Schweiz schickt drittes Flugzeug – bereits vier Millionen gesammelt

Aktualisiert am 19.01.2010

Trotz chaotischer Zustände im Flughafen von Port-au-Prince ist der Frachtflug des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) in Haiti gelandet. Der Bund schickt ein drittes Flugzeug. Und die Schweizer spenden Millionen.

Werden in Zürich verabschiedet: Logistiker des Roten Kreuzes vor dem Abflug nach Haiti.

Werden in Zürich verabschiedet: Logistiker des Roten Kreuzes vor dem Abflug nach Haiti.
Bild: Keystone

Die Hilfsgüter würden jetzt an die Opfer des Erdbebens verteilt, heisst es in einer Mitteilung. Im Einsatz steht auch das neunköpfige Hilfsteam des SRK. Sechs Logistiker sind für die Abwicklung der Hilfsgüter-Lieferungen der gesamten Rotkreuz-Bewegung verantwortlich. Drei Gesundheitsfachleute des SRK versorgen in einer mobilen Klinik Verletzte und Kranke.

Die gelieferten 15 Tonnen Hilfsgüter würden nun möglichst rasch verteilt. Neben Blachen und Zelten für provisorische Unterkünfte wurde mit dem Frachtflug auch ein Allrad-Fahrzeug und ein leistungsfähiger Hubstapler eingeflogen. Dieser erlaubt eine rasche Abfertigung der Hilfsgüter im Flughafen von Port-au-Prince.

Die Hilfe aus der Schweiz für die Erdbebenopfer in Haiti wird zudem weiter verstärkt. Der Bund plant einen dritten Transportflug von Hilfsgütern. Das zweite Flugzeug des Bundes mit 35 Tonnen Hilfsgütern war nach Angaben des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in der Nacht auf Dienstag in Kloten gestartet. Ein dritter Transport von Hilfsgütern werde für die nächsten Tage vorbereitet. Laut EDA-Sprecher Georg Farago befinden sich derzeit 54 Experten des Bundes im Krisengebiet. Das Ärzteteam stehe am Universitätsspital von Port-au-Prince im Einsatz und habe bereits Dutzende von Operationen durchgeführt. Zudem plant der Bund die Unterstützung von 2000 obdachlosen Familien im schwer getroffenen Gebiet südwestlich der Hauptstadt. Auch ein weiterer medizinischer Einsatz in dieser Region werde abgeklärt, sagte Farago.

Kein Kontakt mit acht Schweizern

Inzwischen konnten weitere vermisste Schweizer kontaktiert werden. Von den 190 Staatsangehörigen, über die dem EDA Informationen vorliegen, wurden drei verletzt. Mit acht weiteren konnte bisher kein Kontakt aufgenommen werden.

Das grosse Leid in Haiti hat in der Schweiz eine Solidaritätswelle ausgelöst. Bei der Glückskette gingen bis am Dienstagmittag Spenden in der Höhe von knapp vier Millionen Franken ein, wie auf der Homepage der Stiftung zu sehen war. Neben Privatpersonen und Unternehmen spendet auch die öffentliche Hand. So beschlossen etwa der Kanton Basel-Stadt und die Stadt Zug jeweils 100'000 Franken zur Unterstützung der Erdbebenopfer. Im Rahmen des nationalen Sammeltags der Glückskette vom kommenden Donnerstag will zudem der Warenhauskonzern Manor in seinen 71 Filialen Spendenaktionen durchführen und dabei jeden gespendeten Franken von Kunden und Mitarbeitern verdoppeln. (sam/sda)

Erstellt: 19.01.2010, 14:55 Uhr

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