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Simple Ansichten für ein desillusioniertes Land

Von Martin Sturzenegger. Aktualisiert am 22.09.2010 52 Kommentare

Sie verlangen die absolut freie Marktwirtschaft und den Aufbau einer fundamental-religiösen Wertegesellschaft: Die US-amerikanische Tea Party ist in diesem Jahr erstmals bei Vorwahlen erfolgreich.

1/16 Ikone der Tea Party: Michele Bachmann aus Minnesota. Die Partei erinnert an die Erweckungsbewegungen der USA.

   

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Die Patrioten der freien Marktwirtschaft

Der Name der Bewegung bezieht sich auf die Boston Tea Party von 1773. Aus Protest gegen die vom englischen Mutterland festgesetzten Zölle für Tee, Leder und Papier warfen Bürger von Boston eine ganze Schiffsladung Tee ins Meer. Das Ereignis markierte das den Anfang vom Ende der britischen Herrschaft über die 13 nordamerikanischen Kolonien.

Stichworte

Es war ein weiterer Schritt der Tea Party, um sich in den USA als ernstzunehmender politischer Akteur zu etablieren: Der Anwalt Joe Miller gewann am Mittwoch in Alaska die Vorwahl fürs Senatorenamt.

Sein Sieg gegen die republikanische Amtsinhaberin Lisa Murkowski fiel überraschend deutlich aus. Und: Es war der erste Erfolg der Tea Party-Bewegung gegen einen amtierenden Senator. Gemäss ersten Prognosen ist Miller bei der kommenden Senatswahl im November der klare Favorit.

Es ist kein Zufall, dass dieser von der Tea Party als historisch gefeierte Sieg ausgerechnet in Alaska gelang. Mit Sarah Palin ist dort eines der wichtigsten Aushängeschilder der als erzkonservativ geltenden Bewegung zuhause. Die frühere Gouverneurin war mit tatkräftiger Unterstützung massgeblich am Wahlsieg beteiligt.

2010: Die Tea Party startet durch

Wer denkt, die Tea-Party-Bewegung sei nur in Alaska auf dem Vormarsch, irrt: Im sonst eher liberalen Massachusetts gelang im Januar 2010 dem Republikaner Scott Brown, der Verbindungen zur Tea Party hat, der Einzug ins Senatorenamt. Auch Marco Rubio aus dem US-Staat Florida soll zurzeit beste Chancen auf einen Einzug in den Senat haben. Und in Utah verlor Senator Bob Bennet am Nominierungsparteitag der Republikaner die Unterstützung seiner Partei, die einen Kandidaten der Tea Party auf den Schild hob.

Es fällt auf, dass es der Tea Party zunehmend gelingt, Einfluss auf die Politik der Republikaner zu nehmen. Im Bundesstaat Maine gelang es der Bewegung beispielsweise, das Parteiprogramm zu ändern. Auch wenn ihre kompromisslose Politik das republikanische Lager in zwei Hälften spaltet: Der Aufschwung der Tea Party ist zurzeit ungebremst.

Wiederherstellung der amerikanischen Ehre

Die Tea Party spricht von der «Wiederherstellung der amerikanischen Ehre» und möchte das Selbstbewusstsein der Bevölkerung stärken, die mehr denn je an sich zweifelt. Der Stil der Tea Party wird durch Patriotismus und Religion geprägt – eine uramerikanische Mischung in «God's Own Country», die in kaum einem anderen westlichen Land mehr vorstellbar ist.

Glenn Beck, ein bekannter TV-Moderator und Aushängeschild der Tea Party, sprach kürzlich in seiner Rede vor dem Lincoln-Memorial: «Amerika beginnt heute, sich wieder Gott zuzuwenden.» Zehntausende Anänger jubelten ihm zu. Die Stimmung schwankte zwischen nationalem Erweckungserlebnis und Anti-Obama-Protest.

Kampfansagen an Obama

Barack Obama ist eine der liebsten Zielscheiben der Bewegung. Beck nannte den Präsidenten einen «Rassisten mit tiefem Hass auf Weisse». In ihm sieht die Tea Party auch die Figur, die für die schwache Konjunktur, die hohe Arbeitslosigkeit und die rasant steigende Verschuldung des Landes verantwortlich ist. Immer wieder werfen sie ihm «big gouvernment» – zu viel staatlichen Einfluss – vor.

Die Anliegen der Tea Party wirken wie ein Kontrastprogramm zur Politik von Obama: Sie verlangt die vollkommene freie Marktwirtschaft, möchte die amerikanische Notenbank und das Bildungsministerium abschaffen, lehnt Auflagen bei Ölbohrungen, die US-Gesundheitsreform und die UNO-Konvention über die Rechte von Kindern ab. Allesamt klare Positionen, die in einem desorientierten Land offenbar auf fruchtbaren Boden fallen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.09.2010, 12:46 Uhr

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52 Kommentare

Bettina Ramseier

02.09.2010, 17:26 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Die Obamania war von Anfang an Schall und Rauch. Doch die vereinigten Linken und Gutmenschen Europas feierten den vermeintlichen Messias und merkten nicht, dass sie ihre ideologische Weltvorstellung auf eine schwarze Leinwand projizierten. Obama sucht nur die Macht, und dafür redet er der Wählermehrheit nach dem Mund. Langsam merkens auch die Amis. Er taugt nichts. Sozialismus muss scheitern... Antworten


Heinrich Schibli

02.09.2010, 17:40 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Den meisten Blogern geht es nur darum, die Tea-Party und deren Anhänger zu diskriminieren. Ein bischen Selbstinformation über die Bewegung via Internet, täte nicht schaden. Die Demokraten, welche gute Mehrheiten hatten, haben seit der Wahl Obamas, fast nichts erreicht, sondern die früheren Schulden noch explodieren lassen. Auch dies kann gegoogelt werden. Ich freue mich auf die Nov.-Wahlen! Antworten



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