Die Waisen haben alle eine Familie
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Die haitianischen Kinder, die als Missionare getarnte amerikanische Baptisten nach dem schweren Erdbeben Mitte Januar offenbar ausser Landes bringen wollten, haben allesamt eine Familie. Keines von ihnen sei ein Waisenkind, sagte eine Sprecherin der SOS-Kinderdörfer am Mittwoch.
Demnach wurden die Kinder im Alter von zwei Monaten bis 14 Jahren wieder ihren Eltern übergeben. Die Familien erhielten eine finanzielle Unterstützung in Höhe von umgerechnet gut 520 Franken.
Psychologische Unterstützung für die Familien
Wie die Organisation zudem erklärte, wollen die haitianischen Behörden die Kinder mit Schulstipendien unterstützen. Die Hilfsorganisation Care sagte den Familien für ihre Kinder zudem psychologische Unterstützung zu.
«Wir werden diese Kinder weiter begleiten und besuchen, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist», sagte Line Wolf Nielsen. Die Organisation sei der Überzeugung, dass der beste Platz für ein Kind noch immer die eigene Familie sei.
Ein Teil der Eltern gab die Kinder selber ab
Die zehn Baptisten waren Ende Januar bei dem Versuch festgenommen worden, die Kinder über die Grenze in die Dominikanische Republik zu bringen. Die christlichen Missionare gaben an, bei ihren Schützlingen handle es sich um Waisen, doch stellte sich rasch heraus, dass etliche Kinder Angehörige hatten.
Einige Eltern sagten später vor Gericht aus, sie hätten ihre Kinder freiwillig weggegeben, weil sie sich nach der Katastrophe nicht mehr um sie kümmern konnten und auf eine bessere Zukunft für sie hofften. Bis auf die Leiterin der Gruppe, Laura Silsby, kamen alle der unter dem Verdacht der Kindesentführung festgehaltenen Baptisten wieder frei. (oku/sda)
Erstellt: 18.03.2010, 08:57 Uhr















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