Ausland

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Obama entlässt McChrystal

Aktualisiert am 23.06.2010 13 Kommentare

Der amerikanische Präsident hat seinen Befehlshaber in Afghanistan entlassen. Doch die Nato-Spitze betont, McChrystals Strategie bleibe die richtige.

1/15 Hat eine neue Aufgabe: Stanley McChrystal wird am 23. Juli von der Armee verabschiedet.
Bild: Keystone

   

McChrystals Stellungnahme

«Heute morgen hat der Präsident meinen Rücktritt als Oberbefehlshaber der US- und NATO-Truppen in Afghanistan angenommen. Ich unterstütze die Strategie des Präsidenten in Afghanistan sehr und fühle mich unseren Koalitionstruppen, unseren Partnerstaaten und dem afghanischen Volk zutiefst verpflichtet. Aus Achtung vor dieser Verpflichtung - und aus dem Wunsch, einen Erfolg der Mission zu sehen - habe ich meinen Rücktritt eingereicht. Es war mir ein Privileg und eine Ehre, die Besten unseres Landes zu führen.»

Artikel zum Thema

Barack Obama hat den Oberbefehlshaber der Nato-Truppen in Afghanistan, Stanley McChrystal, entlassen. Das sagte Obama persönlich um 19:40 Uhr Schweizer Zeit an einer Pressekonferenz vor dem Weissen Haus. «Heute habe ich General Stanley McChrystals Rücktrittsangebot angenommen», sagte der amerikanische Präsident zu den Journalisten im Rosengarten des Weissen Hauses.

Zuvor hatten sich Obama und McChrystal zu einem Krisengespräch getroffen. McChrystal verliess am Mittwochnachmittag noch vor der Sitzung des Kriegskabinetts des Präsidenten das Weisse Haus. Der General stieg wortlos in einen dunklen Wagen, der davon fuhr. Laut einem Mitarbeiter des Weissen Hauses, der anonym bleiben wollte, dauerte Obamas Gespräch mit McChrystal etwa eine halbe Stunde.

Nachfolger von McChrystal in Afghanistan solle der bisherige Chef des US-Zentralkommandos, David Petraeus, werden. Obama zog damit die Konsequenzen aus kritischen Kommentaren von McChrystal und seinen Beratern über die US-Regierung.

Nato: Strategie bleibt gleich

Auch nach der Entlassung von McChrystal werde die von der Nato geführte Afghanistan-Schutztruppe Isaf weiter nach dessen Strategie eingesetzt. Das erklärte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Mittwochabend in Brüssel zum Rücktritt des Generals. Rasmussen sagte, er habe von McChrystals Rücktritt Kenntnis genommen und danke diesem «für seinen Dienst für die NATO und für die enorme Anstrengung, die er in die Führung der ISAF investiert hat».

«Auch wenn er nicht mehr der Oberbefehlshaber sein wird, so bleibt die von ihm eingeführte Herangehensweise doch die richtige», heisst es in der Erklärung Rasmussens. «Die Strategie hat weiterhin die Unterstützung der Nato und unsere Streitkräfte werden sie weiter anwenden.»

Karzai setzte sich für McChrystal ein

Der afghanische Präsident Hamid Karzai hat sich vergeblich für McChrystal eingesetzt. Karzai habe in einer Video-Konferenz mit Obama am Dienstagabend sein Vertrauen in den General bekräftigt, sagte Karzais Sprecher Wahid Omar am Mittwoch. «Der Präsident glaubt, dass wir uns an einem sehr sensiblen Punkt unserer Partnerschaft befinden, im Kampf gegen den Terror und im Prozess der Stabilisierung Afghanistans», sagte Omar. «In diesem Prozess wäre ein Bruch nicht hilfreich.»

Der amerikanische Präsident hatte McChrystal bereits am Dienstag ein «schlechtes Urteilsvermögen» bescheinigt. Nach Angaben des Weissen Hauses war Obama «wütend» über die abfällige Kritik McChrystals an seiner Regierung. McChrystal war im Musikmagazin «Rolling Stone» mit scharfer Kritik an Vizepräsident Joe Biden und am US-Botschafter in Kabul, Karl Eikenberry, zitiert worden. Ein enger Berater des Generals wurde zudem mit der Einschätzung zitiert, dass McChrystal wenig von Präsident Obamas Afghanistan-Politik halte.

McChrystal hatte sich nach Bekanntwerden des Artikels umgehend entschuldigt. «Das war ein Fehler, der schlechtes Urteilsvermögen zeigt und der nie hätte passieren dürfen», erklärte der 55-Jährige. Er war am Mittwoch zu Obama ins Weisse Haus beordert worden, das Gespräch zwischen beiden Männern dauerte etwa eine halbe Stunde.

(oku/sda/dapd)

Erstellt: 23.06.2010, 17:21 Uhr

13

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

13 Kommentare

Hans Abbühl

23.06.2010, 19:02 Uhr
Melden

Präsident Obama ist in letzter Zeit auffällig oft wütend, ein untrügliches Zeichen für die eintretende Schwäche der amerikanischen Regierung. McChrystal wird entlassen oder selber gehen, es wird auf alle Fälle gemütlicher als in Afghanistan, er kann darüber froh sein. Beruflich wird er sofort unterkommen, und das erst noch besser dotiert als beim Staat. Antworten


ruedi iseli

23.06.2010, 18:36 Uhr
Melden

selbst wenn mccrystal recht hat mit seinen doch happigen aussagen gibt es nur eine lösung für obama und das ist eine aufforderung für des generals rücktritt. alles andere wäre ein schwächegeständnis des weissen hauses. Antworten




Online-Wettbewerb

Gewinnen Sie einen Tageseintritt im Bernaqua.
Jetzt mitmachen!

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!