Obama will Autos mit höchstens 6,6 Liter Verbrauch
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Obama bezeichnete die neuen Vorschriften für die Autoindustrie als eine «historische Übereinkunft» im Ringen um Energie- Unabhängigkeit und Reduzierung «gefährlicher Umweltverschmutzung». Amerika habe «Jahrzehnte lang zu wenig getan», sagte der US- Präsident.
Früher wäre eine solche Übereinkunft über die zu ergreifenden Umweltschutzmassnahmen unmöglich gewesen. Dies sei nun «der einzigartigen Zusammenarbeit» zwischen US-Umweltbehörden, Umweltschutzverbänden, den US-Bundesstaaten, dem Kongress, der Autoindustrie und den Gewerkschaften zu verdanken, betonte Obama.
Der Schadstoffausstoss neuer Autos und Kleinlastwagen soll bis 2016 um 30 Prozent gesenkt werden. Dies ermögliche die Einsparung von 1,8 Milliarden Barrel Öl, sagte Obama am Dienstag. Der Ausstoss von CO2 soll um 900 Millionen Tonnen reduziert werden.
Der Verbrauchsstandard für die Autos werde auf 35,5 Meilen per Gallone Benzin angehoben, was einem Treibstoffverbrauch von etwa 6,6 Liter pro 100 Kilometer entspricht. Obamas Vorstoss bedeutet, dass der der ursprünglich für 2020 festgelegte Grenzwert um vier Jahre vorgezogen wird.
Teurer, aber nachhaltiger
In einer Zeit «der historischen Krise der US-Automobilindustrie» geben die neuen Standards nach den Worten Obamas Planungssicherheit, «um Autos für das 21. Jahrhundert zu bauen». Mit den neuen Auflagen werden die Autos etwa 600 Dollar (670 Franken) pro Fahrzeug teurer.
Schon das 2007 in Kraft getretene Energiegesetz wird Autos in den USA in den kommenden Jahren um etwa 700 Dollar verteuern, was sich auf 1300 Dollar Mehrkosten pro Fahrzeug summiert. Obama sagte, dass die Zusatzkosten bei der Anschaffung eines Autos dank niedrigeren Verbrauchs schon nach drei Jahren wieder eingespart wären.
Die neuen Regeln orientieren sich an den strengen Umweltauflagen Kaliforniens. Der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat und 13 weitere US-Bundesstaaten fordern von Washington seit Längerem, strengere Vorgaben für den Energieverbrauch der Autos. Die frühere US-Regierung von Präsident George W. Bush hatte dies verhindert.
GM und Chrysler begrüssen Initiative
Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger, einer der Vorreiter in den USA für mehr Klimaschutz, sprach von einem «historischen Entscheid» Obamas. «Heute sehen wir, was passiert, wenn Kalifornien in der Energie- und Umweltpolitik das Heft in die Hand nimmt», meinte der republikanische Politiker selbstbewusst.
Obama würdigte am Dienstag die Umweltpolitik Kaliforniens und die «ausserordentliche Führungsstärke» Schwarzeneggers in der Umweltpolitik. Auch die US-Autobauer General Motors und Chrysler begrüssten in ersten Stellungnahmen die Initiative.
GM-Chef Fritz Henderson nannte die Bemühungen um Energieeffizienz und Kampf gegen den Klimawandel «nationale Prioritäten». Umweltorganisationen wie der «National Resources Defense Council» bezeichneten Obamas Pläne als «bahnbrechend». (mbr/sda)
Erstellt: 20.05.2009, 10:58 Uhr
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