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Team Obama rüstet sich für Romney

Von Martin Kilian, Washington. Aktualisiert am 16.01.2012 12 Kommentare

In den USA zeichnen sich bereits die Konturen des Präsidentschaftswahlkampfs ab. Eine Wiederwahl Barack Obamas ist nicht ausgeschlossen – leicht aber wird es der Amtsinhaber nicht haben.

Waren schon einmal Konkurrenten: Obama und Romney (hinten) tuscheln am Rande einer Wahlkampfveranstaltung vor vier Jahren. (5. Januar 2008)

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Bild: Reuters

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Mitt Romney gewinnt seine zweite Vorwahl

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In New Hampshire konnte der Präsidentschaftskandidat die meisten Stimmen auf sich verzeichnen. Seine Konkurrenz blieb abgeschlagen.

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Nicht nur die Republikanische Partei schaut diese Woche auf den Südstaat South Carolina, wo am kommenden Samstag perteiinterne Vorwahlen zur Bestimmung des republikanischen Präsidentschaftskandidaten anstehen. Zehn Monate vor den US-Präsidentschaftswahlen im November beobachtet das Weisse Haus die Vorgänge in South Carolina nicht minder gebannt: Siegt Mitt Romney, der ehemalige republikanische Gouverneur des liberalen Neuengland-Staats Massachusetts, im amerikanischen Süden nach seinen Erfolgen in Iowa und New Hampshire erneut, wird sich Barack Obamas Wahlkampfstab auf Romney als Herausforderer des Präsidenten einstellen.

Enge Mitarbeiter Obamas in Washington sowie die in Chicago ansässige Wahlkampftruppe des Präsidenten um seinen Berater David Axelrod sind überzeugt, dass Romney die Vorwahlen für sich entscheiden und auf dem republikanischen Parteitag in Tampa, Florida, im September zum Präsidentschaftskandidaten gekürt werden wird.

Baggern nach Schmutz

Und während Obamas «Opposition Researchers», so die Bezeichnung von speziellen Mitarbeitern, die in Vergangenheit und Leben eines politischen Konkurrenten nach verwertbarem Schmutz baggern, den potenziellen Gegner bereits durchleuchten, entwirft der Wahlkampfstab des Präsidenten Strategien, die Romney im Wahlherbst zu Fall bringen sollen.

Insbesondere wird die Obama-Truppe versuchen, dem als Sohn eines reichen Gouverneurs und Auto-Managers aufgewachsenen Romney einen elitären Stempel zu verpassen: Weder könne sich der 200-Millionen-Dollar-Mann Romney in die Leben und Probleme der kleinen Leute einfühlen noch werde er als Präsident der grassierenden sozialen Ungleichheit gegensteuern.

Dass Romney in Massachusetts als moderater Gouverneur regierte, sich für die Abtreibungsfreiheit aussprach und eine passable, von den Republikanern jedoch verpönte Reform des Gesundheitswesens durchzog, ehe er umkippte und völlig gegensätzliche Positionen zu vertreten begann, wird sich in Obamas Wahlstrategie ebenfalls widerspiegeln.

Obama mit Gegenwind

Andererseits bläst dem Präsidenten im Wahljahr ein scharfer Wind ins Gesicht: Zwar beginnt sich die amerikanische Wirtschaft allem Anschein nach vom Schock der Finanzkrise 2008 zu erholen, die Zahl der Arbeitslosen aber bleibt hoch, der Immobilienmarkt lahmt weiterhin. Sollte sich die Schuldenkrise in Europa verschärfen, drohten auch den Vereinigten Staaten womöglich üble Konsequenzen, die einen Aufschwung abwürgen könnten – was Obamas und Finanzminister Timothy Geithners ständige Mahnungen an die Europäer erklärt.

Falls der Präsident die amerikanische Wählerschaft im kommenden Herbst überzeugen kann, dass die Konjunktur trotz aller Widrigkeiten anzieht, wäre eine zweite Amtszeit durchaus in Reichweite. Leicht aber wird es Barack Obama nicht haben: Der überschäumende Enthusiasmus gerade junger Amerikaner im Wahljahr 2008 ist Ernüchterung gewichen mitsamt der Frage, wie viel Hoffnung und Wandel der Kandidat von Hoffnung und Wandel tatsächlich geliefert hat. An der demokratischen Basis gärt es, weshalb die Wahlbeteiligung demokratischer Stammwähler vielleicht unter der von 2008 bleibt.

Mehrere Strategien – überall Probleme

Besonders in sogenannten «Swing States», die keinem der beiden politischen Lager fest zugeordnet werden können, droht dem Präsidenten Gefahr. Da Obama bei der weissen unteren Mittelschicht sowie den Senioren in Bundesstaaten wie Pennsylvania oder Ohio, die er 2008 für sich entschied, nicht sehr gut gelitten ist, muss der Präsident notgedrungen auf Siege in Staaten wie North Carolina, Virginia oder Colorado hoffen, wo Demokraten tradionell keinen leichten Stand haben. Mehrere Strategien könnten zu einem Sieg Obamas im November führen, alle aber beinhalten Probleme und Risiken.

Und vieles wird letztendlich davon abhängen, ob es Obamas Team gelingt, einen Kandidaten Romney frühzeitig negativ zu definieren. Sicher ist in dieser Woche vor der vielleicht entscheidenen republikanischen Vorwahl in South Carolina nur eines: Der kommende Präsidentschaftswahlkampf wird der teuerste der amerikanischen Geschichte werden – eine Milliarde Dollar und mehr werden die beiden Kandidaten verpulvern. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.01.2012, 21:55 Uhr

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12 Kommentare

Ulrich Suter

16.01.2012, 22:15 Uhr
Melden 14 Empfehlung

Mit den neuen Strategen fuer Obama kann von einer haerteren Gangart im Wahlkampf ausgegangen werden. Romney's Vergangenheit (Bain Capital, Olympia Korruptionen Mass. Health Care etc.) wird da sicher noch einmal aufgewaermt. Und so es ist fraglich wie viele Untentschlossene fuer einen reichen Mormomen stimmen werden welcher die Steuern fuer die Superreichen noch einmal tuechtig senken will. Antworten


Alex Koch

17.01.2012, 00:14 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Ob Obama oder Romney = NO CHANGE for the US. Einzige Alternative (Hoffnung ? ) : Ron Paul. Kann's kaum fassen dass ich dies schreibe, vor noch einem Jahr war ich fuer Obama... Wie auch immer RP for president; NO CHANGE = sinking ship. Da aber die (von der TPTB manipulierten US) Medien RP nach wie vor ignorieren wird's interessant werden. RP hat eine breite Waehlerbasis in den US v. jung-alt. Antworten



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