gewesen, 1,5 Millionen Dollar für das Attentat zu bezahlen. Der Bombenanschlag habe «so bald wie möglich» in einem von Botschafter Al-Jubeir besuchten Restaurant stattfinden sollen. Der New Yorker Bundesstaatsanwalt Preet Bharara sagte, bei der Planung hätten die Verdächtigen keine Rücksicht auf Zivilisten genommen. Auf den Hinweis, dass sich bis zu 150 Menschen in dem Lokal aufhalten könnten, habe einer der Angeklagten geantwortet: «Kein Problem.» US-Medien zufolge sahen die Pläne auch Bombenanschläge auf die saudische und israelische Botschaft in Washington vor.

Arbabsiar erschien am Dienstag zu einer Anhörung vor Gericht in Manhattan, er blieb bis auf weiteres in Haft. Sein Anwalt erklärte, der US-Iraner werde auf nicht schuldig plädieren.

Saudiarabien bedankt sich

Nach der Aufdeckung des mutmasslichen iranischen Anschlagplans hat sich Saudiarabien bei der US-Regierung bedankt. Der Attentatsplan sei «eine abscheuliche Verletzung der internationalen Normen, Standards und Konventionen und steht nicht im Einklang mit den Prinzipien der Menschlichkeit», hiess es in einer Stellungnahme der saudiarabischen Botschaft in Washington. In dem Text wird die iranische Regierung nicht erwähnt, die von den USA für die Verschwörung verantwortlich gemacht wird. (rub/kpn/mrs/AFP, dapd)

Erstellt: 12.10.2011, 14:08 Uhr

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104 Kommentare

eugen boller

11.10.2011, 21:57 Uhr
Melden 91 Empfehlung

Ach ja, die USA finden doch sicher noch einen Grund und Legitimation, weshalb man nun dringend im Iran intervenieren muss.... Das Öl ruft... Würde mich nicht wundern, wenn wieder etwas "unvorhergesehenes" passiert, zu welchem der böse Iran verantwortlich gemacht werden kann. Antworten


Peter Haller

12.10.2011, 06:32 Uhr
Melden 42 Empfehlung

Klar, wie schon duzend mal alles erstunken und erlogen. Bald präsentieren die "Guten" Handskizzen, als angebliche Beweise für Massenvernichtungswafen bei den "Bösen" !
Der eine Typ war ja auch US-Bürger, müsste man da nicht auch die USA stärker isolieren, es gilt ja gleiches Recht für alle! Oder wie George Orwell mal sagte : "Alle Tiere sind gleich, aber einige sind gleicher!"
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