Uno liess Qadhafi abblitzen

Aktualisiert am 03.09.2009

Vor Wochen hatte Libyen bei der Uno tatsächlich einen Antrag auf Aufteilung der Schweiz gestellt. Der Revolutionsführer musste sich in New York allerdings eine Lektion erteilen lassen.

Kennt die Spielregeln der Uno nicht: 
Muammar al-Qadhafi.

Kennt die Spielregeln der Uno nicht: Muammar al-Qadhafi.
Bild: Keystone

Uno-Sprecher Farhan Haq sagte der Nachrichtenagentur SDA am Donnerstag in New York, Libyen habe einen solchen Programmpunkt – die Aufteilung der Schweiz auf ihre Nachbarländer – vor etwa einem Monat tatsächlich einbringen wollen. Da eine solche Forderung aber den Grundsätzen der Uno-Charta zuwider laufe, sei sie vom zuständigen Komitee für die Planung des Programmes der Generalversammlung sofort abgelehnt worden.

Kein Uno-Mitglied dürfe die Existenz oder die Souveränität eines anderen Mitgliedes bedrohen, sagte der Sprecher von Uno- Generalsekretär Ban Ki-moon. Der Text habe deshalb keine Aufnahme gefunden und sei nicht als Uno-Dokument zirkuliert oder veröffentlicht worden.

Libyen übernimmt Vorsitz

Libyen übernimmt am 15. September für ein Jahr den Vorsitz der Uno-Generalversammlung. Neuer Präsident wird der ehemalige libysche Aussenminister Ali Abdessalam Triki. Die libysche Uno-Vertretung in New York beantwortete wiederholte Anfragen der SDA nicht.

Die definitive Tagesordnung wird vor der Eröffnung der 64. Generalversammlung von einem 27-köpfigen Komitee festgesetzt, dem auch die fünf Vetomächte angehören. Letzte Änderungen sind noch bis zwei Tage vor Beginn der Versammlung möglich.

Ein Antrag wird kaum noch kommen

Nach Einschätzung von Haq ist es aber höchst unwahrscheinlich, dass der libysche Antrag noch in irgendeiner Form Eingang ins Programm finden könnte.

Muammar al-Qadhafi will erstmals seit 40 Jahren an der Uno- Generaldebatte, die am 23. September beginnt, teilnehmen. Die amerikanische Botschafterin Susan Rice rief das libysche Staatsoberhaupt dazu auf, sich zu benehmen, wenn er nach New York komme.

In New York nicht im Zelt

Nach dem Empfang, den Libyen dem Lockerbie-Attentäter Abdel Basset al-Megrahi bereitete, bewege sich Qadhafi in den USA auf dünnem Eis, sagte Rice.

Sie berichtete zudem, Tripolis habe versichert, Qadhafi werde in New York nicht in einem Zelt übernachten. Das exzentrische Staatsoberhaupt pflegt üblicherweise auf Reisen sein eigenes Beduinenzelt mitzubringen. (sda)

Erstellt: 03.09.2009, 20:40 Uhr

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