Ausland

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

US-Regierung drohte Chef von Bank of America

Aktualisiert am 24.04.2009 1 Kommentar

Notenbankchef Ben Bernanke und Ex-Finanzminister Henry Paulson sollen den Chef der Bank of America, Kenneth Lewis, heftig unter Druck gesetzt haben: Er hatte Merrill Lynch zu übernehmen und zu schweigen – oder abzutreten.

Unter Druck gesetzt: Kenneth Lewis (rechts), Chef der Bank of America.

Unter Druck gesetzt: Kenneth Lewis (rechts), Chef der Bank of America.
Bild: Keystone

Bernanke und Paulson hätten Kenneth Lewis vor die Wahl gestellt, der Fusion von Merrill Lynch und der Bank of America entweder zuzustimmen oder seinen Job zu verlieren. Das schrieb der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo jetzt in einem Brief an die Börsenaufsicht SEC und an ranghohe Kongress-Mitglieder.

Merrill hatte sich im September aus Furcht vor den Folgen der Finanzkrise in einer überraschenden Nacht-und-Nebel-Sitzung für 50 Milliarden Dollar an die Bank of America verkauft – nur Stunden vor dem Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers. Die Fusion war das Ergebnis mehrerer Krisensitzungen binnen Stunden im damals hermetisch abgeriegelten Fed-Gebäude in New York.

Zwei Wochen vor der Übernahme

Die Druckversuche von Fed und Finanzminister spielten sich seinen Angaben zufolge Mitte Dezember 2008 ab - also zwei Wochen vor dem Vollzug der Übernahme. Damals habe Lewis Paulson und Bernanke in Washington getroffen. Während der Treffen sei Lewis gedrängt worden, keinesfalls von dem Übernahmevorhaben abzulassen.

Lewis sagte Cuomo zufolge aus, Paulson sei der Meinung gewesen, der Merrill-Kauf müsse durchgezogen werden, um ein Desaster an den Finanzmärkten zu verhindern. Paulson und Bernanke hätten ihn zudem gedrängt, über die Verluste von Merrill zu schweigen. Diese waren im Dezember binnen Tagen von 9 auf 12 Milliarden Dollar gestiegen, am Ende lag der Quartalsverlust gar bei 15 Milliarden Dollar. Die Bank of America habe dann am 21. Dezember ihren Versuch abgeblasen, die Fusion doch noch zu verhindern, schrieb Cuomo.

Grundlegende Fragen zur Unternehmensführung

Cuomo soll eigentlich die Umstände der Bonuszahlungen im Umfang von 3,6 Milliarden Dollar an Merrill-Manager vor dem Abschluss der Fusion zum 1. Januar 2009 untersuchen.

Nun habe die Untersuchung aber auch Fakten aufgedeckt, die Fragen aufwerfen würden im Zusammenhang mit dem Bankenrettungsprogramm sowie den den Grundsätzen der Unternehmensführung und den Offenlegungs-Praktiken bei der Bank of America, schrieb Cuomo in dem Brief.

Eine Sprecherin der Notenbank teilte zu den Vorwürfen mit, niemand von der Fed habe Lewis oder die Bank of America bezüglich Fragen der Offenlegung beraten. Die Bank of America erklärte, sie habe sich bei der Merrill-Übernahme an die Gesetze gehalten. (oku/sda)

Erstellt: 24.04.2009, 15:12 Uhr

1

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

1 Kommentar

Ronnie König

24.04.2009, 14:39 Uhr
Melden

Aha, so funktioniert also die freie Marktwirtschaft! Antworten



Ausland

Populär auf Facebook Privatsphäre


Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

FÜR IHRE FREIZEIT

Für Ausgehtipps in der Region, nutzen Sie einfach unsere Agenda.

Online-Wettbewerb

Gewinnen Sie einen Tageseintritt im Bernaqua.
Jetzt mitmachen!

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!